Telekom stellt alte Telefonanschlüsse auf Mobilfunk um: Alternative spart über 200 Euro im Jahr
Stand: 26.08.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Die Deutsche Telekom stellt rund 1,3 Millionen Kunden mit älteren, reinen Telefonanschlüssen auf eine neue Technik um. Wer nicht auf eine Kombination aus Internet- und Festnetzanschluss umsteigen möchte, kann den Telefonanschluss dann nur noch über Mobilfunk nutzen. Die dafür angebotenen Tarife sind allerdings rund 200 Euro pro Jahr teurer als ein auf dem freien Markt erhältlicher günstiger Mobilfunktarif. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox.
Schrittweise Umstellung älterer Anschlüsse
Im vergangenen Oktober hatte die Deutsche Telekom die Preise für fünf ältere Telefontarife erhöht, die seit vielen Jahren nur noch im Bestand verfügbar waren. Die Anschlüsse an sich blieben bestehen. Schon damals wurden höhere Kosten für eine "veraltete Technik" als Grund für die Preisanpassungen genannt: Wegen rückläufiger Kundenzahlen in den nicht mehr vertriebenen Anschlüssen seien die Kosten, insbesondere für Netznutzung und -betrieb, gestiegen.
Nun sollen 1,3 Millionen klassische Telefonanschlüsse Zug um Zug auf "geeignete Alternativen" umgestellt werden, so die Ankündigung der Telekom. Wer keinen kombinierten Anschluss mit DSL- oder Glasfaser-Internet wünscht, bekommt eine Lösung über Mobilfunk angeboten. Mittels einer zwischen Telefon und Telefonbuchse geschalteten Box sollen fast alle Festnetztelefone wie gewohnt weitergenutzt werden können – allerdings übers Mobilfunknetz. Eine SIM-Karte ist in der Box enthalten; die alte Festnetznummer bleibe bestehen.
"Bislang konnten auch Kunden aus alten Bestandstarifen ihr Telefon ohne Zwischenschaltung eines anderen Geräts in die Telefonbuchse stecken", sagt Verivox-Telekommunikationsexperte Jörg Schamberg. "Das ändert sich nun."
Marktgerechte Mobilfunktarife sparen über 200 Euro
Die Telekom bietet den betroffenen Kunden zwei neue "Call via Funk"-Tarife an. Der Basistarif enthält 120 Freiminuten und kostet 22,95 Euro im Monat. Mit einer Flatrate ins deutsche Festnetz steigen die monatlichen Kosten auf 32,45 Euro. Pro Jahr fallen somit mindestens 275,40 Euro an. Hinzu kommen Mehrkosten für die Hardware: Die künftig notwendige Telefonbox kostet 100 Euro einmalig oder 3,95 Euro im Monat.
Das geht deutlich günstiger: Auf dem freien Markt sind Handytarife inklusive Allnet-Flat schon ab rund fünf Euro im Monat erhältlich (Vodafone- und Telefonica-Netz). Damit ergibt sich eine jährliche Ersparnis von 215,52 Euro – rechnet man den Hardware-Zuschlag ein, sogar 262,92 Euro jährlich. Die monatlichen Kosten sinken also auf weniger als ein Viertel der Telekom-Funk-Tarife. Wer Wert darauf legt, im Telekom-Netz zu bleiben, kann seinen Monatsbetrag mit einem günstigen Tarif immerhin mehr als halbieren.
Festnetz ohne Internet stirbt endgültig aus
Vor wenigen Jahren waren vereinzelt noch Festnetz-Telefontarife ohne Internet-Zuschaltung bei anderen Anbietern zu bekommen, meist bei regionalen Providern. Bis zuletzt war die Deutsche Telekom jedoch der einzige marktrelevante Anbieter solcher Anschlüsse. Ihre bundesweit auftretenden Wettbewerber Vodafone, 1&1 und O2 bieten schon länger ausschließlich Kombitarife aus Internet und Telefonie an.
Zusatz-Tipp von Jörg Schamberg: "Wer sich an Smartphones und Touchscreens nicht gewöhnen möchte: Es gibt Tischtelefone, die aussehen wie ein klassisches Festnetzgerät, jedoch mit einer SIM-Karte im Mobilfunknetz betrieben werden. Die Kosten für solche Geräte liegen meist unter den 100 Euro für die Telekom-Funkbox."
Methodik
Beispieltarife für die Mobilfunk-Ersparnisrechnung sind im Vodafone-Netz die "freshphone Allnet-Flat Vario 5 GB" für monatlich 4,99 Euro, im Telefonica-Netz die "Lebara Allnet 20 GB" für 4,99 Euro/Monat und im Telekom-Netz die "klarmobil Allnet Flat 20 GB 5G" für 9,95 Euro/Monat. Diverse ähnliche Tarife sind für alle vier Netze verfügbar. Stand: 18.08.2026.