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Auto mit Farbe besprüht – welche Versicherung zahlt jetzt?

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Vandalismusschäden häufen sich bei den Autoversicherern. Die Frage der Fahrzeughalter lautet häufig, welche Versicherung dafür aufkommt, gerade, wenn das Auto mit Farbe besprüht wurde. Schäden durch Farbsprühereien waren nicht immer in den Versicherungsschutz eingebunden. Wir wollen in diesem Beitrag erläutern, welche Versicherung für welche Schäden bei Vandalismus aufkommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Ausnahme von Glasschäden sind Vandalismusschäden am Auto nur durch die Vollkaskoversicherung gedeckt.
  • Glasschäden werden generell durch die Teilkaskoversicherung reguliert.
  • Zerstochene Reifen werden aufgrund Betrugsverdachtes nicht von allen Versicherern ersetzt.
  • Wurde das Auto mit Farbe besprüht, kann ein Autoaufbereiter die kostengünstigere Alternative zu einer Lackiererei darstellen.

Die klassischen Vandalismusschäden

Die Schäden durch Vandalismus sind immer dieselben. Abgebrochene Rückspiegel, zerkratzter oder mit Farbe besprühter Lack, eingeschlagene Scheinwerfer oder Fenster, zerstochene Reifen und zur Entfaltung gebrachte Airbags durch Tritte gegen den Kühler. Für die Fahrzeughalter ist es grundsätzlich ein massives Ärgernis.

Welche Police leistet?

Die einzige Versicherung, die in Deutschland für ein Auto vorgeschrieben ist, ist die Haftpflichtversicherung. Und ausgerechnet die Haftpflichtversicherung ist bei Vandalismusschäden der falsche Ansprechpartner. Dieser Vertrag tritt nur ein, wenn der Fahrzeughalter einen Dritten geschädigt hat, nicht wenn er selbst Opfer wurde. Wer nur über eine Haftpflichtversicherung verfügt, muss grundsätzlich für Vandalismusschäden am eigenen Auto selbst aufkommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er den Verursacher ausfindig machen kann, fällt verschwindend gering aus.

Viele Autofahrer verfügen über eine Teilkaskoversicherung. Diese greift, wenn der Schaden im weiteren Sinn durch höhere Gewalt hervorgerufen wurde. Die Teilkasko deckt unter anderem Schäden durch

War Glasbruch die Folge von Vandalismus, übernimmt die Teilkasko die Schadensregulierung in vollem Umfang. Allerdings wird die Leistungssumme um eine eventuelle Selbstbeteiligung gekürzt. Wurde das Auto mit Farbe besprüht, besteht allerdings kein Versicherungsschutz.

Die Vollkaskoversicherung – Sicherheit für alle Fälle

Der einzige Baustein im Rahmen der Autoversicherung, der für die Regulierung aller Vandalismusschäden aufkommt, ist die Vollkaskoversicherung. Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung. Zerstochene Reifen sind bei vielen Versicherern ausgeschlossen. Hintergrund ist, dass es immer wieder Fälle gab, in denen sich die Autohalter zu Lasten der Versicherung einen neuen Satz Reifen bezahlen lassen wollten.

Wurde das Auto mit Farbe besprüht, gab es aber auch in der Vollkaskoversicherung in der Vergangenheit die eine oder andere Diskussion. Die Versicherungsbedingungen sahen einen Leistungsanspruch nur vor, wenn die Einwirkung mechanischer Natur war, ein Umstand, der bei Farbe häufig infrage gestellt wurde. Allerdings ist dieses Thema erfreulicherweise bei fast allen Vertragsarten inzwischen vom Tisch.

Autofahrern, denen es wichtig ist, auch bei einem Vandalismusschaden Versicherungsschutz zu erhalten, sollten folglich eine Vollkaskoversicherung in den Vertrag einbeziehen.

Was tun bei einem Vandalismusschaden?

Der Fahrzeughalter sollte unverzüglich die Polizei informieren. Wichtig sind die Angaben, wo das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Beschädigung stand und welche Schäden verursacht wurden. Eine Dokumentation der Schäden durch Fotos (beispielsweise mit dem Smartphone aufgenommen) ist völlig ausreichend und untermauert die Angaben. Im nächsten Schritt erfolgt bei der Polizei die Anzeige gegen Unbekannt.

Sind die Unterlagen durch die Polizei vollständig, muss der Versicherungsnehmer den Schaden unter Angabe des polizeilichen Aktenzeichens seiner Versicherung melden. Dies geschieht heute in der Regel telefonisch oder per Onlineschadensformular.

Vandalismusschäden werden mit Geldstrafen oder Haft bis zu drei Jahren geahndet. Handelt es sich um Brandstiftung, muss der Täter mit bis zu zehn Jahren Gefängnis rechnen.

Zwei Tipps bei Vandalismusschäden

  1. Wurde das Auto mit Farbe besprüht und es besteht keine Vollkaskoversicherung, kann unter Umständen ein Autoaufbereiter helfen. Dessen Arbeit fällt häufig kostengünstiger aus als die Arbeit einer Lackiererei. Diese schleift häufig die betroffenen Teile komplett ab und lackiert von Grund auf neu.
  2. Steuerlich sind Kosten für Vandalismusschäden nur dann absetzbar, wenn es sich um ein gewerblich genutztes Fahrzeug handelt. Allerdings greift die Absetzbarkeit auch, wenn der Geschädigte das Privatfahrzeug für eine Dienstreise nutzte.