Digitales Fernsehen über Antenne nach DVB-T-Standard war bis 2017 die kostengünstigste Variante, fernzusehen. TV-Sender wie ProSieben, Sat1 oder Vox standen dem Nutzer neben den öffentlich-rechtlichen Programmen über DVB-T frei zur Verfügung. Seit Beginn der Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 im Jahr 2017 hat sich das allerdings geändert. Was sollten Verbraucher wissen, wenn sie das Fernsehprogramm weiterhin über Antenne empfangen möchten? Welche Vor- und Nachteile bringen Kabel- oder Satellitenfernsehen mit sich?

Das Wichtigste in Kürze

  • Das digitale Antennenfernsehen wird deutschlandweit auf DVB-T2 (und HD-Bildqualität) umgestellt.
  • Bei DVB-T2 ist der Empfang privater TV-Sender kostenpflichtig.
  • Öffentlich-rechtliche Programme bleiben weiterhin kostenfrei empfangbar.

Was ist DVB-T?

DVB-T steht für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“. Damit ist eine digitale Übertragung via Antenne gemeint. Das digitale Fernsehen über Antenne hatte seit 2003 die analoge Signalübertragung ersetzt. DVB-T-Fernsehen nutzt die Frequenzen UHF („Ultra High Frequency“) oder VHF („Very High Frequency“). Der Verbraucher kann beziehungsweise konnte DVB-T, abhängig von der Signalstärke, über Zimmer-, Außen- oder Dachantenne empfangen. Je nach Bezugsgebiet enthält das Programmangebot sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Fernsehsender. Zukünftig soll DVB-T deutschlandweit durch DVB-T2 ersetzt werden, um hochauflösendes Fernsehen über Antenne zu ermöglichen. Bis 2019 soll die Umstellung abgeschlossen sein (Stand: März 2018).

Der Nachfolger DVB-T2: Hochauflösendes Antennenfernsehen

Seit dem Frühjahr 2017 empfangen Nutzer des Antennenfernsehens in den Ballungsgebieten Deutschlands nur noch DVB-T2. Der DVB-T-Betrieb wurde hier abgestellt. In Städten wie Berlin, Stuttgart, Hannover, Hamburg oder München sind seitdem folgende Sender unverschlüsselt per DVB-T2 empfangbar:

  • Das Erste HD
  • ZDF HD
  • arte HD
  • phoenix HD
  • 3sat HD
  • Kika HD
  • one HD
  • tagesschau HD
  • ZDF neo HD
  • ZDF info HD

Je nach Region beinhaltet das Programmbouquet weitere kostenlos empfangbare Sender. Alle privaten Programme sind bei DVB-T2 hingegen kostenpflichtig. Die Bereitstellung erfolgt über den Anbieter Freenet TV, der den Empfang aller gewohnten privaten Sender in HD ermöglicht. Folgende Programme gehören dazu:

  • RTL HD
  • ProSieben HD
  • Sat1 HD
  • VOX HD
  • RTL II HD
  • Super RTL HD
  • ntv HD
  • SIXX HD
  • ProSieben
  • MAXX HD
  • Sat1 GOLD HD
  • RTL NITRO HD
  • Kabeleins HD
  • DMAX HD
  • Eurosport HD
  • Sport1 HD
  • TELE5 HD
  • N24 HD
  • Disney Channel HD
  • Nickelodeon HD

Positiv an DVB-T2 ist, dass der Verbraucher mehr Kanäle in hochauflösender Qualität empfangen kann: Die Programme der privaten Fernsehsender werden im Gegensatz zu DVB-T in High Definition (HD) ausgestrahlt. Allerdings reicht die vorhandene Antenne für den Empfang nicht mehr aus. Wer DVB-T2 nutzen möchte, benötigt spezielle Zusatzgeräte – es sei denn, er besitzt einen modernen Fernseher, bei dem ein DVB-T2-Receiver bereits integriert ist. Diese Zusatzgeräte, sogenannte Set-Top-Boxen, ergänzen die bisherige Empfangstechnik der TV-Geräte und machen alte Fernseher mit der neuen Technik kompatibel.

Beachten Sie: Besitzer von älteren TV-Modellen ohne HD-Auflösung sollten sich im Klaren darüber sein, dass DVB-T2 dort keine hochauflösende Darstellung ermöglicht. DVB-T2-Antennen und -Receiver schaffen lediglich die Grundlage für die Bildübertragung in High Definition; wer Fernsehen in HD-Qualität schauen möchte, benötigt dafür auch einen kompatiblen Fernseher. Ist dies nicht gegeben, wird das Bild in einer niedrigeren Auflösung ausgegeben – DVB-T2 ist demzufolge abwärtskompatibel.

Wie unterscheidet sich DVB-T vom Kabel- und Satellitenfernsehen?

Wer fernsehen möchte, kann zwischen der Übertragung mittels Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-S) und Antenne (DVB-T[2]) wählen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Auswahl der Sender, der Verfügbarkeit vor Ort und/oder des Preises.

Beim Kabelfernsehen („Digital Video Broadcasting – Cable“) zahlt der Verbraucher für die Bereitstellung von TV-Sendern über Kabelanschluss immer eine Gebühr – unabhängig davon, welches Senderpaket er wählt. Die Auswahl sowie die Gebühr dafür hängen vom jeweiligen Kabelanbieter und davon ab, ob HD-Sender gewünscht sind. Der Vorteil beim Kabelfernsehen ist, dass die entsprechende Empfangstechnik bereits in den meisten Fernsehern verbaut ist und der Nutzer keine zusätzlichen Geräte benötigt.

Satellitenfernsehen („Digital Video Broadcasting – Satellite“) hingegen verursacht keine regelmäßigen Kosten. Der Verbraucher muss aber zusätzliche Anschaffungskosten für eine Satellitenschüssel in Kauf nehmen, die er außerdem am Haus anbringen muss. Über DVB-S ist es möglich, die öffentlich-rechtlichen sowie die privaten Sender zu empfangen. Die Übertragung Ersterer erfolgt in HD. Privatsender werden in SD-Qualität ausgestrahlt. Wer sie in HD anschauen möchte, muss eine monatliche Gebühr zahlen. Positiv beim Empfang über Satellit ist die deutlich größere Programmauswahl.

Wie beim Satellitenfernsehen ist der Empfang der öffentlich-rechtlichen Sender bei DVB-T2 kostenlos, gegebenenfalls entstehen Anschaffungskosten für eine Set-Top-Box. Im Gegensatz zum Satellitenfernsehen sind die privaten Sender bei DVB-T jedoch grundsätzlich kostenpflichtig – egal ob in HD- oder SD-Qualität.