Kfz-Versicherung: Über 300 Tarife im Vergleichstest

Verivox hat für AutoBild den aktuellen Markt der Kfz-Versicherungen unter die Lupe genommen. Preise und Leistungen von über 300 Tarifen und 71 Versicherern wurden im Vergleichstest untersucht.

Bei den Preisen in der Kfz-Versicherung klaffen große Unterschiede – etwa 30 Prozent liegen zwischen den Tarifen im Mittelfeld des Marktes und den günstigsten Anbietern. Doch wie viel die Kfz-Prämie für den einzelnen Versicherten kostet, hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa der Typklasse des Autos oder dem Alter des Fahrers. Und nicht nur der Preis spielt eine Rolle, sondern auch die Leistungen, die der Versicherungsschutz bietet. Deswegen wollten wir wissen, wie viel Familien, Rentner oder junge Angestellte in 5 festgelegten Modellfällen für die Autoversicherung zahlen – und welche Leistungen in Kfz-Tarifen stecken.

Die Testkriterien: So wurde getestet

Verivox hat 300 Tarife von 71 Kfz-Versicherern getestet. Dabei wurden nur Tarife aufgenommen, die für mindestens drei Modellfälle in Frage kommen. Der Vergleichstest fand auf Basis der Daten vom 1. Oktober 2018 statt.

Einige Versicherer haben keine festgelegten Tarifpakete, sondern bauen ihre Tarife auf verschiedenen Leistungsbausteinen auf. Solche modulartigen Policen darzustellen, würde zu einer Vielzahl an Tarifen führen – und zu einem unübersichtlichen Vergleichstest. Deswegen floss in diesen Fällen der Grundtarif ohne weitere Bausteine in die Auswertung ein. Dieser ist meist weniger leistungsstark, dafür aber günstiger.

Wie wurden die Preise berechnet?

Der Test zeigt keine absoluten Preise, sondern einen relativen Preisindex. Der Vorteil: Dieser zeigt, wo der Tarif im Verhältnis zum Gesamtmarkt einzuordnen ist. Tarife mit einem Indexwert unter 100 sind günstiger als der Gesamtmarkt, Tarife mit einem Wert über 100 sind teurer. Die besten 20 Prozent des Marktes erhielten 5 Sterne, die schlechtesten 20 Prozent dagegen nur einen Stern.

Dann ging es an die Ermittlung des Durchschnittspreises für fünf typische Modellprofile, die auf möglichst viele Autofahrer zutreffen.

Wie wurde die Tarifleistung ausgewertet?

Um die Leistungen der Tarife zu vergleichen, haben die Tarifexperten von Verivox Marktstandards mit 22 Leitungskriterien definiert – für die Kfz-Haftpflicht, Kaskoversicherung und weitere Serviceleistungen. Jeder Tarif konnte maximal 36 Leistungspunkte erreichen. 5 Sterne bei der Leistungsauswertung bedeuten, dass der Tarif mindestens 33 von 36 möglichen Punkten erzielt hat. 57 von über 338 getesteten Tarifen haben das erreicht und somit die Höchstnote bekommen.

In der Tariftest-Tabelle sehen Sie selbst, wie die einzelnen Tarife abschneiden. Sie können nach jedem Kriterium filtern, die Anzahl der Einträge einstellen oder einzelne Anbieter anzeigen lassen.

Die einzelnen Leistungskriterien im Detail

Personenschäden (Haftpflicht): Früher lagen die Versicherungssummen in der Haftpflicht oft bei 8 Millionen Euro für Personenschäden. Doch die Versicherer haben nachgebessert, denn theoretisch können bei einem Unfall mit schwerem Personenschaden Millionenforderungen auftreten. Die maximale Punktanzahl 5 gab es, wenn ein Tarif über 12 Millionen Euro je geschädigter Person zahlt.

Sach- und Vermögensschäden (Haftpflicht): Fast 90 Prozent der Unfälle im Jahr 2017 führten laut Statistischem Bundesamt zu einem Sachschaden – diese Versicherungsleistung gehört daher zu einer der wichtigsten in der Kfz-Haftpflicht. Hatte ein Tarif die Deckungssumme von 100 Millionen Euro bei Sach- und Vermögensschäden, bekam er die Höchstpunktzahl 5.

Mallorca-Police (Haftpflicht): Die gesetzliche Haftpflicht im Ausland reicht teilweise nicht, um hohe Schäden zu zahlen. Das gilt auch für Mietwagen im Urlaub. Wer im europäischen Ausland ein Auto mietet, dem hilft im Schadensfall die Mallorca-Police. Sie erhöht den Schutz der Mietwagen-Haftpflicht auf das Niveau der Versicherung für das heimische Auto. Die Höchstpunktzahl 3 wurde erreicht, wenn der Tarif dieselbe Entschädigung leistet wie im deutschen Haftpflichtvertrag – nicht nur die gesetzliche Mindestsumme.

Umweltschadenversicherung (Haftpflicht): Werden Gewässer, der Boden oder geschützte Tier- und Pflanzenarten zum Beispiel bei einem Autounfall beschädigt, greift die Umweltschadenversicherung. Dafür gab es 1 Punkt.

Grobe Fahrlässigkeit (Kasko): Wer versehentlich bei Rot über die Ampel fährt und einen Unfall verursacht, handelt grob fahrlässig. Der Versicherer muss dann eigentlich nur einen Teil des Kaskoschadens zahlen. Die meisten Tarife verzichten mittlerweile darauf und prüfen nicht mehr, ob ein Schaden grob fahrlässig verursacht wurde – sie zahlen den Schaden komplett. 3 Punkte gab es, wenn der Versicherer Schäden durch grobe Fahrlässigkeit zahlt. Einschränkungen gibt es allerdings weiterhin bei Alkoholgenuss.

Erweiterte Wildschäden (Teilkasko): Einen Zusammenstoß mit einem Wildschwein zahlt die Kfz-Versicherung, einen Zusammenstoß mit einer Kuh dagegen nicht – das war bis vor einigen Jahren Realität bei vielen Tarifen. Deckt der Tarif einen Zusammenstoß mit Tieren aller Art ab, vergaben wir dafür maximal 3 Punkte.

Tierbiss- und Marderschäden (Kasko): Zum Leidwesen der Autobesitzer knabbern und beißen Marder mit Vorliebe an Kabeln, Schläuchen und Dichtungen unter der Motorhaube herum. Tarife, die Schäden durch Tier- und Marderbisse versichern, bekamen 1 Punkt.

Folgeschäden von Tier- und Marderbissschäden (Teilkasko): Wenn der Marder ins Auto einsteigt, durchbeißt er oft nicht nur Kabel, sondern richtet immense Folgeschäden am Motor an – im schlimmsten Fall ist das Fahrzeug dann fahruntüchtig. Deswegen ist es wichtig, auch die teuren Folgeschäden ausreichend zu versichern. Für Tarife mit einer Entschädigung von Folgeschäden bei mindestens 5.000 Euro wurden zwei Punkte vergeben.

Neuwertentschädigung (Kasko): Nach einem Totalschaden zahlt der Versicherer den Wiederbeschaffungswert des Autos. Für einen 1 Jahr alten VW Golf bekommt der Versicherte also genügend Geld, um sich wieder einen vergleichbaren 1-jährigen VW Golf zu kaufen. Aber manche Autofahrer möchten stattdessen lieber einen Neuwagen. Dazu ist die Neuwertentschädigung bei Neuwagen da.

Zahlt ein Versicherer auch noch 24 Monate nach dem Kauf, erhielt der Tarif 3 Punkte – die Höchstpunktzahl. Tarife, die beispielsweise 18 Monate bei Totalschaden, aber nur 6 Monate bei Diebstahl zahlen, erfüllen das Kriterium nicht.

Erweiterung der Elementarschäden (Teilkasko): In Skigebieten oder im Gebirge drohen Lawinen und Erdrutsche. Wer hier oft unterwegs ist, kann auf diesen Zusatzschutz setzen. Maximal 1 Punkt gab es, wenn Schäden durch Lawinen von Berghängen, Erdrutsche und Naturkatastrophen versichert waren.

Schadenrückkauf (nur Haftpflicht und Vollkasko): Wenn der Versicherte einen Schaden „zurückkauft“, verhindert er die Rückstufung in eine teurere Schadenfreiheitsklasse. Gerade bei kleinen Schäden kann es sich lohnen, selbst in die Tasche zu greifen. Für diese Leistung wurden 0,5 Punkte vergeben.

Sonderausstattung (Kasko): Ein fest eingebautes Navigationssystem, eine starke Soundanlage – da kommen schnell einige Tausend Euro zusammen. Wer dann die Sonderausstattung nicht ausreichend versichert hat, bleibt im Schadensfall auf den Kosten sitzen. 1 Punkt gab es, wenn ein Tarif  Sonderausstattung bis mindestens 5.000 Euro mitversichert.

Freie Werkstattwahl (Kasko): Sie wollen Ihr Auto in einer Werkstatt Ihrer Wahl reparieren lassen? Das ist kein Problem, sofern die freie Werkstatt vertraglich vereinbart ist. Gilt diese Leistung uneingeschränkt, wurde 1 Punkt vergeben. Andernfalls sind Autofahrer an die Partnerwerkstatt des Versicherers gebunden.

Verzicht auf Abzug „Neu gegen Alt“ (Kasko): Wenn bei einer Autoreparatur ein neues Ersatzteil eingebaut – statt des alten – verbessert sich der Wert. Dann darf der Versicherer einen Teil der Kosten abziehen. Verzichtet er dagegen darauf, gab es 1 Punkt.

Zusatzleistung bei Reparatur in einer Partnerwerkstatt (Kasko): Bei manchen Tarifen bekommen Autofahrer einen Ersatzwagen, wenn das eigene Auto in Reparatur ist. Diese Zusatzleistung inklusive Hol- und Bringservice, Reinigungskosten und 3 Jahre Garantie wurde mit maximal 0,5 Punkten bewertet.

Austausch von Schlössern nach Einbruch oder Raub (Teilkasko): Nach einem Einbruch ins Fahrzeug sind meistens auch die Schlösser beschädigt. Ersetzt der Versicherer diese in vollem Umfang, erhielt der Tarif 0,5 Punkte.

Entsorgung und Resteverwertung bei Totalschaden (Kasko): Wenn das Auto nach einem Totalschaden verschrottet werden muss, stehen die Organisation und Kosten für die Versorgung an. Damit dem Autobesitzer das dicke Ende erspart bleibt, übernehmen Versicherer die Kosten. Für die volle Kostenübernahme gab es 0,5 Punkte.

Ersatz von Vignetten und Plaketten bei Glasbruch (Teilkasko): Geht die Frontscheibe kaputt, werden oft auch Vignetten und Plaketten in Mitleidenschaft gezogen. Ersetzt der Versicherer diese nach einem Glasschaden, gab es 0,5 Punkte im Leistungstest.

Verzicht auf Selbstbehalt bei Glasschadenreparatur (Teilkasko): Einige Versicherer verzichten bei Glasschäden auf die Selbstbeteiligung. Dafür wurden 0,5 Punkte vergeben.

Monatliche Kündbarkeit (Service): Für mehr Flexibilität durch eine monatliche Kündbarkeit wurde 1 Punkt vergeben. Normalerweise läuft ein Kfz-Vertrag ein Jahr.

24-Stunden-Service/Notfallrufnummer (Service): Für durchgängige Erreichbarkeit über eine kostenlose Notfallnummer gab es 1 Punkt.

Telefonische Erreichbarkeit (Service): Hat der Kundenservice des Versicherers eine kostenlose Hotline, wurde 1 Punkt angerechnet.

Die Modellfälle für den Tariftest

Alle Modellfälle wurden mit Vollkasko inklusive Teilkasko jeweils mit 300 bzw. 150 Euro Selbstbeteiligung berechnet.

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