Hausrat vor Blitzeinschlag mit Überspannungsschutz schützen

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

In Deutschland leuchten pro Jahr etwa 2,5 Millionen Blitze am Himmel auf – und sie können bei einem Einschlag erhebliche Überspannungsschäden verursachen. Etwa 28 Prozent der Schäden an elektrischen und elektronischen Geräten werden durch Überspannungen verursacht. Privathaushalte sollten daher den Hausrat mit Überspannungsschutz vor Blitzeinschlägen schützen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Überspannungsschäden können an elektrischen und elektronischen Geräten entstehen, wenn diese zum Zeitpunkt der Überspannung an das Stromnetz angeschlossen waren.
  • Telekommunikationsgeräte, Haushaltsgeräte, Computertechnik und Unterhaltungselektronik – solcher Hausrat kann mit einem Überspannungsschutz vor Blitzeinschlägen geschützt werden.
  • Verbraucher können dafür auf unterschiedliche Überspannungsschutzkonzepte zurückgreifen.

Wie kommt eine Überspannung zustande?

Überspannungen durch Blitzeinschlag zählen zu den häufigsten Ursachen für Schäden an elektronischen und elektrischen Geräten. Überspannungen sind kurzzeitig auftretende Spitzenspannungen, die in Zeitintervallen von wenigen Millisekunden auftreten und dabei den maximalen Grenzwert der Netzspannung überschreiten. Sie können auch durch Schaltungen eines Stromversorgers auftreten, wobei Überspannungen aufgrund eines Blitzeinschlags wesentlich gefährlicher sind. In beiden Fällen wird die normale Netzspannung von 230 Volt im Stromnetz der Haushalte überschritten, sodass an angeschlossenen Geräten erhebliche Schäden entstehen.

Welche Schäden kann ein Blitzeinschlag verursachen?

In der Regel reicht eine kurze Überschreitung des maximalen Grenzwertes aus, damit ein elektrisches Gerät beschädigt wird. Bei sehr hohen Überspannungswerten, wie sie etwa bei einem direkten Blitzeinschlag entstehen, kann das Gerät sogar in Brand geraten, da die Isolierung der Leitungen und Verteiler infolge eines Kurzschlusses zerstört wird. Im schlimmsten Fall kann ein elektronisches Gerät sogar explodieren.

Darum lohnt es sich, den Hausrat mit Überspannungsschutz vor Blitzeinschlägen zu schützen

Wie groß der Schaden infolge eines Blitzeinschlags ist, hängt von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel von der Dauer und Höhe der Überspannung sowie der Entfernung des Blitzeinschlags. Was viele nicht wissen: Selbst ein Blitzeinschlag aus einer Entfernung von rund zehn Kilometern kann noch einen Überspannungsschaden am Hausrat verursachen.

In jedem Fall macht eine Überspannung die elektrischen Geräte des Hausrats unbrauchbar, sofern sie zu diesem Zeitpunkt ans Stromnetz angeschlossen waren. Es empfiehlt sich daher, den Hausrat mit einem Überspannungsschutz vor Blitzeinschlägen zu schützen.

Welche elektrischen Geräte lassen sich mit einem Überspannungsschutz schützen?

Überspannungsschäden können an allen elektrischen Geräten des Hausrats auftreten – dazu zählen Telekommunikationsgeräte, große und kleine Haushaltsgeräte, Computertechnik und Unterhaltungselektronik.

Ein Überspannungsschutz kann diese und weitere Geräte des Hausrats vor einem Blitzeinschlag schützen:

  • Radios
  • Fernseher
  • Computer
  • Drucker
  • Router
  • Telefon
  • Anrufbeantworter
  • Waschmaschine und Spülmaschine
  • Elektroherd
  • Kühlschrank
  • Smart-Home-Anlage
  • Alarmanlagen

Wie den Hausrat vor Blitzeinschlag mit Überspannungsschutz schützen?

Elektrischer und elektronischer Hausrat lässt sich vor Blitzeinschlag mit einem Überspannungsschutzgerät schützen. Dafür gibt es insgesamt drei Überspannungsschutzkonzepte (Englisch: PPD Surge Protective Device):

  • Blitzstromableiter (SDP Typ 1)
  • Überspannungsableiter (SDP Typ 2)
  • Spezielle Überspannungsableiter (SDP Typ 3)

Blitzstromableiter (SDP Typ 1)

Der Blitzstromableiter wird von einer Elektrofachkraft in den Hauptverteiler des Stromnetzes eingebaut. Mit dem SDP Typ 1 sind elektrische und elektronische Geräte jedoch nur minimal vor den Folgen eines Blitzeinschlags geschützt, da selbst bei installiertem Blitzstromableiter noch minimale Überspannungen auftreten können.

Überspannungsableiter (SDP Typ 2)

Der Überspannungsableiter senkt die Störspannung auf ein niedrigeres Niveau. Ein Überspannungsschutz des Typs SDP 2 wird ebenfalls in den Hauptverteiler eingebaut und häufig mit einem SDP Typ 1 kombiniert, um die Wirkung des Überspannungsschutzes für den Hausrat im Falle eines Blitzeinschlags zu erhöhen. Die Installation nimmt eine Elektrofachkraft vor.

Spezieller Überspannungsableiter (SDP Typ 3)

Eine weitere Maßnahme, den Hausrat vor Blitzeinschlag mit einem Überspannungsschutzgerät zu schützen, ist die Installation eines speziellen Überspannungsableiters (früher als Feinschutz bezeichnet). Der SDP Typ 3 eignet sich für sehr empfindliche Geräte, zum Beispiel Computer und Fernseher. Es handelt sich in der Regel um spezielle Steckdosen oder Schutzgeräte – etwa Zeitschaltuhren –, die in die Steckdose gesteckt werden. Überspannungsschutzgeräte SDP Typ 3 dürfen auch Privatpersonen anbringen.