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Umfrage: Viele DSL-Nutzer fürchten höhere Preise durch Glasfaser-Umstieg

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Die fast 30 Jahre alte DSL-Technik soll bis 2035 vollständig von Glasfaser-Internet abgelöst werden. Fast jeder zweite Deutsche befürwortet das. Allerdings befürchten 42 Prozent der DSL-Nutzer höhere Kosten nach der Umstellung auf Glasfaser. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox.

DSL-Kunden fürchten steigende Kosten und geringere Auswahl

Alle Teilnehmenden wurden nach ihrer Haltung zur geplanten DSL-Abschaltung gefragt, DSL-Nutzer außerdem zu eventuellen Befürchtungen im Zuge der Umstellung. 42 Prozent der heutigen DSL-Kunden geben an, mit höheren Kosten zu rechnen; 13 Prozent äußern Bedenken wegen einer möglicherweise geringeren Auswahl an Anbietern oder Tarifen. Fast jeder Vierte (23 Prozent) empfindet die Umstellung als Bevormundung. Hingegen sehen 19 Prozent der Entwicklung gelassen entgegen, 15 Prozent erwarten sogar Vorteile durch die Umstellung auf Glasfaser.

"DSL hat lange gute Dienste geleistet, kann jedoch mit den künftigen Anforderungen an Stabilität und Speed nicht mehr mithalten", sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Die Migration auf Glasfaser ist fraglos richtig, darf jedoch nicht mit Preiserhöhungen für Verbraucherinnen und Verbraucher einhergehen. Die Tendenz ist positiv – bereits heute ist Glasfaser für Neukunden oft bei sogar besserer Leistung günstiger als DSL. Noch Luft nach oben ist bei der Anbieterdichte: Aus Verbrauchersicht wäre es wünschenswert, in möglichst vielen Netzen zwischen mehreren Anbietern wählen zu können."

Ein aktueller Vergleich der beiden größten Anbieter Telekom und Vodafone zeigt: In den mittleren Tarifstufen liegt Glasfaser preislich gleichauf oder ist günstiger als DSL. Mehr als 250 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bietet DSL nicht. Für die kleinsten Tarife mit 16 Mbit/s gibt es kein Glasfaser-Äquivalent. Dazu Schamberg: "Wir sehen günstige Angebote für Glasfaser-Einsteiger als besonders wichtig an, um die Migration erfolgreich zu gestalten. Auch Wenignutzer sollten die Möglichkeit haben, kostenneutral umzusteigen."

Zustimmung zur Abschaltung seit 2024 leicht gestiegen

49 Prozent der Befragten halten das Abschalten der kupferbasierten DSL-Leitungen zu Gunsten von Glasfaser für richtig. In der jüngsten Altersgruppe bis 29 Jahre liegt die Zustimmung sogar bei 62 Prozent, bei Menschen ab 50 Jahren sinkt sie auf 38 Prozent. Wer heute mit DSL surft, stimmt der Umstellung seltener zu als Nutzer anderer Techniken (43 zu 56 Prozent). Der Aussage, dass DSL inzwischen überholt sei, stimmt jeder fünfte Nutzer von Kabel, Glasfaser oder Satellit zu, jedoch nur 12 Prozent der DSL-Surfer.

Besonders positiv wird die so genannte Kupfer-Glas-Migration im Norden Deutschlands gesehen: Im seit Jahren gut mit Glasfaser versorgten nördlichen Landesteil finden 52 Prozent die Umstellung richtig. Im vielfach schlechter ausgebauten Osten Deutschlands fällt die Zustimmung mit 42 Prozent merklich geringer aus. Hohe Zustimmungswerte zur DSL-Abschaltung finden sich auch bei größeren Haushalten sowie Familien mit Kindern, also klassischen Intensivnutzern.

Zuletzt hatte Verivox vor zwei Jahren die Zustimmung der Bevölkerung zur DSL-Abschaltung erfragt. Damals fanden 46 Prozent die Abschaltung richtig; die Zustimmung ist also leicht gestiegen. Gleiches gilt für die Frage, ob DSL inzwischen als überholt gelten müsse: 2024 stimmten 14 Prozent dieser Aussage zu, heute sind es 16 Prozent.

Erfahrungen aus den Migrations-Pilotprojekten

In drei deutschen Testregionen wurde im Jahr 2024 die DSL-Abschaltung bereits vorweggenommen: Dort konnten keine DSL-Anschlüsse mehr gebucht werden, nur noch Glasfaser. "Bei der Auswertung zeigte sich, wie bedeutsam das Verlegen der Glasfaserleitungen bis ins Haus für eine möglichst reibungslose Migration ist. Liegt das Kabel lediglich in der Straße, ist das nur die halbe Miete", sagt Schamberg. "Jüngst hat die Bundesnetzagentur rechtliche Änderungen vorgeschlagen, um vor allem den Ausbau in Mehrfamilienhäusern zu erleichtern. Das resultierte auch aus den Erfahrungen in den Pilotregionen."

Andere europäische Länder sind mit der Abschaltung ihrer Kupfernetze schon deutlich weiter – insbesondere Estland, Schweden und Spanien.

Methodik

Die verwendeten Daten basieren auf einer Online-Umfrage der Innofact AG im Auftrag von Verivox, an der im März 2026 insgesamt 1.028 Personen teilnahmen. Die Befragten entstammen einem ISO-zertifizierten Online-Panel mit rund 500.000 Teilnehmenden. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit. Im April 2024 wurde die zweite Frage 1.010 Personen derselben Altersgruppen repräsentativ gestellt.

Gefragt wurde: 1) Welche Internet-Zugangstechnik nutzen Sie privat überwiegend? | 2) In Deutschland gibt es immer noch viele Internetanschlüsse auf DSL-Basis. Trotzdem ist geplant, das DSL-Netz bis 2035 Schritt für Schritt abzuschalten. Was halten Sie davon, dass DSL zu Gunsten von Glasfaser vollständig abgeschaltet werden soll? | 3) Gibt es Befürchtungen, die Sie mit der DSL-Abschaltung verbinden?