Ein Webbrowser ist in erster Linie ein Programm zur Darstellung von Webseiten. Auch das Betrachten von anderen Dokumenten, zum Beispiel Bildern und PDFs, ist mit Webbrowsern möglich. Umgangssprachlich wird das Programm nur Browser genannt. Die Bezeichnung stammt vom englischen Verb „to browse“, was auf Deutsch „durchstöbern“ bedeutet. Zu den bekanntesten Webbrowsern zählen Mozilla Firefox, der Internet Explorer von Microsoft, Google Chrome und Apple Safari.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ersten Browser zeichneten sich durch spezielle Navigationselemente aus.
  • Große Bekanntheit erlangte 1993 erstmals der Webbrowser Netscape Navigator.
  • Fast jeder zweite Deutsche surft laut Statcounter mit Mozilla Firefox.
  • Die verschiedenen Browser unterscheiden sich vor allem in der Geschwindigkeit beim Seitenaufbau

Vor und zurück – eine Revolution

Die ersten Browser zeichneten sich durch spezielle Navigationselemente aus. Die Nutzer konnten beim Lesen von Texten im Browser durch Vor-, Zurück- und Index-Befehle durch verschiedene Dateien navigieren. Dieses Prinzip zeichnete auch den ersten Webbrowser aus, der 1989 am CERN in Genf entwickelt wurde. Der Browser trug den Namen WorldWideWeb und trumpfte neben der Navigation mit weiteren Extras auf. So konnten durch die Verwendung von Hypertext Links angeklickt werden; auch Grafiken wurden im Browser sichtbar.

Große Bekanntheit erlangte 1993 erstmals der Webbrowser Netscape Navigator. Seine Entwickler hatten die kommerziellen Möglichkeiten des Internet erkannt und den Browser entsprechend angepasst. Eine grafische Benutzeroberfläche (GUI) und ein schnellerer Seitenaufbau waren das Erfolgsrezept von Netscape Navigator und sicherten dem Webbrowser für mehrere Jahre die Marktführerschaft. Mit der Zeit kamen andere Webbrowser wie Microsofts Internet Explorer, Opera, Safari und Google Chrome auf den Markt. Sie verdrängten den Pionier-Browser Netscape Navigator, dessen Weiterentwicklung 2008 komplett eingestellt wurde. Der Quelltext des Netscape Navigators wurde von den Entwicklern daraufhin freigegeben. Aus dem Netscape Navigator wurde somit ein Open-Source-Projekt, aus dem später das Mozilla-Projekt und der beliebte Browser Firefox entstanden.

Webbrowser auf einen Blick:

Firefox

Der Mozilla Firefox hat den Internet Explorer bei den deutschen Nutzern längst überholt. Fast jeder zweite Deutsche surft laut Statcounter mit diesem Programm. Firefox lässt sich kostenlos im Internet herunterladen und bietet viele Möglichkeiten, ihn anzupassen - funktioniert aber auch ohne Extras. Bei der Schnelligkeit des Seitenaufbaus, die in Vergleichstests häufig kritisiert wurde, hat das Programm inzwischen aufgehol

Chrome

Der Browser des Internetgiganten Google ist vergleichsweise neu, aber trotzdem recht weit verbreitet. In Deutschland läuft er auf fast jedem vierten Computer. In Vergleichen von Computer-Fachzeitschriften schneidet er vor allem wegen seiner Geschwindigkeit sehr gut ab. Wer ein Google-Konto hat, kann dort seine Browser-Einstellungen, Lesezeichen und Erweiterungen speichern und diese dann von anderen Computern abrufen. Diese Synchronisierung funktioniert auch mit dem Chrome-Browser für das iPhone und Android-Smartphones.

Safari

Safari ist der Web-Browser von Apple, das Programm läuft in einigen Versionen aber auch auf Windows. Er lädt Internetseiten ebenfalls ausgesprochen schnell und zeigt die meisten Inhalte problemlos an. Safari zeichnet sich vor allem durch grafische Effekte aus, die etwa das Durchblättern von Verlauf und Favoriten besonders übersichtlich machen.

Opera

Opera war lange führend bei der Entwicklung neuer, innovativer Techniken, die sich später dann auch bei anderen Browsern etabliert haben. Zu Beginn mussten Nutzer für eine werbefreie Version zahlen; inzwischen ist der Browser aus Norwegen kostenlos. Auch Opera-Nutzer können ihre Browsereinstellungen zwischen mehreren Geräten synchronisieren. Für das mobile Surfen gibt es den Opera Mini, auf dem die gewünschten Internetseiten komprimiert angezeigt werden. Damit lässt sich bei den Gebühren für die Datenübertragung sparen.

Wettlauf der Browser-Anbieter

Heute verzeichnet in Deutschland der Browser Mozilla Firefox die mit Abstand meisten Nutzer. Fast die Hälfte aller Deutschen Internetnutzer surft mit Firefox auf Webseiten. Der Open-Source-Browser löste vor einigen Jahren den langjährigen Marktführer Microsoft Internet Explorer ab und verdrängte ihn auf Rang zwei bei den Nutzerzahlen. Danach folgen Google Chrome und Safari von Apple. Es gibt noch viele weitere Browser, die jedoch nicht mit den Nutzerzahlen der bisher genannten mithalten können. Die Top Vier Browser verzeichnen gemeinsam einen Marktanteil von rund 90 Prozent.

Die verschiedenen Browser unterscheiden sich vor allem in der Geschwindigkeit beim Seitenaufbau. In der Bedienung sind sie inzwischen alle nahezu identisch. Ein Grund, weshalb der Internet Explorer vor einigen Jahren von Firefox abgehängt wurde, ist das sogenannte Tabbed Browsing. Microsoft äußerte sich zunächst eher abfällig über Tabs (Registerkarten) im Browser. Dadurch können die Nutzer in einem Browser-Fenster mehrere Webseiten in verschiedenen Tabs öffnen. Da Firefox mit dem Tabbed-Browsing-Prinzip großen Erfolg verzeichnete, integrierte Microsoft es schließlich doch noch in den Internet Explorer.