Die Einstufung der Kfz-Versicherung und die daraus resultierende Prämie, sowohl bei der Kfz-Haftpflichtversicherung als auch bei der Fahrzeugvollversicherung, hängen von verschiedenen Faktoren ab. Neben der Typklasse des Fahrzeugs, dem Zulassungsbezirk und den persönlichen Daten des Antragstellers spielt auch die Dauer des Führerscheinbesitzes respektive der schadensfreien Jahre eine Rolle. Gerade Fahranfänger bekommen dies bei der Prämienberechnung schmerzhaft zu spüren. Die Führerscheinregelung kann hier Abhilfe schaffen. Normalerweise erfolgt die Einstufung für die erste eigene Autoversicherung in der Schadensfreiheitsklasse SF 0. Je nach Versicherungsgesellschaft bedeutet dies eine Prämie zwischen 190 und 240 Prozent auf den Normalbeitrag. Für diejenigen, welche ihren Führerschein schon länger besitzen, bieten sich jedoch Alternativen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Voraussetzung für die Führerscheinregelung stellt der Besitz eines gültigen EU-Führerscheins für mindestens drei Jahre dar.
  • Fahranfänger, die noch nicht auf die Führerscheinregelung zurückgreifen können, haben aber ebenfalls die Chance, die Einstufung in die teure SF-Klasse 0 zu vermeiden.
  • Juristischen Grundlagen spielen, beispielsweise die Führerscheinregelung, als Kriterium zur Versicherungsprämie eine wesentliche Rolle.

Führerscheinregelung greift ab drei Jahren Führerscheinbesitz

Die Voraussetzung für die Führerscheinregelung stellt der Besitz eines gültigen EU-Führerscheins für mindestens drei Jahre dar. Diese Regelung sieht vor, dass die Einstufung in der SF-Klasse dann mit der Schadensfreiheitsklasse 2, mit 85 Prozent, erfolgt. Auch wenn der Versicherungsnehmer bis zu diesem Zeitpunkt noch kein eigenes Auto zugelassen hatte, wird unterstellt, dass er dennoch Fahrpraxis sammeln konnte. Diese Regelung kommt beispielsweise Fahranfängern zugute, die noch kein eigenes Auto besitzen, aber mit dem Wagen der Eltern fahren. Die Führerscheinregelung sieht allerdings nicht vor, dass bei einem Führerscheinbesitz von zehn Jahren dann die Einstufung entsprechend erfolgt. Leidtragende sind in diesem Fall Personen, die viele Jahre ein Geschäftsauto nutzten, welches über die Firma, nicht auf sie selbst, versichert war. Immer wieder kommt es für diesen Personenkreis zu einem bitteren Erwachen, wenn er aus dem Berufsleben ausscheidet.

Der Zweitwagen als Alternative

Fahranfänger, die noch nicht auf die Führerscheinregelung zurückgreifen können, haben aber ebenfalls die Chance, die Einstufung in die teure SF-Klasse 0 zu vermeiden. Das eigene Auto wird auf die Eltern zugelassen. Der Eigentümer des Autos muss nicht automatisch auch der Versicherungsnehmer sein. Im Rahmen der Zweitwagenregelung erfolgt ebenfalls eine Einstufung des Wagens in die Klasse SF 2. Damit sichert sich der Fahrzeughalter von Anfang an die günstigeren 85 Prozent. Noch preiswerter wird es, wenn der Versicherer den Zweitwagen automatisch intern in die Schadensfreiheitsklasse einstuft, die für das Erstfahrzeug Gültigkeit besitzt. Erst wenn der Versicherungsnehmer die Gesellschaft wechselt, erfolgt dann, möglicherweise, eine Tarifierung zu der dann, von SF 2 ausgehenden, tatsächlichen Rabattstufe.

Rabattübertrag nur bedingt möglich

Die Führerscheinregelung oder die Zweitwagenvariante von Beginn an durch einen Rabattübertrag zu umgehen, ist nicht möglich. Wenn beispielsweise die Großeltern ihren Versicherungsvertrag und das Auto aufgeben, kann die SF-Klasse auf den Enkel oder die Enkelin übertragen werden. Dies kann aber nur maximal bis zur Höhe der SF-Klasse erfolgen, welche sich der Nachwuchs tatsächlich erarbeitet hat. Fuhren die Großeltern in der SF-Klasse 30, der Enkel besitzt seit drei Jahren den Führerschein, kann der Rabattübertrag nur auf die SF-Klasse 2 erfolgen. Rabattübertragungen als Alternative zur Führerscheinregelung sind auch nur noch innerhalb einer Familie möglich. Ein späterer Rückübertrag ist ausgeschlossen.

Juristische Grundlagen: Nicht der einzige Ansatz, die Prämie zu reduzieren

Natürlich spielen die juristischen Grundlagen, beispielsweise die Führerscheinregelung, als Kriterium zur Versicherungsprämie eine wesentliche Rolle. Diese auszuloten, um einen möglichst geringen Beitrag zu bezahlen, ist das Eine. Das Andere stellt der Vergleich der einzelnen Anbieter, nicht nur im Hinblick auf die Prämie, dar. Die Zeiten, in denen einheitliche Tarifierungssätze für alle Anbieter galten, sind lange vorbei. Eine SF 35 wird nicht von allen, aber bereits von vielen Versicherern angeboten. Die Bandbreite des Prozentsatzes in der SF 0 zeigt ebenfalls, dass die Leistungskriterien weit auseinandergehen. Als Fazit kann festgehalten werden, dass auch für Fahrneulinge durchaus Optionen bestehen, die es ermöglichen, die Klippe der Schadensfreiheitsklasse 0 zu umschiffen und damit signifikante Einsparungen zu erzielen. Ein wenig Zeit muss aber investiert werden, um dieses Ziel zu erreichen.

Mutter und Tochter lächelnd im Auto unterwegs

Zweitwagenversicherung

Hier finden Sie alle Informationen zur Zweitwagenversicherung.

Zweitwagenversicherung

Rabattuebertragung

Rabattübertragung

Mehr zum Thema Rabattübertragung der Kfz-Versicherung.

Rabattübertragung