Der Totalverlust des Hausrats stellt für jeden Menschen eine Katastrophe dar. Immerhin verliert er alles, was er sich im Laufe der Jahre aufgebaut hat. Denkbar ist ein solcher Totalverlust nach einem Brand oder bei einem ebenerdigen Haus nach einer Flutkatastrophe. In einigen Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz kommt noch das Schnee- oder Schlammlawinenrisiko dazu. Was müssen Versicherungsnehmer beachten, um im Fall eines Totalverlustes ihr gesamtes Hab und Gut ersetzt zu bekommen?

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Hausratversicherung schützt vor finanziellem Ruin
  3. Vorsicht bei Wertsachen und Fahrrädern
  4. Lücken in der Hausratversicherung
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hausratversicherung schützt bei einem Totalverlust vor dem finanziellen Ruin.
  • Mit der Quadratmeterklausel vermeidet der Versicherungsnehmer die Unterversicherung.
  • Die Erstattungshöhe für Wertgegenstände muss prozentual an die Versicherungssumme angepasst sein.
  • Mit dem Einschluss der Elementarschadenversicherung sind auch Schäden durch Naturkatastrophen abgedeckt.

Die Hausratversicherung schützt vor finanziellem Ruin bei Totalverlust

Für alle, die ihren gesamten Hausrat nicht komplett sofort neu anschaffen können, stellt die Hausratversicherung die einzige Lösung dar. Nur so können sie bei einem Totalverlust ohne Kreditaufnahme und ohne Einbußen mit dem täglichen Leben fortfahren.

Es gilt allerdings, einige Dinge bei Vertragsabschluss zu beachten. Der bekannteste Begriff dürfte dabei die Unterversicherung sein. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Versicherungssumme für die Hausratversicherung festzulegen:

  1. Den Wert des gesamten Hausrats aufzuaddieren.
  2. Die Quadratmeterpauschale, die von den Versicherern angeboten werden.

Die erste Variante hat einen Nachteil. Die Versicherungssumme müsste mit jeder Neuanschaffung neu berechnet werden. Gleiches gilt, wenn Teile des Hausrats entsorgt werden.

Die zweite Variante ist deutlich unkomplizierter. Die Versicherungsgesellschaften legen pauschale Beträge je Quadratmeter fest. Angenommen, es handelt sich um eine Wohnung mit 70 Quadratmeter Wohnfläche. Die Pauschale des Versicherers beträgt 650 Euro je Quadratmeter. Die Versicherungssumme läuft damit bei 45.500 Euro aus. Der Versicherer verzichtet dabei auf die Einrede der Unterversicherung. Bei einem Totalverlust bekäme der Versicherungsnehmer grundsätzlich 45.500 Euro ausgezahlt.

Hätte er nur eine Versicherungssumme von 20.000 Euro gewählt, kämen auch nur 20.000 Euro zur Auszahlung. Ob das reicht, bleibt fraglich. Allerdings gilt es, noch einige Klauseln zu beachten. Dazu zählen die Wertsachenklausel und die Fahrradklausel.

Vorsicht bei Wertsachen und Fahrrädern

Wertsachen sind nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz automatisch mitversichert, meist fünf Prozent. In dem Beispiel wären dies 2.275 Euro. Zählen eine Münzsammlung und Gemälde im Wert von 10.000 Euro mit zum Hausrat, müsste der Erstattungssatz für Wertsachen gegen einen kleinen Mehrbeitrag auf 10.000 Euro angepasst werden.

Das Gleiche gilt für Fahrräder. In den meisten Policen sind Fahrräder zunächst mit einem Prozent der Versicherungssumme eingeschlossen, in diesem Fall 455 Euro. Dieser Wert trifft heute aber nur noch auf die wenigsten Fahrräder zu. Auch hier kann der Versicherungsnehmer gegen eine Mehrprämie den tatsächlichen Wert des Rades absichern.

Beim passgenauen Versicherungsschutz geht es aber nicht nur um den tatsächlichen Wert des Hausrates, sondern auch um die versicherten Gefahren.

Lücken in der Hausratversicherung

Die vier Grundelemente der Hausratversicherung ist die Deckung bei Schäden durch

Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass sich in einigen Teilen Deutschlands verheerende Überschwemmungen wiederholt haben. In anderen Teilen sind Lawinen zwar nicht alltäglich, aber regional bedingt schon immer Teil des Lebens. Diese Risiken werden durch die einfache Hausratversicherung nicht gedeckt. Die Bilder der Häuser aus dem Oderbruch nach den Überschwemmungen sind vielen noch in Erinnerung. Manche Familie hatte einen Totalverlust erlitten. Der Schutz vor dem wirtschaftlichen Ruin basiert bei Flutschäden auf dem Einschluss der Gefahr durch Elementarschäden. Dieser Einschluss kommt für Schäden auf, die durch

  • Überflutung
  • Schneelawinen
  • Schlammlawinen
  • Erdbeben
  • Vulkanausbrüche

hervorgerufen werden. Zu einer Überflutung zählt im Übrigen auch, wenn das Grundwasser an die Erdoberfläche gedrückt wird und in das Haus hineinläuft. Es muss nicht immer der reißende Fluss sein, der bei Starkregen oder Schneeschmelze über die Ufer tritt.

Unabhängig davon, wie umfassend der Versicherungsschutz ausfällt, der Versicherungsnehmer sollte immer daran denken, dass er auch gewisse Pflichten hat, um einen Schaden zu vermeiden. Einige Versicherer sehen in der groben Fahrlässigkeit einen Grund, die Leistung zu verweigern. Ein klassisches Beispiel ist die brennende Kerze bei offenem Fenster. Der Versicherungsnehmer verlässt kurz das Zimmer, die Kerze fällt um, es kommt zum Brand.

Wichtig ist bei der Auswahl einer Hausratversicherung, dass die Gesellschaft explizit auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet, sprich, dass auch Schäden versichert sind, die daraus herrühren.

Hausratversicherungen vergleichen

Hausratversicherung
  • Schutz vor Feuer, Einbruch, Wasserschaden, Vandalismus
  • Unverbindlich und kostenlos
  • Ihr unabhängiger Versicherungsmakler – Erstinformation