Die Wintersünden der Autofahrer

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Das Lästige am Winter ist für Autofahrer, dass die Abfahrt oft mit Mehraufwand verbunden ist. Nicht jeder Kfz-Besitzer hat das Glück, sein Auto in der Garage abstellen zu können. Eis auf den Scheiben und Schnee auf dem Dach verzögert die Abfahrt. Gerne wird hier aus Zeitgründen vor der Fahrt an den Arbeitsplatz einmal großzügig über manches Defizit hinweggeschaut. Es ist bekannt, dass man die Scheiben komplett vom Eis befreien muss. Weniger bekannt ist, dass ein nur oberflächlich gereinigtes Auto richtig teuer werden kann. Und an dieser Stelle kommt die Frage: Was kosten diese „Kleinigkeiten“, wenn ich erwischt werde?

Das Wichtigste in Kürze

  • Fehlverhalten bei winterlichen Witterungsbedingungen wird mit Bußgeldern belegt.
  • Motor warm laufen lassen oder nur ein Guckloch in das Eis auf der Fensterscheibe kratzen, führt zu Bußgeldern.
  • Falsche Bereifung führt neben einem Bußgeld auch zu einem Punkt in Flensburg.
  • Verschmutzte Scheinwerfer sind nicht nur gefährlich, sie bedeuten auch eine Geldstrafe.

Die Bußgelder für die „Wintervergehen“

Es ist erst November und eigentlich sollten die Winterreifen montiert sein, aber die Werkstatt hat noch keine Zeit. Um so ärgerlicher ist es, wenn der erste Bodenfrost aufgekommen ist. Wer dann mit Sommerreifen erwischt wird, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Behindert er auch noch andere Verkehrsteilnehmer, erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro. Bei einer Gefährdung bittet ihn das Ordnungsamt mit 100 Euro zur Kasse, bei einer Beschädigung mit 120 Euro.

Der erste Nachtfrost führt zu Eis auf der Scheibe. Während des Kratzens kann man ja schon einmal den Motor warm laufen lassen. Das Bußgeld dafür beläuft sich auf zehn Euro. Nicht vollständig freigekratzte Scheiben werden ebenfalls mit einem Betrag zwischen zehn Euro und 35 Euro bedacht.

Wem auf der Autobahn schon einmal der Schnee vom Dach des Vordermanns entgegengeflogen kam, weiß, dass diese Situation äußerst kritisch werden kann. Der Gesetzgeber sieht dies genauso, und belegt Schnee auf dem Dach während der Fahrt mit einer Strafe von 25 Euro.

Günstiger ist es, wenn das Kennzeichen nicht vom Schnee gesäubert wurde. Das Bußgeld dafür beträgt nur fünf Euro.

Beleuchtung muss funktionieren

Sehen und gesehen werden – dies gilt gerade im Winter bei schlechten Straßenbedingungen. Verschmutzte Scheinwerfer, auch bei eingeschaltetem Licht, können ein Bußgeld nach sich ziehen. Liegt nur eine Verschmutzung vor, ahndet das Ordnungsamt dieses mit 20 Euro. Resultiert aus der Verschmutzung eine Gefährdung, berechnet es 25 Euro, bei einer Schädigung eines Dritten 30 Euro.

Es spielt auch eine Rolle, ob das Abblendlicht überhaupt eingeschaltet war. Ist die Sicht durch Schneefall beeinträchtigt und das Licht bleibt aus, kostet dies in einer geschlossenen Ortschaft 25 Euro. Kommt der gleiche Tatbestand außerhalb einer geschlossenen Ortschaft zum Tragen, fallen 60 Euro an. Darüber hinaus erfolgt ein Eintrag von einem Punkt in Flensburg.

Führt das ausgeschaltete Licht bei Schneefall in einer geschlossenen Ortschaft zu einer Sachbeschädigung, erhöht sich das Bußgeld für Fahren ohne Licht auf 35 Euro.

Kommt es bei dieser Wetterlage außerhalb einer geschlossenen Ortschaft zu einer Gefährdung Dritter, fallen 75 Euro an, bei Sachbeschädigung kostet es 90 Euro. In beiden Fällen erhält der Fahrer auch einen Punkt in Flensburg.

Es zeigt sich, dass der Gesetzgeber deutlich härter durchgreift als noch vor 30 Jahren. Damals standen die Autos mit laufendem Motor in Reihe, während die Fahrer ein Eisloch auf den Scheiben frei kratzten. Heute kann es teuer werden, wenn die Ordnungshüter kleine Unachtsamkeiten wie Schnee auf dem Dach oder teilvereiste Scheiben bei einem fahrenden Auto ausmachen.