Urlaub mit dem Auto: So kommen Sie sicher ans Ziel

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Für einen Urlaub mit Auto sprechen gleich mehrere Argumente. Zum einen bietet ein Pkw ausreichend Platz für das Gepäck, was ein großer Vorteil gegenüber Flug- und Bahnreisen ist. Zum anderen sind Sie mit einem Auto am Urlaubsort mobil und flexibel. Allerdings sind für eine solche Reise einige Vorbereitungen zu treffen. Worauf Sie insbesondere achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Mallorca-Police (nur für Mietwagen relevant) oder einem Kfz-Schutzbrief erweitern Sie Ihren Versicherungsschutz auf Reisen.
  • Falls Ihnen im Urlaub mit dem Auto ein Unfall passiert, sollten Sie sowohl einen Europäischen Unfallbericht als auch Ihre Grüne Karte griffbereit haben.
  • Informieren Sie sich vor Reiseantritt über die geltenden Geschwindigkeits- und Promillegrenzen, da im Ausland oft andere Vorschriften gelten.
  • In einigen Ländern müssen Sie eine Maut für die Nutzung bestimmter Straßen entrichten.

Vor dem Urlaub gegebenenfalls eine Mallorca-Police abschließen

Eine sogenannte Mallorca-Police ist für alle Reisenden relevant, die während ihres Urlaubs im europäischen Ausland einen Mietwagen fahren. Dabei handelt es sich um eine Ergänzung der Kfz-Haftpflichtversicherung, die die im Ausland mitunter niedrigeren Deckungssummen für Sach- und Personenschäden auf das deutsche Niveau anhebt. Für gewöhnlich lässt sich eine Mallorca-Police zur vorhandenen Kfz-Haftpflichtversicherung hinzuwählen. Es ist aber auch möglich, sie bei einem anderen Anbieter abzuschließen. In manchen Tarifen ist die Mallorca-Police schon enthalten.

Allerdings ist dieser Zusatzschutz nicht in jedem Fall notwendig. In einigen Ländern der Europäischen Union wie Belgien oder Finnland fallen die Mindestdeckungssummen für Sach- und Personenschäden ähnlich hoch aus wie in der Bundesrepublik. Lohnenswert ist eine Mallorca-Police vor allem in osteuropäischen Ländern oder in Italien.

Der Kfz-Schutzbrief und Alternativen bei Pannen

Mit den von vielen Versicherungsgesellschaften angebotenen Kfz-Schutzbriefen erhalten Reisende Unterstützung bei Unfällen und Pannen sowie bei einem Diebstahl des Fahrzeugs. Das Leistungsspektrum umfasst neben der Pannenhilfe auch das Abschleppen sowie die Bergung des Wagens. Weitere typische Leistungen sind der Ersatzteileversand oder die Übernahme der Kosten für die Weiter- oder Rückfahrt beziehungsweise einen Mietwagen. Allerdings bestehen bezüglich des Leistungsumfangs beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gesellschaften. Für gewöhnlich bezieht sich die Serviceversicherung jedoch auf ein bestimmtes Fahrzeug. Während manche Tarife bereits einen Schutzbrief enthalten, ist es bei anderen Versicherern notwendig, eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Geht Ihr Urlaub mit dem Auto ins Ausland, sollten Sie sich vorher darüber informieren, in welchen Ländern der Autoschutzbrief gilt. Häufig deckt ein Kfz-Schutzbrief zumindest die europäischen Länder ab. Ebenso wichtig ist die Dauer des Leistungsumfangs, meistens ist er auf 42 aufeinanderfolgende Tage beschränkt. Manche Versicherer bieten auch eine Deckung für 90 Tage an, und sehr selten sind Kfz-Schutzbriefe mit unbegrenzter Leistungsdauer.

Eine Alternative zu den Schutzbriefen der Versicherungsgesellschaften ist die Mitgliedschaft in einem Automobilclub. Sie bieten meistens einen größeren Leistungsumfang. Außerdem profitieren Sie davon, dass sich der Versicherungsschutz auf sämtliche Fahrzeuge und alle Familienmitglieder erstreckt. Allerdings müssen Sie dafür auch mit etwas höheren Preisen rechnen.

Den Europäischen Unfallbericht stets griffbereit haben

Wer im Urlaub mit dem Auto einen Unfall hat, muss den Hergang für die Versicherung festhalten. Im Ausland erschweren Sprachbarrieren jedoch häufig die korrekte Unfallaufnahme. Abhilfe schaffen können Sie mit einem Europäischen Unfallbericht. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Formular, das in mehreren Sprachen zur Verfügung steht und die Schadensabwicklung erleichtert. Da sich der Europäische Unfallbericht aus Textbausteinen zusammensetzt, kann sich jede am Unfall beteiligte Person das Formular in ihrer Muttersprache durchlesen. Daher empfiehlt es sich, einen (besser noch zwei) Berichte im Auto zu verwahren – beispielsweise im Handschuhfach.

Wann benötige ich eine Grüne Karte?

Die Grüne Karte (auch als Grüne Versicherungskarte bezeichnet) dient im europäischen Raum und in einigen Anrainerstaaten des Mittelmeers als Nachweis einer vorhandenen Kfz-Haftpflichtversicherung. Innerhalb der Europäischen Union sowie in der Schweiz, Norwegen, Kroatien, Island, Liechtenstein und Andorra sind Autofahrer nicht verpflichtet, die Karte mitzuführen. Trotzdem empfiehlt es sich, sie mitzunehmen. Das Dokument enthält nämlich alle versicherungsrelevanten Daten. Es gibt jedoch auch Länder, in denen das Mitführen der Grünen Karte gesetzlich vorgeschrieben ist. Dazu gehören:

  • Balkanstaaten ohne Kosovo
  • Moldawien
  • Russland
  • Türkei
  • Ukraine
  • Weißrussland
  • Iran
  • Israel
  • Marokko
  • Tunesien

Die erste Grüne Karte erhalten Sie von Ihrer Versicherungsgesellschaft nach der Vertragsunterzeichnung. Allerdings ist sie nur begrenzt gültig, meist nur für drei Jahre. Falls Sie vor dem Urlaub mit dem Auto eine neue Grüne Versicherungskarte benötigen, sollten Sie sich an Ihren Versicherer wenden. Für gewöhnlich erhalten Sie das Dokument innerhalb weniger Tage.

Die länderspezifischen Tempolimits und Promillegrenzen

Im Ausland gelten oft andere Verkehrsregeln und Vorschriften als in Deutschland. Besonders wichtig sind dabei die Geschwindigkeitsbeschränkungen. Im europäischen Ausland gibt es nämlich keine Streckenabschnitte ohne Tempolimit. In den meisten Ländern Europas dürfen Sie auf Autobahnen maximal 130 Stundenkilometer fahren. Beispiele dafür sind Dänemark, Frankreich, Österreich, Italien und Ungarn. Es gibt jedoch auch einige Staaten, die andere Geschwindigkeitsgrenzen festgelegt haben:

  • 100 Stundenkilometer: Norwegen
  • 112 Stundenkilometer: Großbritannien
  • 120 Stundenkilometer: unter anderem Schweden, Irland, Niederlande, Spanien, Portugal
  • 140 Stundenkilometer: Polen

Die Alkoholgrenze liegt in den meisten Ländern wie in der Bundesrepublik bei 0,5 Promille. Lediglich in Schweden und Polen (0,2 Promille) sowie in Tschechien und Ungarn (0,0 Promille) gelten strengere Regeln. In Großbritannien fällt die Grenze mit 0,8 Promille dagegen etwas großzügiger aus.

Maut und Vignettenpflicht beachten

Wenn Sie Urlaub mit dem Auto machen, müssen Sie in zahlreichen Ländern für die Nutzung bestimmter Straßen (meist Autobahnen und Schnellstraßen), Tunnel und Brücken Maut entrichten. Allerdings existieren unterschiedliche Systeme. Beispielsweise nutzen die Schweiz und Österreich Vignetten mit begrenzter Gültigkeitsdauer, während etwa Frankreich und Italien ein streckenbezogenes Abrechnungssystem eingeführt haben.