Umfrage: Knapp 30 Millionen Deutsche kaufen Handy-Bundles
Stand: 03.12.2025
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
41 Prozent der Deutschen finanzieren ihr Smartphone über den Handyvertrag – das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox hervor. Allerdings zieht dieser bequeme Weg zum Wunschhandy meist höhere Kosten nach sich, wie die Verivox-Analyse zeigt.
Mehr als jeder Dritte setzt auf Tarif-Geräte-Kombi
Mit 41 Prozent finanziert mehr als jeder dritte Deutsche sein Mobiltelefon über den Handyvertrag – umgerechnet auf die erwachsene Bevölkerung sind das 28,9 Millionen Menschen. Die Bundle-Käufer erhalten beim Tarifabschluss ein neues Smartphone, das über höhere monatliche Grundgebühren abbezahlt wird. Vor einem Jahr hatten noch 46 Prozent einen solchen Vertrag abgeschlossen, während 54 Prozent den Tarif ohne Handy buchten. Heute haben 59 Prozent aller Befragten ihr Smartphone losgelöst von ihrem Mobilfunkvertrag erworben.
"Der Rückgang bei Bundle-Buchungen ist noch nicht deutlich, spricht aber für ein gestiegenes Kostenbewusstsein der Verbraucher", sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Ein Kombivertrag aus Handy und Tarif ist bequem, aber meist die teuerste Variante. Zudem ist bei solchen Verträgen der Wechseldruck nach dem zweiten Vertragsjahr besonders groß. Denn in vielen Fällen laufen die höheren Monatskosten dann weiter, obwohl das Gerät zu diesem Zeitpunkt eigentlich abbezahlt ist."
Bundle-Tarife sind nur selten die günstigste Lösung
Die deutschen Netzbetreiber und Service-Provider bieten viele aktuelle Smartphones in Kombination mit einem Vertragstarif an. Doch nicht jeder Tarif kann mit jedem Gerät gebündelt werden. "Die großen Mobilfunker stellen ihre Bundle-Angebote nach verschiedenen Gesichtspunkten zusammen, etwa der Strahlkraft aktueller Topmodelle oder dem über die Tarife zu erzielenden Umsatz", sagt Schamberg. "Das Sparpotenzial auf Kundenseite ist hier weniger relevant: Für besonders preiswerte Tarife werden oft gar keine Bundles angeboten."
Eine Verivox-Stichprobe für Tarif-Geräte-Bundles mit einem Apple iPhone 17 zeigt: Für die Bundle-Angebote werden Mehrkosten zwischen 147 und 431 Euro über 24 Monate fällig – gegenüber einem günstigen Discounttarif und dem separat gekauften Gerät. Die absolute Ersparnis kann insbesondere für Durchschnittsnutzer noch größer ausfallen, denn bei kleinen oder mittelgroßen Datenpaketen haben Discounter ein besonders breites Tarifangebot. Wer beispielsweise auf unbegrenztes Surfen verzichten kann und mit 30 GB im Monat auskommt, zahlt im Vergleich zum Bundle über zwei Jahre gerechnet sogar bis zu 573 Euro weniger.
Jeder dritte Handytarif wird nach Laufzeitende teurer
Auch bei Tarifen ohne Smartphone-Finanzierung können die Kosten ab dem dritten Vertragsjahr steigen: In jedem dritten Handytarif erhöhen sich nach dem Ende der Laufzeit die regulären Grundgebühren, zudem laufen die Neukundenvorteile aus. "Alle Handykunden sollten nach der Mindestvertragslaufzeit prüfen, ob die monatlichen Kosten gestiegen sind", rät Schamberg. "Darüber hinaus lohnt es sich zu jeder Zeit, die Tarifleistungen an den aktuellen Bedarf anzupassen. Nach der Mindestlaufzeit ist eine Kündigung monatlich möglich."
Methodik
Das Marktforschungsinstitut Appinio fragte im April 2024 sowie im August 2025 im Auftrag von Verivox 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab 18 Jahren: "In welcher Form hast du deinen privaten Mobilfunkvertrag abgeschlossen? Vertrag mit Handy / Vertrag ohne Handy?" Beide Umfragen sind bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht. 41,4 Prozent gaben an, einen Bundle-Vertrag zu nutzen. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahlen des Statistischen Bundesamts trifft dies zum Jahresende 2024 auf 28.815.269 Millionen Menschen zu (von 69.602.098 Millionen Menschen über 18 Jahre). Die Stichprobe der Bundle-Preise (jeweils in Kombination mit einem Apple iPhone 17, 256 GB Speicher) wurde am 19.11.2025 auf den Webseiten der Telekom, von Vodafone, O2 sowie 1&1 durchgeführt.