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Verivox-Studie: Kleine Internettarife rechnen sich nicht mehr

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Weniger Leistung heißt weniger Kosten? Eine Verivox-Studie zeigt, dass diese Rechnung kaum noch aufgeht. Demnach zahlen Bestandskunden für langsame Internettarife mit 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) aktuell im Schnitt fast genauso viel wie für dreimal schnellere Tarife mit 50 Mbit/s. Wer auf einen Neukundentarif umsteigt, zahlt für mehr Speed sogar deutlich weniger als bisher.

Nur ein Drittel der Leistung, aber fast gleich hohe Kosten

Für die Studie wurden alle Internetverträge herangezogen, die über Verivox abgeschlossen wurden und im Zeitraum März bis August 2026 das Ende ihrer 24-monatigen Mindestvertragslaufzeit erreicht haben bzw. erreichen werden. Ein wesentliches Ergebnis: Bestandsnutzer von 16-Mbit-Tarifen haben durchschnittlich fast genauso hohe monatliche Kosten wie Kundinnen und Kunden in 50-Mbit-Tarifen – nämlich 41 Euro gegenüber 43 Euro im Monat.

"Weniger Leistung heißt nicht automatisch spürbar niedrigere Kosten", sagt Verivox-Telekommunikationsexperte Jörg Schamberg. "Tarife mit einem Download-Speed von 16 Mbit/s haben nur ein Drittel der Leistung von 50-Mbit/s-Tarifen, kosten im Schnitt aber fast genauso viel. Das rechnet sich nicht – zumal der Bandbreitenbedarf in den nächsten Jahren weiter steigen wird."

Für Neukunden geht die Schere noch weiter auf, hier sind langsamere Tarife oft sogar teurer als schnellere: Wer jetzt seinen Internetanbieter wechselt, zahlt in den ersten 24 Monaten im Durchschnitt für 100 Mbit/s monatlich 30,53 Euro. Für die erheblich langsameren 16 Mbit/s fallen hingegen 34,20 Euro an – also 3,67 Euro mehr im Monat. Zwischen langsamem Bestandstarif (rund 41 Euro) und schnellerem Neukundentarif (rund 31 Euro) liegen sogar 10 Euro Differenz monatlich.

Höchste Wechselersparnis bei Tarifen mit 600 Mbit/s

Die Verivox-Studie zeigt weiterhin: 83 Prozent der Kundinnen und Kunden würden heute bei einem Wechsel in einen mindestens gleichwertigen Tarif sparen – im Schnitt 20,24 Euro pro Monat. Am höchsten ist die Ersparnis bei 600er-Bandbreiten mit knapp 33 Euro. Bei kleineren Tarifen zwischen 16 und 50 Mbit/s liegt die Ersparnis zwischen rund 17 Euro und 19 Euro, bei 100 Mbit/s beträgt sie durchschnittlich 22 Euro. Bei 1.000 Mbit/s fällt die Wechselersparnis mit 18,40 Euro niedriger aus.

Im Durchschnitt lassen sich über alle Technologien und Geschwindigkeitsklassen hinweg in zwei Jahren 486 Euro beim Wechsel zu einem mindestens gleichwertigen Internettarif einsparen. Den größten Preisvorteil haben Glasfaserkunden, gefolgt von DSL-Kunden. "Unsere Studie zeigt, dass Sparpotenziale kein leeres Versprechen sind, sondern für eine große Mehrzahl der Verbraucher abrufbar: Über drei Viertel der Kunden können auf einen gleichwertigen Internettarif wechseln und dabei sparen", sagt Schamberg.

Kleine Tarife werden auch durch Marktlage unattraktiver

Die kommende Abschaltung der DSL-Technologie zu Gunsten von Glasfaser ist ebenfalls ein Grund für das zunehmend schlechtere Preis-Leistungs-Verhältnis von Tarifen mit kleinen Bandbreiten. Deshalb werden DSL-Tarife mit niedrigem Speed kaum noch subventioniert und tendenziell teurer. Auch das Angebot an kleineren Glasfasertarifen ist bisher gering. Die Tendenz zu immer höheren Bandbreiten könnte somit Glasfaser-Umsteiger abschrecken: "Ein kostenneutraler Umstieg – und damit auch günstige Glasfaser-Angebote für Wenignutzer – ist aus unserer Sicht ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg der Migration", sagt Schamberg.

Methodik

Als Datengrundlage wurden alle Internetverträge herangezogen, die über Verivox abgeschlossen wurden und im Zeitraum März bis August 2026 das Ende ihrer 24-monatigen Mindestvertragslaufzeit erreicht haben bzw. erreichen werden. Der Preisvergleich wurde ausgehend von einem gleichwertigen Internettarif mit mindestens derselben Download-Bandbreite vorgenommen. Hardwarekosten sind nicht berücksichtigt. Die durchschnittliche Ersparnis von 485,67 Euro bei einem Wechsel zu einem gleichwertigen Internettarif berechnet sich über die Mindestlaufzeit von 24 Monaten, unter Berücksichtigung aller Internettechnologien und von Download-Geschwindigkeiten bis 1.000 Mbit/s. Neukunden-Rabatte sind eingerechnet. Stand der genannten Neukundenpreise: 31. Mai 2026.