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Deutsche verschwenden mit alten Handyverträgen über 300 Millionen Euro

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Die Mehrheit der Handykunden in Deutschland lässt ihre Tarife länger als zwei Jahre laufen – trotz häufig steigender Kosten bei gleichbleibenden oder sogar geringeren Leistungen. Damit lässt Handy-Deutschland viel Geld liegen: Rein rechnerisch verschwenden all jene Mobilfunkkunden, deren Konditionen sich nach 24 Monaten verschlechtern, 312 Millionen Euro – weil sie nicht in günstigere Tarife wechseln. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox.

Viele Bestandstarife verteuern sich nach 24 Monaten

Laut einer aktuellen Verivox-Umfrage lassen 63 Prozent der Deutschen ihren bestehenden Mobilfunkvertrag unverändert weiterlaufen, obwohl mehr als ein Drittel der Bestandsverträge nach 24 Monaten teurer wird. Denn in 40 Prozent der Verträge steigen nach zwei Jahren die Grundgebühren, zudem laufen Rabatte und Neukundenvorteile aus. Im Schnitt verteuert sich ein Altvertrag um 15,62 Euro im Monat, wie eine Verivox-Preisanalyse gezeigt hat.

Knapp 20 Millionen Handy-Vertragskunden sind von diesem Szenario betroffen – haben also einen Vertrag, der schon länger als zwei Jahre läuft und dessen Grundgebühren sich erhöhen. Würden alle diese Altkunden in einen günstigeren Vertrag wechseln, ließen sich rein rechnerisch 312 Millionen Euro sparen.

"20 Millionen betroffene Kundinnen und Kunden bedeutet: Jeder vierte Handy-Vertragskunde steckt ohne Not in einem Tarif, dessen Konditionen sich verschlechtert haben", sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Denn nach der Mindestlaufzeit können Handyverträge monatlich gekündigt werden. Wer nach Laufzeitende nicht aktiv wird, verschenkt in vielen Fällen bares Geld."

Konkrete Rechnung: Familie spart über 820 Euro im Jahr

Die genannten 312 Millionen Euro zeigen die Dimension des verschwendeten Sparpotenzials auf. Ganz konkret zeigt ein Kostenvergleich für eine dreiköpfige Familie, dass diese pro Jahr über 820 Euro einsparen kann – bei durchschnittlichem Datenbedarf und einem Wechsel in günstige Discounttarife.

"Viele Menschen überschätzen ihren Datenbedarf, weil sie vergessen, dass sie die meiste Zeit des Tages über ein WLAN-Netz surfen und kein Handy-Datenvolumen verbrauchen", sagt Schamberg. "Für einen durchschnittlichen Bedarf reichen günstige Discounter-Angebote deshalb in aller Regel vollkommen aus. Wer leistungsstarke Tarife mit viel Datenvolumen und Service-Extras sucht, findet hingegen bei den großen Anbietern meist die beste Auswahl."

Methodik

Das Marktforschungsinstitut Appinio stellte im August 2025 im Auftrag von Verivox 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ab 18 Jahren folgende Frage: "Wie lange hast du bereits deinen aktuellen Mobilfunkvertrag?" Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht.

So haben wir gerechnet: Laut Bundesnetzagentur gibt es in Deutschland 79,7 Millionen Mobilfunkkunden mit Postpaid-Verträgen. 62,6 Prozent dieser Kunden lassen ihre Verträge nach der Mindestvertragslaufzeit weiterlaufen, das sind 49,89 Millionen Kunden. 40 Prozent der Handyverträge verteuern sich im Schnitt um 15,62 Euro, demnach sind 19,96 Millionen Kunden von Preissteigerungen in Bestandstarifen betroffen. Dies ergibt eine rechnerische Gesamtersparnis von 312 Millionen Euro. Quellen: Verivox-Datenbank, Websites der Anbieter und Jahresbericht 2024 der Bundesnetzagentur.