Immer häufiger kommt es zu extremen Wetterereignissen und damit auch zu beträchtlichen Sturmschäden. Dass diese Entwicklung fortschreiten wird, darin sind sich führende Klimaforscher einig. Aber nicht nur die Zahl der Stürme steigt, auch ihre Intensität nimmt zu – und damit auch die verursachten Schäden. Rund 4,2 Milliarden Euro Schaden verursachte allein der Wintersturm Kyrill im Jahr 2007 – aber nur gut die Hälfte dieser Schäden war durch Versicherungspolicen abgedeckt. Die übrigen Kosten mussten die Geschädigten laut einer Auswertung von Munich Re selbst aufbringen, denn eine staatliche Absicherung bei Naturkatastrophen gibt es in Deutschland nicht. Nur bei einem großen Unglück übernimmt die öffentliche Hand manchmal einen Teil der Schäden.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Welche Sturmschäden sind nicht versichert?
  3. Wann greift der Versicherungsschutz?
  4. Sturmschäden am Haus
  5. Schäden an Gebrauchsgegenständen
  6. Fahrzeugschäden durch Sturm
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Da Winde erst ab Stärke 8 als Sturm gelten, zahlt die Versicherung bei Schäden durch weniger starke Winde nicht.
  • Eine reine Sturmversicherung gibt es nicht, je nach Art des Schadens kann dieser aber von einer bestimmten Versicherungspolice abgedeckt sein.
  • Wird das eigene Auto durch einen Sturm beschädigt, zahlt die Teilkaskoversicherung.

Welche Sturmschäden sind nicht versichert?

Da Winde erst ab Stärke 8 als Sturm gelten, zahlt die Versicherung bei Schäden durch weniger starke Winde nicht. Ein weiteres Ausschlusskriterium ist die grobe Fahrlässigkeit: Sind die Schäden beispielsweise deswegen entstanden, weil ein Fenster während des Sturms offen stand, zahlt die Versicherung im Regelfall nicht oder nur eine verminderte Summe.

Wann greift der Versicherungsschutz?

Eine reine Sturmversicherung gibt es nicht, je nach Art des Schadens kann dieser aber von einer bestimmten Versicherungspolice abgedeckt sein. Zu nennen sind hier vor allem:

  • die Gebäudeversicherung bei Sturmschäden am Haus
  • die Hausratversicherung für Schäden an der Einrichtung
  • bei Fahrzeugen die Teil- und je nach Sachlage die Vollkaskoversicherung
  • für Schäden an fremdem Gut die Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung

Sturmschäden am Haus

Für Schäden am Haus ist die Gebäudeversicherung zuständig. Elementarschäden sind zwar in der Regel ausgenommen, doch im Gegensatz zu Hochwasser und Lawinen zählen Stürme nicht zu den Elementargewalten, sodass durch sie verursachte Schäden von den meisten Gebäudeversicherungen übernommen werden. Wer sich gegen Sturmschäden absichern möchte, sollte dennoch darauf achten, dass diese explizit in den Leistungen der Gebäudeversicherung aufgeführt sind.

Die Gebäudeversicherung zahlt für Schäden, die durch den Wind an sich entstanden sind, etwa wenn durch den Sturm das Dach abgedeckt wird oder bei umgestürzten Schornsteinen. Indirekte Sturmschäden sind auch mitversichert: Etwa Schäden, die entstehen, wenn der Sturm einen Baum aufs Dach wirft. Auch wenn über entstandene Dachschäden Wasser in das Innere des Gebäudes eindringt und Folgeschäden am Mauerwerk anrichtet, wären diese über eine Gebäudeversicherung abgedeckt.

Anders sieht es aus, wenn der Sturm einen morschen Baum oder einen schlecht befestigten Fahnenmast auf ein fremdes Auto, Haus oder gar einen Menschen weht. In diesem Fall benötigen Hausbesitzer eine Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung.

Schäden an Gebrauchsgegenständen

Auch Schäden an der Einrichtung, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen sind von der Gebäudeversicherung nicht abgedeckt. Sie zahlt beispielsweise für die Schäden am Mauerwerk durch eingedrungenes Wasser, nicht aber für eine durch das Wasser ruinierte Polstergarnitur – hier greift die Hausratversicherung.

Fahrzeugschäden durch Sturm

Wird das eigene Auto durch einen Sturm beschädigt, zahlt die Teilkaskoversicherung. Dabei spielt es normalerweise keine Rolle, ob ein Sturm das Auto direkt beschädigt hat oder ob herabfallende Dachziegel oder Äste den Schaden verursacht haben. Anders sieht es aus, wenn ein Fahrer gegen einen vom Sturm entwurzelten Baum fährt. Dies gilt als Unfall und nicht als Sturmschaden, damit ist dieser Schaden nicht durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt – hier greift nur eine Vollkaskoversicherung.

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