Vandalismus am Auto: Vorgehen und Versicherungsschutz

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Vandalismus am Auto ist nichts Neues und leider, gerade in den Großstädten, auch keine Seltenheit. Der Schaden kann sich im Bereich von einigen Euro für einen neuen Spiegel bis hin zu vierstelligen Summen bewegen. Die Frage, die sich viele Autohalter stellen, ist, wie sie gegen Vandalismus abgesichert sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vandalismusschäden sind bei Glas und Brand durch die Teilkasko, in allen anderen Fällen nur durch die Vollkaskoversicherung gedeckt.
  • Wer nur über eine Kfz-Haftpflicht verfügt, muss alle Kosten selbst tragen.
  • Die Strafanzeige bei der Polizei ist wesentlicher Bestandteil der Schadensanzeige beim Versicherer.

Vandalismus – was fällt darunter?

Vandalismus am Auto unterscheidet sich in keiner Weise von Vandalismus in der Wohnung nach einem Einbruch oder Vandalismus im Park mit herausgerissenen Papierkörben. Es geht um die reine Zerstörungswut. Die üblichen Fälle von Vandalismus am Auto sind

  • Abgebrochene Außenspiegel
  • Abgerissene Antennen
  • Eingeschlagene Scheinwerfer und Lampen
  • Zerstochene Reifen
  • Eingeschlagene Scheiben
  • Zerkratzter Lack
  • Graffiti
  • Auslösen der Airbags durch Schläge gegen die Fahrzeugfront
  • Einfüllen von Fremdsubstanzen in den Tank
  • Anzünden des Autos

Wann zahlt die Versicherung?

Voraussetzung für eine mögliche Leistung durch die Versicherung ist, dass der Fahrzeughalter nicht nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. War dies der Fall, bleibt er auf allen Kosten sitzen. Dies geht soweit, dass er auch dafür aufkommen muss, wenn das zerstörte Fahrzeug abtransportiert werden, und im Fall eines Totalschadens nach einem Brand, entsorgt werden muss. Dies gilt auch, wenn Öl oder Benzin austraten und der Boden kontaminiert wurde.

In zwei Fällen bietet bereits die Kfz-Teilkaskoversicherung eine gewisse Entlastung. Diese Police kommt für Glasschäden am Auto auf. Dabei spielt es keine Rolle, welche Schadensursache zugrunde liegt. Glasschäden werden für Scheiben und Scheinwerfer reguliert. Üblicherweise trägt der Versicherungsnehmer jedoch eine Selbstbeteiligung.

Die Teilkaskoversicherung übernimmt auch die Schäden durch Brand. Wurde das Auto angezündet oder durch offenes Feuer beschädigt, kann der Versicherungsnehmer dies als Versicherungsfall melden.

In allen anderen Fällen besteht nur über die Kfz-Vollkasko ein entsprechender Schutz. Gerade bei Lackschäden oder einem ausgelösten Airbag kann sich der Schaden leicht auf einen vierstelligen Betrag summieren. Lackierarbeiten und Airbags sind teuer.

In einem Fall halten sich die Versicherer mit einer Schadensersatzleistung jedoch gerne bedeckt. Die Rede ist von zerstochenen Reifen. In diesem Fall vermuten die Autoversicherer häufiger einen Versicherungsbetrug. Der Fahrzeughalter wolle sich auf diese Weise abgefahrene Reifen durch neue ersetzen lassen, argwöhnen sie.

Wie kann man Vandalismusschäden vorbeugen?

Die Antwort auf diese Frage hängt hauptsächlich von der Wohnsituation des Fahrzeughalters ab. Wer keine Garage und keinen abgeschlossenen Stellplatz hat, muss mit einem Parkplatz auf der Straße vorliebnehmen. Zumindest kann er, sofern noch nicht vorhanden, ein abschließbares Tankschloss einbauen, um Fremdkörper im Tank zu vermeiden.

Sind Demonstrationen angekündigt, kann es sinnvoll sein, das Auto für die Dauer andernorts zu parken. Wer über eine Garage verfügt, ist gut beraten, diese generell zu nutzen und den Wagen nicht aus Bequemlichkeit davor zu parken.

Was tun nach einem Vandalismusschaden?

Der erste Schritt lautet, sofort die Polizei zu verständigen und den Schaden zu dokumentieren. Kommt keine Streife vor Ort, muss der Geschädigte auf dem Revier eine Anzeige aufgeben. Ist der Täter bekannt, erfolgt die Anzeige direkt gegen ihn, andernfalls handelt es sich, wie in den meisten Fällen, um eine Anzeige gegen Unbekannt.

Als Zweites muss er zeitnah seinen Versicherer verständigen. Dem Schadensformular muss er die Unterlagen der Polizei beifügen. Unter Umständen beauftragt die Versicherung einen Gutachter, um den Schaden zu dokumentieren. Die Versicherungsgesellschaft wird ihrem geschädigten Versicherungsnehmer dann mitteilen, wie er weiter verfahren muss. Sieht der Vertrag eine Werkstattbindung vor, wird diese Werkstatt beauftragt. Das Positive daran ist, dass die Werkstattbindung meist auch die Abholung des beschädigten Wagens und ein Ersatzfahrzeug vorsieht.