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Geschichte des Touchscreens – so wurde das Handy-Display zum Anfassen

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Ein Handy ohne Touchscreen? Für heutige Nutzer undenkbar. Was uns heute selbstverständlich erscheint, irritierte jedoch die tastengewöhnten Handy-Besitzer der 1990er. Die Bedienung übers Display war für viele ungewohnt und erforderte Fingerspitzengefühl. Verivox begibt sich auf Zeitreise und verrät, welches Handy den ersten Touchscreen hatte.

Erster Touchscreen 14 Jahre vor dem ersten iPhone

Für viele gilt Apples iPhone als Vorreiter bedienfreundlicher Displays. Doch schon lange vor Steve Jobs‘ technischer Revolution kamen innovative Handy-Hersteller auf die Idee, ein Display zum Anfassen zu konstruieren.

Das erste Handy mit Touchscreen war vor allem klobig und teuer. Doch dem amerikanischen Hersteller IBM gelang mit dem kastenförmigen Gerät samt Mini-Antenne eine wahre Sensation: Als das IBM Simon am 16. August 1994 in die Läden kam, war es das erste Mobilfunkgerät mit berührungsempfindlichem Display – es gilt als erstes "Smartphone" und hat damit längst musealen Wert.

Der Handy-Kolben musste sich selbst vor damaligen Computern keineswegs verstecken. Das Gerät galt als praktische Kombination aus Handy und PDA. Besitzer konnten mit ihrem IBM Simon E-Mails verschicken oder ihre Adressen verwalten. Sogar ein Taschenrechner und ein Spiel waren an Bord. Das einfache Verschiebepuzzle dürfte heutigen Gamern jedoch ziemlich vorsintflutlich vorkommen.

Mit einer Erweiterungskarte oder per Download konnten sogar Zusatzprogramme installiert werden – sozusagen die Vorläufer heutiger Apps.

Mobile Mini-Computer: Das Büro immer mit dabei

Sogenannte PDAs (Personal Digital Assistant) waren die "Smartphones" der 90er und frühen 2000er. Die digitalen Assistenten dienten zur Verwaltung von Kalendern, Adressen oder Aufgaben. Das PDA-Display reagierte auf Druck und wurde mit einem Stift bedient.

Bis ins neue Jahrtausend setzten Hersteller und Kunden auf die mobilen Alleskönner, wie zum Beispiel das MDA Compact II von T-Mobile von 2006. Erst der Durchbruch moderner Smartphones mit Touchscreen verdrängten die beliebten mobilen Helfer.

Die Handy-Welt wird bunt

Einen weiteren Meilenstein der Handy-Geschichte setzte Sony Ericsson im Jahr 2002: Das P800 brachte Farbe ins Spiel – es war das erste Smartphone mit farbigem Touchscreen. Das hell beleuchtete Display überraschte damalige Nutzer mit kontrastreicher Auflösung und 4.096 unterschiedlichen Farben. Heutigen Farbdisplays mit präziser Ultras High Definition kann der Urahn des Farbdisplays natürlich wenig entgegensetzen.

Das erste iPhone: Smartphone-Sensation mit nur einer Taste

Als Steve Jobs 2007 das erste iPhone vorstellte, war die Touchscreen-Revolution nicht mehr aufzuhalten. Verwunderte Nutzer suchten umsonst nach den gewohnten Tasten – das iPhone hatte nur noch einen einzigen Knopf, den sogenannten Home-Button. Der Vorteil: Es war noch mehr Platz für das Display.

Mit der neuen Multi-Touch-Technik sorgte Apple außerdem für ein bahnbrechendes Nutzererlebnis. Die bedienfreundliche Oberfläche reagierte auf den Druck mehrerer Finger. Damit ließen sich Bilder zoomen oder Seiten bequem scrollen.

Übrigens: Erst die iPhones der neuesten Generation – die Modelle Xr, Xs und Xs Max – kommen ohne den bekannten Home-Button aus. Dafür haben sie Platz für ein fast randloses Display.

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