Kfz-Versicherung: So senken Autofahrer ihre Beiträge sofort um bis zu 42 Prozent
Stand: 02.12.2025
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Für viele Autofahrer steigen erneut die Beiträge für die Kfz-Versicherung. Wer kleine Anpassungen vornimmt, senkt seine Prämie mit wenig Aufwand sofort um bis zu 42 Prozent – auch ohne Anbieterwechsel. Aktuelle Verivox-Modellrechnungen zeigen, wo sich der Feinschliff im Vertrag am meisten lohnt.
Selbstbeteiligung ist größter Hebel für Sofortersparnis
Mit drei einfachen Anpassungen im Vertrag lässt sich die Jahresprämie um bis zu 42 Prozent senken: durch eine Selbstbeteiligung (300 Euro Vollkasko/150 Euro Teilkasko), eine jährliche Zahlweise und die Wahl einer Werkstattbindung. Das zeigen Verivox-Modellrechnungen für einen 45-jähriger Golf-Fahrer aus Berlin. Er spart so insgesamt bis zu 979 Euro im Jahr.
Den größten Effekt hat dabei die Selbstbeteiligung in der Teil- und Vollkasko. Sie greift nur, wenn ein Kaskoschaden am eigenen Fahrzeug entsteht. Dann zahlen Versicherte den vereinbarten Eigenanteil, den Rest übernimmt der Versicherer. Haftpflichtschäden sind davon ausgenommen.
Im Vergleich zu einem Tarif ohne Selbstbeteiligung ist die Kfz-Versicherung mit einem Eigenanteil von 300 Euro in der Vollkasko und 150 Euro in der Teilkasko im Schnitt schon 28 Prozent günstiger. Für den Modellfahrer bedeutet das 564 Euro weniger Beitrag pro Jahr. Mit einem noch höheren Selbstbehalt (1.000 Euro Vollkasko/500 Euro Teilkasko) sinkt die Prämie durchschnittlich um weitere 14 Prozentpunkte.
"In der Praxis bietet die marktübliche Selbstbeteiligung von 300 und 150 Euro das beste Verhältnis zwischen Ersparnis und Risiko", sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. "Wer den Eigenanteil weiter erhöht, spart nur noch wenige Prozent mehr, trägt im Schadenfall aber ein deutlich höheres Kostenrisiko – das steht meist nicht mehr im Verhältnis zur zusätzlichen Ersparnis."
Einmal zahlen, weniger zahlen
Auch die Zahlweise beeinflusst die Prämie. Bei jährlicher statt monatlicher Zahlung sparen Versicherte durchschnittlich 8 Prozent. Im Vergleich zu einer vierteljährlichen Abrechnung beträgt der Rabatt noch 7 Prozent, zu halbjährlicher 4 Prozent.
Der dritte Hebel ist die Werkstattbindung. Nutzen Autofahrer nach einem Kaskoschaden die Partnerwerkstatt des Versicherers, sparen sie auch hier im Schnitt zwölf Prozent bei der Jahresprämie.
Weitere Sparhebel: Kilometer und Jungfahrer aus dem Vertrag werfen
Sind die wichtigsten Stellschrauben im Vertrag optimiert, lohnt sich der Blick auf die jährliche Fahrleistung. Bereits 10.000 Kilometer Unterschied machen im Schnitt rund ein Viertel der Beitragshöhe aus. Wer statt 25.000 nur 15.000 Kilometer im Jahr unterwegs ist, spart durchschnittlich 23 Prozent – das sind rund 380 Euro für den Modellfahrer.
"Mehr gefahrene Kilometer bedeuten auch ein höheres Unfallrisiko – und damit höhere Beiträge", sagt Aljoscha Ziller. "Wer regelmäßig auf die Laufleistung schaut und die Angabe im Vertrag anpasst, kann unnötige Kosten vermeiden."
Auch der Fahrerkreis spielt eine große Rolle. Fahranfänger verursachen statistisch häufiger Unfälle – das schlägt sich unmittelbar im Preis nieder. Junge Fahrer, die das Auto nicht mehr regelmäßig nutzen, sollten deshalb aus dem Vertrag gestrichen werden. Das reduziert den Beitrag um durchschnittlich 51 Prozent.
Methodik
Verivox hat die Preise für rund 400 Vollkaskotarife von 70 Kfz-Versicherern ausgewertet. Der Modellfall war ein 45-jähriger Fahrer eines ein Jahr alten VW Golf VIII 1.5 TSI in 12047 Berlin mit einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern im Jahr und Schadenfreiheitsklasse 14.