Typklassen 2027: Kfz-Versicherung bis zu 25 Prozent teurer
Stand: 30.09.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Die neuen Typklassen, die der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute veröffentlicht hat, verteuern die Vollkaskoversicherung für einen Jeep Wrangler 2.0 im Schnitt um 25 Prozent. Fahrer einer anderen Variante des Wranglers zahlen im nächsten Jahr hingegen 19 Prozent weniger für den Rundumschutz. Das zeigt der Kfz-Versicherungsindex von Verivox.
Gleiche Modellreihe, unterschiedliche Einstufung
Fahrer eines Jeep Wrangler 2.0 müssen im nächsten Jahr mit einer um 25 Prozent teureren Vollkaskoversicherung rechnen. Für diesen Preissprung sind die neuen Typklassen verantwortlich, die der GDV heute veröffentlicht hat. Der Geländewagen steigt im kommenden Jahr um sechs Klassen. Wie nah Freud und Leid bei den Neueinstufungen beieinanderliegen, zeigt sich am Beispiel eines Vorgängermodells. Die Vollkasko für einen Jeep Wrangler 3.6 sinkt 2027 um sechs Typklassen und wird so um durchschnittlich 19 Prozent günstiger.
"Der GDV bestimmt die Typklassen für jede Variante einer Baureihe auf Basis der jeweiligen Schadensbilanzen", erklärt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. "So kann es passieren, dass Fahrzeuge der gleichen Modellreihe in verschiedene Typklassen eingestuft sind und die Kosten für die Versicherung unterschiedlich ausfallen."
Auch für Fahrer eines Mini Cooper C 1.5 wird die Vollkasko-Versicherung günstiger. Der Kleinwagen sinkt in der Vollkasko- um fünf und in der Haftpflichtversicherung um zwei Typklassen, die Versicherungskosten reduzieren sich dadurch im Schnitt um 21 Prozent. Da die Haftpflicht immer inkludiert ist, profitieren Versicherte mit Rundumschutz von beiden Umstufungen. Für einen Dacia Duster 1.2 wird die Vollkaskoprämie im Schnitt 16 Prozent günstiger. Das Modell wird um eine Haftpflicht- und um vier Vollkasko-Klassen nach unten gestuft.
15 Prozent weniger für einen BMW 330 CI
Von einer günstigeren Haftpflicht-Einstufung profitieren auch Fahrer eines BMW 330 CI. Das Coupé sinkt um vier Klassen in der Haftpflichtversicherung und eine weitere in der Vollkasko. Die Versicherungskosten werden so um 15 Prozent günstiger. Die Fahrer eines Mercedes-Benz CLA 180 zahlen wegen einer Herabstufung um sechs Klassen in der Haftpflicht und einer Zunahme um eine Vollkasko-Klasse im Schnitt 10 Prozent weniger.
Die Typklassen sind ein wichtiger Einflussfaktor bei der Berechnung der Versicherungsprämie und können den Beitrag für das kommende Jahr erhöhen oder senken. Im Schnitt steigt der Beitrag für die Vollkaskoversicherung mit jeder Typklasse um je vier Prozent.
Anders als in den letzten Jahren müssen Versicherungsnehmer für das kommende Jahr nicht grundsätzlich mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen. "Die starken Preiserhöhungen sind vorerst vorbei und die meisten Versicherer sind zurück in der Gewinnzone", sagt Aljoscha Ziller. "Wer dennoch eine Preiserhöhung erhält – etwa wegen höherer Typklassen – kann durch einen Vergleich und Wechsel sparen." Die Differenz zwischen günstigen Tarifen und Angeboten aus dem mittleren Preissegment liegt über alle Versicherungsarten hinweg aktuell bei 33 Prozent.
Methodik
Verivox berechnet den Kfz-Versicherungsindex gemeinsam mit dem Statistik-Experten Professor Dr. Wolfgang Bischof von der Technischen Hochschule Augsburg. Das statistische Modell bildet den Einfluss der Typklassen auf den Preis der Vollkasko- inklusive Haftpflichtversicherung unabhängig von anderen Tarifierungsmerkmalen ab.