Der Begriff Shitstorm (zu Deutsch "Empörungswelle") kommt aus dem Bereich der sozialen Netzwerke und bezeichnet die breite Teilnahme am öffentlichen Diskurs, der durch das Web 2.0 erzeugt wird. Es ist also ein Internet-Phänomen, bei dem zu einem bestimmten Thema oder Ereignis im Internet massenhaft öffentliche Entrüstung, sachliche Kritik, aber auch völlig unsachliche Beiträge veröffentlicht werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Begriff setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern "shit" (Scheiße) und "storm" (Sturm).
  • Diverse Shitstorm Beispiele von namhaften Unternehmen.

Der Begriff setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern "shit" (Scheiße) und "storm" (Sturm). Eine Gruppe von Sprachwissenschaftlern um Prof. Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin hat Shitstorm zum Anglizismus des Jahres 2011 gekürt.

Wie ein Shitstorm entsteht

Ein typischer Shitstorm umfasst unter anderem Blogbeiträge, Kommentare, Twitternachrichten sowie Facebook-Meldungen. Die Empörungswelle kann sich auch auf eine bestimmte Person, ein Profil oder einen Account konzentrieren. Wegen seines oft unsachlichen Verlaufs wird ein Shitstorm eher negativ bewertet. Richtet er sich gegen ein Nutzerprofil oder einen Account, können diese durch die Flut der Beiträge zumindest zeitweise unnutzbar gemacht werden.

Wenn sich ein Shitstorm zusammenbraut, kann das verschiedene Ursachen haben. Der Sturm wird oft gezielt von Kritikern initiiert, kann aber auch durch ein ungeschicktes Verhalten, ein Versehen oder mangelnde Sensibilität ausgelöst werden. Oft reichen ein einzelner Kommentar, Facebook-Eintrag oder ein Blogeintrag, um die geballte Empörung der Nutzer zu provozieren.

Auswahl bekannter Shitstorm-Fälle:

Schon viele Unternehmen sind in einen Shitstorm geraten, also einen Sturm der Entrüstung in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook:

Ein Blogger beschwerte sich 2011 wegen Netzproblemen bei dem Mobilfunkunternehmen O2 - und bekam die Antwort, es handele sich um einen Einzelfall. Daraufhin startete er die Aktion "Wir sind Einzelfall". Tausende Betroffene meldeten sich. O2 gestand bald ein, dass es nicht nur Einzelfälle gab und versprach, sein Netz auszubauen.

2011 geriet ein Brief des mittlerweile insolventen Unternehmens Schlecker an die Öffentlichkeit, in dem es seinen neuen Slogan "For You. Vor Ort." mit dem "niedrigen bis mittleren Bildungsniveau der Zielgruppe" verteidigte. Auf Facebook, Twitter und im Blog der Firma reagierten die Nutzer empört.

Der Henkel-Konzern wollte 2011 im Netz das Design für eine limitierte Edition seines Spülmittels Pril bestimmen lassen. Das Unternehmen fand den Favoriten der Nutzer mit einem Grillhähnchen auf dem Etikett wohl unpassend und ließ eine Jury die beiden Designs mit den wenigsten Stimmen aus den Top 10 auswählen. Die Teilnehmer fühlten sich verschaukelt und machten ihrem Ärger im Internet Luft.