Umfrage: Was erledigen Verbraucher lieber offline als online?
Stand: 15.09.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Klassisch statt digital: Mehr als jeder zehnte Deutsche verzichtet bei typischen Aktivitäten wie Banking, privaten Büroarbeiten oder der Urlaubsplanung auf Smartphone und Laptop. Die Mehrheit hingegen sucht sich dafür digitale Wege – über welches Gerät, entscheiden auch Einkommen oder Geschlecht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox.
Shopping und Recherche digital, Urlaubsplanung öfter analog
Unter elf üblichen Aktivitäten wie Urlaubsplanung, privaten Büroarbeiten, Social Media, Shopping oder Banking konnten die Umfrageteilnehmer auswählen, ob sie diese Tätigkeiten bevorzugt am Smartphone, am Laptop bzw. PC oder ohne diese Geräte erledigen. Dabei zeigt sich: Über alle Altersgruppen hinweg schließen 17 Prozent der Befragten keine Verträge über Smartphone oder PC ab. 16 Prozent planen ihren Urlaub nicht auf digitalem Wege, 14 Prozent nutzen kein Social Media. 13 Prozent erledigen private Büroarbeiten weder am Smartphone noch am Laptop. 10 Prozent führen ihre Bankgeschäfte ohne Internet durch.
"Die Zahlen haben uns durchaus überrascht, zumal 98 Prozent der Befragten angeben, einen Laptop oder PC zu haben. Ein Smartphone besitzen sogar 99 Prozent," sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Dennoch werden beide Geräte bisweilen nur in einem begrenzten Umfang genutzt. Über 90 Prozent der Befragten shoppen oder recherchieren über Smartphone oder Laptop – merklich weniger Menschen nutzen die Geräte für Urlaubsplanung oder Vertragsabschlüsse. "
In den höheren Altersgruppen verzichten deutlich mehr Menschen auf Smartphone und Computer. Fast jeder dritte Deutsche über 60 Jahre (32 Prozent) schließt online keine Verträge ab, 26 Prozent planen ihren Urlaub ohne Internet-Unterstützung. 28 Prozent der Älteren nutzen kein Social Media.
Laptops werden weiterhin genutzt – häufiger von Männern
Trotz des stetig wachsenden mobilen Datenverkehrs werden Laptop und PC weiterhin regelmäßig genutzt. Das mit Abstand häufigste Laptop-Nutzungsszenario der Deutschen sind private Büroarbeiten (71 Prozent). 53 Prozent nutzen ihren Laptop oder PC bevorzugt für das Ändern oder Abschließen von Verträgen. Für Banking und Streaming verwendet nur ein gutes Drittel den Rechner.
Bei allen elf erfragten Tätigkeiten sind die Laptop-Nutzungszahlen der Männer höher als die der Frauen, oft sogar erheblich höher. Die größten Abweichungen gibt es beim Abschluss von Verträgen (60 zu 47 Prozent), bei Recherchen im Netz (50 zu 36 Prozent) und beim Erstellen und Bearbeiten von Videos (36 zu 16 Prozent).
Relevante Nutzungsunterschiede gibt es auch beim Einkommen und beim Bildungsstand. Wer gut verdient und gut ausgebildet ist, nutzt Laptop oder PC häufiger: So verwenden 81 Prozent der Befragten mit Studienabschluss und 82 Prozent der Haushalte mit mindestens 3.800 Euro Einkommen den Laptop für private Büroarbeiten. Menschen mit einem formal niedrigeren Bildungsstand und einem geringeren Einkommen nutzen Laptops um bis zu 28 Prozentpunkte seltener.
Für Frauen sind Smartphones häufiger erste Wahl
Für alle elf erfragten Online-Tätigkeiten sind die Smartphone-Nutzungszahlen unter Frauen höher als unter Männern. Besonders oft wird das Smartphone für Social-Media-Aktivitäten genutzt, von 77 Prozent der Frauen und 70 Prozent der Männer. Der Nachrichtenkonsum folgt an zweiter Stelle (70 bzw. 65 Prozent). Auch E-Mails werden bevorzugt übers Smartphone erledigt, von 63 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer. An vierter Stelle folgt Online-Banking, hier sind die Zahlen geschlechterübergreifend mit jeweils knapp 56 Prozent nahezu identisch.
"Nach wie vor zeigen sich bei der digitalen Nutzung nicht nur Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen, sondern auch zwischen den Geschlechtern", sagt Jörg Schamberg. "Die Haushalte in unserer Befragung sind zwar überwiegend mit beiden Geräten ausgestattet, dennoch werden die vorhandenen Laptops oder PCs bei gängigen Online-Aktivitäten deutlich häufiger von Männern genutzt."
Rein mobile Internetnutzung oft teurer als stationäre
Schamberg weist außerdem darauf hin, dass sich eine rein mobile Internetnutzung häufig nicht rechnet: "Über einen festen Internetanschluss können sich alle Handys eines Haushalts im WLAN einloggen, ohne Datenkosten in den Tarifen zu verursachen. Wer hingegen nur übers Mobilfunknetz online geht, hat bei vergleichbarer Leistung oft doppelt so hohe Kosten."
Methodik
Die verwendeten Daten basieren auf einer Online-Umfrage der Innofact AG im Auftrag von Verivox, an der im Juli 2026 insgesamt 1.000 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren teilnahmen. Die Befragten entstammen einem ISO-zertifizierten Online-Panel mit rund 500.000 Teilnehmenden. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit. Nur drei der Befragten haben als Geschlecht "divers" angegeben; diese Zahlen flossen nicht in die Auswertung ein. Gefragt wurde: Bitte klicken Sie für alle aufgeführten Online-Aktivitäten an, ob Sie diese in der Regel über Ihr Smartphone oder über einen Laptop/PC erledigen. Falls Sie beide Geräte nutzen, wählen Sie bitte das Gerät aus, das Sie für die jeweilige Aktivität am häufigsten verwenden.