Auto privat verkaufen: Was sollten Verkäufer beachten?

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Sein Auto privat zu verkaufen ist einer der häufigsten Wege, sich von dem Fahrzeug zu trennen. Diese Option ist vor allem dann gegeben, wenn der Wagen nicht beim Händler in Zahlung gegeben wird. Was sollte man beachten, um späteren Streit mit dem Käufer zu vermeiden und wie kann man den besten Preis erzielen? In diesem Ratgeber geben wir ein paar Tipps, um das Auto erfolgreich privat verkaufen zu können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Internetplattformen bieten den bequemsten Weg, sein Auto privat zu verkaufen.
  • Die Anzeige muss alle relevanten Daten enthalten, um aussagefähig zu sein.
  • Eine professionelle Fahrzeugreinigung erhöht den Kaufpreis.
  • Die Übergabe der Papiere und des Wagens sollte grundsätzlich erst nach Zahlung des vollständigen Kaufpreises erfolgen.

Zeitung, Internet oder Zettel im Fenster?

Zugegeben, der Automarkt in den Tageszeitungen ist genauso geschrumpft wie der Immobilienmarkt. Das Internet hat die Aufgabe der Veröffentlichung von Kleinanzeigen übernommen. Damit sind aber auch die Anforderungen an den Verkäufer gestiegen. Eine Anzeige im Web ohne aussagekräftige Fotos hat keine Chance.

Hier liegt der Vorteil beim „Zu verkaufen“-Zettel am Auto mit der Telefonnummer. Potenzielle Interessenten sehen sofort, was sie erwartet. Bevor jedoch die Anzeige geschaltet oder ein Zettel am Seitenfenster angebracht wird, gilt es, einige Schritte zu unternehmen.

Optisch das Beste herausholen

Der Preis für das Auto fällt um so höher aus, je gepflegter der Wagen dasteht. Manchmal ist es schon mit einer Fahrt durch die Waschstraße getan, manchmal lohnt sich die Investition in eine professionelle Autoreinigung. Diese schließt auch den Innenraum ein.

Losgelöst von dem Erscheinungsbild sollten auch kleinere Mängel behoben werden. Ein Fahrzeug mit neuem TÜV wird von möglichen Käufern einem Wagen, der in einem Vierteljahr vorfahren muss, vermutlich vorgezogen. Auch diese Investition kann sich in Bezug auf den Verkaufspreis lohnen.

Wie erfahre ich den möglichen Verkaufspreis?

Der erste Weg, sich zu informieren, führt auf eine Verkaufsplattform für Gebrauchtfahrzeuge. Dort lassen sich in Bezug auf Baujahr, Laufleistung und Ausstattung erste Anhaltspunkte zum Marktpreis finden.

Eine andere Alternative bot früher die Schwacke-Liste. Dabei handelte es sich um ein Verzeichnis der einzelnen Fahrzeugtypen mit dem Zeitwert. Schwacke ist heute Privatkunden nur noch im Rahmen einer kostenpflichtigen Onlinebewertung zugänglich. Uneingeschränkten Zugang haben nur noch professionelle Kfz-Werkstätten und Gutachter.

Eine Schwacke-Bewertung durch eine Werkstatt dürfte gegenüber einem Gutachten die günstigere Lösung sein. Bei besonders exklusiven Autos bietet ein Gutachten jedoch die beste Sicherheit, den Preis festzulegen.

Das Online-Inserat

Je ausführlicher die Anzeige im Internet gestaltet ist, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, Autokäufer anzusprechen. Der Text sollte auf jeden Fall die Punkte

  • Erstzulassung
  • Anzahl Vorbesitzer
  • Laufleistung
  • Serienausstattung
  • Sonderausstattungselemente
  • Scheckheftgepflegt ja / nein
  • Nächster HU-Termin
  • Kürzlich ausgetauschte Verschleißteile, beispielsweise Bremsen

enthalten. Eventuelle Mängel und Vorschäden müssen aber ebenfalls aufgeführt werden.

Probefahrt und Verkauf

Es haben sich Interessenten für das Auto angemeldet. Eine Probefahrt steht an. Der Verkäufer muss sich auf jeden Fall den Führerschein des möglichen Käufers zeigen lassen. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, den potenziellen Käufer bei der Probefahrt zu begleiten. Mehr als einmal wurden „Käufer“ und Auto nicht mehr gesehen.

Kommt es zu einer Einigung, wird der Kaufvertrag aufgesetzt. Dieser ist im Zeitschriftenhandel erhältlich. Er verfügt über Durchschriften für die Versicherung des bisherigen Eigentümers und für die Zulassungsstelle.

War das Fahrzeug noch nicht abgemeldet, ist es sinnvoll, im Kaufvertrag eine möglichst kurze Frist für die Ummeldung einzutragen. Andernfalls riskiert der Verkäufer, dass er noch für Schäden haftbar gemacht wird, die der Käufer verursacht. Wer ganz sicher gehen will, meldet das Fahrzeug bereits vor dem Verkauf ab. Damit ist eine Nachhaftung, auch für nicht gezahlte Steuern durch den Käufer, ausgeschlossen. Für die Probefahrt sind dann allerdings zeitlich befristete Kennzeichen notwendig.

Im Kaufvertrag sind im Grunde alle Angaben zu wiederholen, die bereits in einer Online-Anzeige gemacht wurde. Es sind auch alle Mängel aufzuführen. Ganz wichtig ist, dass der Vertrag eine Klausel zum Haftungsausschluss für den Verkäufer enthält.

Die Fahrzeugübergabe

Der Käufer sollte niemals Ratenzahlungen oder einen Scheck akzeptieren. Die Übergabe des Wagens zusammen mit allen Schlüsseln, Zulassungsbescheinigungen I und II, TÜV-Bericht und Scheckheft erfolgt immer erst, nachdem der gesamte Kaufpreis in bar übergeben wurde. Dies ist die einzige Möglichkeit, sich vor einem Betrug zu schützen.