Beim Autofahren ist nicht nur das Beschleunigen wichtig. Langsam fahren und stehenbleiben gehören ebenfalls dazu – sei es, wenn eine Ampel auf Rot springt, Fußgänger die Fahrbahn überqueren oder der Pkw am Berg geparkt werden soll. Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass die Bremsen einwandfrei funktionieren müssen, damit das Fahren sicher ist. Doch wie funktioniert eine Bremse eigentlich?

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. So funktioniert eine Bremse
  3. Wie ist eine Bremse aufgebaut?
  4. Welche Bestandteile hat eine PKW-Bremsanlage?
  5. Welche Pkw-Bremsanlagen gibt es?
  6. Scheibenbremse
  7. Trommelbremse
  8. Feststellbremse
  9. Versagen der Bremse: Zahlt die Kfz-Versicherung?
  10. Verwandte Themen
  11. Weiterführende Links

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Feststellbremse blockiert die Räder und garantiert den Stillstand des ruhenden Pkw.
  • Die Betriebsbremse verlangsamt oder stoppt das Fahrzeug im Fahrbetrieb. Das Bremspedal löst diesen Prozess aus. Die Betriebsbremse funktioniert durch hydraulische Unterstützung.
  • Das technische Versagen der Bremse ohne Fahrerfehler wird von der Kfz-Haftpflichtversicherung gedeckt.

So funktioniert eine Bremse

Indem der Fahrer das Bremspedal betätigt, überträgt sich Kraft. Dies geschieht meist hydraulisch. So entsteht Reibung am Rad, die es wiederum zum Stillstand bringt. Je schwerer der Pkw und je schneller er unterwegs ist, desto mehr Energie ist nötig, um die Geschwindigkeit zu drosseln.

Wie ist eine Bremse aufgebaut?

Neben der sogenannten Betriebsbremse gibt es die Feststellbremse. Sie hat dafür zu sorgen, dass der geparkte Pkw im Stillstand bleibt. Feststellbremsen arbeiten nicht hydraulisch, sondern elektronisch oder mit Seilzügen. Die Betriebsbremse befindet sich im Pkw zwischen Bremspedal und Rad. Die Hydraulik gestattet es, die Bremskraft zu verstärken.

Zur Betriebsbremse gehört eine Hilfsbremsanlage. Dabei muss es sich nicht um eine weitere Bremse handeln. Um das Bremsen auch bei einer Störung zu gewährleisten, muss die Bremsanlage aus zwei Bremskreisen bestehen, die sich auf die beiden Seiten des Autos verteilen. Wenn einer ausfällt, kann so gewährleistet werden, dass der andere Bremskreis das Auto zum Halten bringt. Eine Hilfsbremsanlage lässt sich auch in stufbarer Form über die Feststellbremse bereitstellen.

Welche Bestandteile hat eine PKW-Bremsanlage?

Neben dem Bremspedal gehören zu einer Bremsanlage im Pkw:

  • der Bremskraftverstärker
  • der Hauptbremszylinder
  • der Radbremszylinder
  • die Raddrehzahlsensoren
  • Leitungen und Schläuche
  • die Bremsscheibe
  • der Bremskraftminderer

Nicht mehr Teil der eigentlichen Bremse sind die Sicherheitssysteme ABS und ASR. Sie haben aber ihren Anteil daran, dass das Bremsen sicher abläuft, weil sie die Bremskraft regulieren. Das Antiblockiersystem (ABS) verhindert, dass die Räder beim Bremsen blockieren. Die Antischlupfregelung (ASR) bremst ein durchdrehendes Rad ab und sorgt so dafür, dass der Pkw auf schwierigem Grund nicht ins Rutschen gerät.

Welche Pkw-Bremsanlagen gibt es?

Es gibt drei Arten von Pkw-Bremsanlagen:

  • Scheibenbremsen
  • Trommelbremsen
  • Feststellbremsen

Scheibenbremse

Bei der Scheibenbremse wirkt die Kraft vom Bremspedal auf den Bremssattel, in dem sich Bremskolben und Bremsbeläge befinden. Die Bremsflüssigkeit bewegt mittels dafür vorgesehener Leitungen den oder die Bremskolben. Der Bremskolben drückt so die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe. Die Bremsscheibe rotiert je nach Geschwindigkeit des Pkw. Die Reibung zwischen Bremsscheibe und Bremsbelägen wandelt die Bewegungsenergie in Wärme um, sodass der Pkw langsamer wird und anhält.

Die Scheibenbremse hat einen höheren Wirkungsgrad als die Trommelbremse. Sie lässt sich besser dosieren, besser kühlen und sie ist einfacher zu warten. Deshalb wird sie außer in Kleinwagen in Pkws häufiger verbaut als die Trommelbremse. Allerdings arbeitet sie nicht selbstverstärkend und sie ist empfindlicher für Schmutz als die Trommelbremse.

Trommelbremse

Die Trommelbremse hat ihren Namen von der sich drehenden Radtrommel auf der Radnabe. Nachdem der Fahrer das Bremspedal betätigt hat, entsteht Reibung mit den Bremsbelägen an den Bremsbacken, durch die das Auto langsamer wird und schließlich anhält. Die Trommel ist in der Lage, die Teile der Bremse besser vor Wasser und Schmutz zu schützen als die Scheibenbremse. Es ist möglich, dass eine Trommelbremse die Bremskraft durch ihre Konstruktion erheblich verstärkt. Sie kommt in Kleinwagen und in Geländewagen zum Einsatz.

Feststellbremse

Die Feststellbremse – auch Handbremse genannt – wirkt mechanisch, und zwar oft nur auf die Räder einer Achse. Sie soll sicherstellen, dass der Pkw nicht wegrollt. Der Fahrer betätigt sie im Normalfall per Hand über die Handbremse zwischen den Vordersitzen. Im Gegensatz zur Betriebsbremse lässt sich die Feststellbremse nicht stufenlos regeln.

Neben Systemen mit Seilzug setzen sich derzeit elektronisch angetriebene Handbremsen durch. Sie lassen sich bei Stillstand aktivieren und sie haben keinen Seilzug, der bei starkem Frost einfrieren kann. Unabhängig von der Arbeitsweise der Feststellbremse sollte der Fahrer beim Parken am Hang einen Gang einlegen und die Vorderräder eindrehen.

Versagen der Bremse: Zahlt die Kfz-Versicherung?

Ein Auto kann auch dann einen Unfall verursachen, wenn der Fahrer keinen Fehler macht. Bremsversagen ist in der sogenannten Gefährdungshaftung Teil der Haftpflichtversicherung für Kfz. Dies umfasst nicht nur die Gefahren durch eigenes Verschulden wie Fahrfehler, sondern ebenfalls die Betriebsgefahr, die von technischen Defekten ausgehen kann. Diese gelten – im Gegensatz zu Hochwasser oder Sturm – nicht als höhere Gewalt und können deshalb nicht automatisch von der Haftung ausgeschlossen werden.