Bei eCall (Kurzform von Emergency Call) handelt es sich um ein Notfallsystem, das nach einem Unfall automatisch einen Notruf absetzt, wodurch Rettungskräfte schneller am Unfallort sind. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission lassen sich durch das eCall-System jährlich etwa 2.500 Menschenleben retten. Daher besteht seit dem 31. März 2018 eine eCall-Pflicht für Neuwagen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wie funktioniert eCall im Detail?
  3. eCall lässt sich auch manuell auslösen
  4. Die technische Ausstattung des eCall-Systems
  5. Mehr Sicherheit durch die eCall-Technologie
  6. Für welche Fahrzeuge ist eCall Pflicht?
  7. Lässt sich eCall deaktivieren?
  8. eCall und Datenschutz: Übermittlung von Daten nur im Notfall
  9. Verwandte Themen
  10. Weiterführende Links
  11. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Kommt es zu einem Unfall, verständigt eCall automatisch die Rettungsstelle, die auch über den genauen Standort des Fahrzeugs informiert wird.
  • Die wesentlichen Vorzüge der eCall-Technologie bestehen darin, dass sich mit ihr die Reaktionszeit der Rettungskräfte um bis zu 50 Prozent verringern lässt und dass das System EU-weit nutzbar ist.
  • Das Notrufsystem müssen Autohersteller in alle seit dem 31. März 2018 neu zugelassenen Automodelle integrieren.
  • Für Gebrauchtwagenhalter besteht keine Verpflichtung dazu, ihr Fahrzeug mit eCall oder einem ähnlichen System nachzurüsten.

Wie funktioniert eCall im Detail?

Wenn es zu einem schweren Unfall kommt, sendet eCall selbstständig einen Notruf an die europaweit einheitliche Rufnummer 112. Um eine Sprachverbindung aufbauen zu können, nutzt das System Mobilfunk und Satellitenortung. Zusätzlich dazu informiert eCall die Rettungskräfte über den exakten Standort des Fahrzeugs, indem es der Notrufzentrale verschiedene Datensätze – beispielsweise die Standortkoordinaten, die Fahrtrichtung und den Zeitpunkt – übermittelt.

Da das eCall-System an verschiedene Crash-Sensoren und an die Sicherheitstechnik des Kraftfahrzeugs gekoppelt ist, aktiviert es sich lediglich bei schwerwiegenden Unfällen. Bei leichten Auffahrunfällen oder Parkremplern schlägt der Ersthelfer dagegen keinen Alarm. Außerdem besteht in Ländern der Europäischen Union die Option, den Notruf zunächst an eine Notfall-Hotline des Autoherstellers abzusetzen.

eCall lässt sich auch manuell auslösen

Neben der automatischen Auslösung bietet eCall auch die Möglichkeit, manuell einen Notruf abzusetzen – beispielsweise bei einem Herzinfarkt. Dazu müssen Fahrer, Mitfahrer oder Unfallzeugen den im Fahrzeug integrierten SOS-Knopf drücken. Allerdings sollten Sie die Notruf-Taste nur im Falle eines medizinischen Notfalls aktivieren, nicht jedoch bei technischen Schwierigkeiten. In solch einer Situation können Sie sich an eine Pannenhilfe wenden oder den Pannenservice des Herstellers kontaktieren.

Die technische Ausstattung des eCall-Systems

Die vollumfängliche Funktionsfähigkeit des Notrufsystem ergibt sich aus einem Zusammenspiel verschiedener technischer Komponenten. Die nachfolgende Übersicht listet die wichtigsten Bestandteile und deren Funktion auf:

  • GPS-Empfänger: Das Global Positioning System übermittelt zum Unfallzeitpunkt die genaue Fahrzeugposition.
  • GSM-Antenne: Das Global System for Mobile Communications alarmiert die nächstgelegene Notrufzentrale.
  • Steuergerät mit fest verbauter SIM-Karte: Das elektronische Kontrollmodul meldet der Rettungsstelle im Notfall die Koordinaten des Standorts. Dies geschieht über eine Mobilfunk-Einheit.
  • Crash-Sensor: Die Sensoren erkennen die Art und Schwere des Unfalls.
  • Lautsprecher/Mikrofon: Diese Bauteile ermöglichen die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Notrufzentrale.
  • Notstromaggregat: Die Notstromversorgung liefert dem System die erforderliche Energie, wenn ein Unfall die Autobatterie beschädigt und funktionsuntüchtig gemacht hat.
  • Datenbank: Der Speicher umfasst sämtliche Rettungskarten und weitere Daten wie die Fahrgestellnummer (VIN) und die Art des Treibstoffs.

Mehr Sicherheit durch die eCall-Technologie

Als Hauptvorteil des eCall-Systems gilt die verbesserte Reaktionsgeschwindigkeit von Rettungskräften nach Verkehrsunfällen. Dank zeitnaher Informationen können schnellstmöglich Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden. Nach Schätzungen von Experten der EU-Kommission senkt das automatische Auslösen des Alarms die Reaktionszeit der Rettungskräfte in städtischen Gebieten um bis zu 40 Prozent. In ländlichen Gegenden verringert sie sich sogar um bis zu 50 Prozent.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass eCall in jedem EU-Land funktioniert. Die Grundvoraussetzung dafür ist das Vorhandensein einer europaweit einheitlichen Notfallnummer (112). Autohersteller wie Ford und Mercedes Benz haben zwar bereits vergleichbare Systeme entwickelt, diese sind jedoch weniger standardisiert als eCall.

Für welche Fahrzeuge ist eCall Pflicht?

Die EU-Verordnung 2015/758 verpflichtet Autohersteller seit dem 31. März 2018 dazu, alle neu genehmigten Fahrzeugmodelle mit einem zulässigen Gesamtgewicht von nicht mehr als 3,5 Tonnen mit eCall auszustatten. Für Besitzer von Gebrauchtwagen besteht dagegen keine Verpflichtung, das Fahrzeug mit dem Notrufsystem auszustatten. Wer seinen Wagen dennoch mit eCall nachrüsten lassen will, muss mit Einschränkungen leben. Bisher gibt es nämlich noch keine Nachrüstsysteme mit vollumfänglicher eCall-Funktionalität. Es ist jedoch möglich, Unfallmeldedienste (UMD) zu nutzen.

Lässt sich eCall deaktivieren?

Nein, das ist nicht vorgesehen und für Laien im Regelfall auch nicht möglich. Einerseits wird eCall oftmals ins Infotainment-System des Fahrzeugs integriert, verfügt also nicht über ein eigenes Steuergerät. Andererseits stellt das eCall-System bei aktuellen Modellen einen Bestandteil der Typzulassung dar. Falls das Notrufsystem entfernt wird, erlischt folglich auch die Betriebserlaubnis für den öffentlichen Straßenverkehr. Kommt es dann zu einem Unfall, kann es passieren, dass sich die Versicherung der Kostenübernahme verweigert.

eCall und Datenschutz: Übermittlung von Daten nur im Notfall

Verbraucher müssen nicht befürchten, dass eCall Bewegungsprofile erstellt. Die Nachverfolgung von Fahrzeugen ist ebenfalls nicht möglich. Schließlich wird das System den deutschen und europäischen Datenschutzstandards gerecht. Laut Aussagen der Europäischen Union handelt es sich bei eCall um ein sogenanntes „schlafendes System“. Das heißt, die verwendete SIM-Karte bucht sich erst dann ins Netz ein, um Informationen weiterzuleiten, wenn sich wirklich ein Unfall ereignet hat. Auch eine Weitergabe der Daten an Drittparteien – beispielsweise Versicherungen – ist ausgeschlossen. Darüber hinaus müssen Autofahrer der Datenübermittlung vor der ersten Nutzung des Systems ausdrücklich zustimmen.

Anders gestaltet sich die Lage unter Umständen bei Notfallassistenten. Hier müssen Fahrzeughalter einen Vertrag unterzeichnen. In manchen Fällen beinhaltet das Dokument eine Formulierung, wonach der Datenaustausch mit anderen Anbietern gestattet ist. Daher sollten Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen in solch einem Fall stets aufmerksam studieren.

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