Soziale Netzwerke

Mit dem Begriff „soziale Netzwerke“ bezeichnet man Internetplattformen, auf welchen man sich mit anderen Mitgliedern des Netzwerks austauschen kann. Zu den bekanntesten gehören in Deutschland unter anderem Facebook, WhatsApp, Twitter, XING, Instagram oder die Videoplattform Youtube.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ursprünglich stammt der Begriff aus der Sozialwissenschaft. Dort wird er zur Bezeichnung von Beziehungsgefügen zwischen Individuen beziehungsweise Gruppen verwendet.
  • Die Netzwerk-Mitglieder gestalten ihr Profil selbst, indem sie es mit persönlichen Daten, Hobbys, Interessen, Vorlieben und Fotos anreichern.
  • In der Regel ist die Anmeldung und Teilnahme in einem sozialen Netzwerk kostenfrei. Die Internetplattformen finanzieren sich meist durch Werbung und Sponsoring.

Ursprünglich stammt der Begriff aus der Sozialwissenschaft. Dort wird er zur Bezeichnung von Beziehungsgefügen zwischen Individuen beziehungsweise Gruppen verwendet. Dies wurde auf das Internet übertragen: Auch hier werden Plattformen, auf denen Personen oder Gruppen sich für berufliche oder private Zwecke austauschen und Kontakte pflegen, als soziale Netzwerke bezeichnet.

Nutzerprofil und andere Netzwerkfunktionen

Der Austausch und die Kontaktpflege erfolgen über ein persönliches Nutzerprofil. Die Netzwerk-Mitglieder gestalten ihr Profil selbst, indem sie es mit persönlichen Daten, Hobbys, Interessen, Vorlieben und Fotos anreichern. Pinnwände, Gästebücher sowie die Möglichkeit, Nachrichten zu versenden und Kommentare auf anderen Nutzerprofilen zu hinterlassen, bilden die Basis für die Kontaktpflege und Kommunikation innerhalb des Netzwerks. Weitere typische Funktionen von sozialen Netzwerken sind Kontaktlisten oder Adressbücher sowie Benachrichtigungen über neue Bilder oder neu veröffentlichte Informationen.

Soziale Netzwerke in Zahlen

Mittlerweile nutzen mehr als 35 Millionen Menschen in Deutschland soziale Netzwerke, rund 75 Prozent von ihnen haben ein Profil bei Facebook. Dabei sind die Netzwerke ein tägliches Thema, denn acht von zehn Usern greifen mindestens einmal am Tag auf ihr Profil zu. Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre machen dabei eine große User-Gruppe aus. 95 Prozent von ihnen tauschen sich täglich unter anderem über WhatApp aus. Jeder zweite Jugendliche nutzt außerdem mehrmals pro Woche Sharing-Plattformen wie Instagram oder Snapchat zur Verbreitung von Bildern oder Videos. Doch auch bei älteren Menschen ist „Social Media“ ein Thema. Heute nutzt mehr als ein Drittel der über 65jährigen mindestens eines der vielen Netzwerke.

Nicht erst durch den Aufkauf von WhatApp rangiert Facebook unter den Top 10 der wertvollsten Marken der Welt. Das Netzwerk nutzen täglich etwa 1,2 Milliarden Menschen weltweit.

Die kommerzielle Seite der sozialen Netzwerke

In der Regel ist die Anmeldung und Teilnahme in einem sozialen Netzwerk kostenfrei. Die Internetplattformen finanzieren sich meist durch Werbung und Sponsoring. Da die Netzwerk-Betreiber Einblick in die Profile der Mitglieder haben und so über deren Interessen, Freundschaften und Aktivitäten Bescheid wissen, verfügen sie über Informationen, die kommerziell sehr wertvoll sind, beispielsweise für die Werbung. Diese Nutzerdaten sind jedoch nicht nur für Unternehmen, die mithilfe solcher Daten ihre Produkte besser auf ihre Zielgruppe zuschneiden wollen, interessant. Auch die Netzwerk-Mitglieder selbst sollten Interesse daran haben, was mit ihren Daten passiert, wer was über sie erfährt und wer wie viel Einblick in die eigene Privatsphäre bekommt.

Datenschutzrechtliche Fragen

Der Grad zwischen Privatem und Öffentlichem ist schmal: Zum einen leben soziale Netzwerke davon, dass die Mitglieder möglichst viele Informationen über sich veröffentlichen. Zum anderen ist die Erhebung, Speicherung und Weitergabe von personenbezogenen Daten unter anderem durch das Bundesdatenschutzgesetz reglementiert – und dieses Gesetz besagt, dass dies zunächst prinzipiell verboten ist. Da man jedoch gleich bei der Anmeldung der Verwendung von persönlichen Daten ausdrücklich zustimmen muss, um Mitglied zu werden, wird dieses Verbot umgangen. Gleichzeitig wird damit die Tür in eine rechtliche Grauzone geöffnet, denn die datenschutzrechtliche Einordung und Bewertung sozialer Netzwerke hinkt den Entwicklungen im Netz hinterher. Zudem arbeiten soziale Netzwerke wie Facebook Ländergrenzen überschreitend, wodurch sich die Frage nach internationalen Datenschutzstandards stellt.

Generell gilt: Die sozialen Netzwerke dürfen keine Daten speichern oder an Dritte weitergeben, ohne eine explizite Einwilligung des Nutzers eingeholt zu haben oder etwa durch eine behördliche Anordnung hierzu aufgefordert zu werden. Welchen Grundsatz das jeweilige soziale Netzwerk verfolgt, kann den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) entnommen werden. Fotos, Videos oder Texte, die Nutzer in ihrem Profil verbreiten, bleiben Eigentum des jeweiligen Nutzers und dürfen nicht anderweitig verwendet werden. Auch sind die Unternehmen dazu verpflichtet, die Nutzerdaten nach Kündigung der Mitgliedschaft zu löschen.

Auch wenn die Nutzer sich häufig keine Gedanken über Gefahren machen und den Netzwerkbetreibern blind vertrauen, liegt der Schutz der Daten in ihren Händen. Deshalb ist es empfehlenswert, die Angabe persönlicher Daten auf das Nötigste zu beschränken und das Profil nur für vertraute oder bekannte Personen sichtbar zu machen.