Kontoüberziehung

Die Kontoüberziehung stellt ein zweischneidiges Schwert dar. Einerseits bietet sie eine praktische Lösung für kurzfristigen Liquiditätsbedarf, andererseits hat die Vergangenheit gezeigt, dass der Kontoinhaber ganz schnell in eine Kreditspirale gerät. Man unterscheidet zwischen der genehmigten und der ungenehmigten Überziehung.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Für Kontoüberziehungen fallen hohe Zinsen an
  3. Rechtsgrundlage für die Kontoüberziehung
  4. Die Umschuldung: eine Alternative zur Kontoüberziehung
  5. Der Rahmenkredit: Eine flexible und günstige Alternative
  6. Verwandte Themen
  7. Umschuldungsangebote vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die genehmigte Kontoüberziehung überschreitet das Guthaben auf dem Konto, liegt aber noch innerhalb des eingeräumten Dispo-Kreditrahmens.
  • Die ungenehmigte Überziehung ist eine Kreditaufnahme, die die eingeräumte Kreditlinie überschreitet. Die meisten Banken erheben dafür höhere Zinsen.
  • Wer Kontoüberziehungen in Anspruch nehmen will, sollte mit einem Girokonto-Vergleich prüfen, welches Kreditinstitut die günstigsten Konditionen bietet.

Für Kontoüberziehungen fallen hohe Zinsen an

Zinssätze für Dispositionskredite – und die noch höheren Zinssätze für ungenehmigte Überziehungen – stehen schon lange im Kreuzfeuer der Kritik der Verbraucherschützer. Selbst die Bundesregierung hatte die Banken bereits angemahnt, hier über eine Absenkung nachzudenken. Die Zinsen für Kontoüberziehungen variieren deutlich und bieten eine Bandbreite von fast 100 Prozent Unterschied dar.

Rechtsgrundlage für die Kontoüberziehung

Grundsätzlich stellt eine Kontoüberziehung im Rahmen des Dispositionskredits ein Verbraucherdarlehen dar. Es handelt sich jedoch nicht um einen klassischen Kreditvertrag, in dem Kredithöhe, nominaler Zinssatz, effektiver Jahreszins und Laufzeit ausgewiesen sind. Vielmehr besteht für diesen Kredit eine stillschweigende Übereinkunft zwischen Bank und Kunde, dass dieser im Rahmen des eingeräumten Dispositionskredites Kontoverfügungen vornehmen darf. Die Höhe des Kreditrahmens richtet sich nach den regelmäßigen Geldeingängen des Kontoinhabers.

Eine Kontoüberziehung ist aber nur auf einem klassischen Girokonto oder Kontokorrentkonto möglich. Soll eine Kontoüberziehung, auch eine ungenehmigte, generell ausgeschlossen werden, kann dies nur über die Einrichtung eines Guthabenkontos erfolgen. Damit entfällt für den Kontoinhaber auch die Möglichkeit, mit EC-Karte im Einzelhandel zu bezahlen. Dies gilt besonders für junge Menschen. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen in Deutschland keinen Kredit aufnehmen. Damit entfällt auch die Option einer Kontoüberziehung, auch wenn der junge Bankkunde in einem Ausbildungsverhältnis steht und regelmäßige Gehaltseinkünfte nachweisen kann.

In diesem Zusammenhang sei auch kurz auf das Thema Kreditkarten verwiesen. Klassische Kreditkarten dürfen ebenfalls nicht von Minderjährigen genutzt werden. Prepaid-Kreditkarten stehen jedoch auch dieser Zielgruppe zur Verfügung. Vor der Nutzung muss lediglich ein Guthaben aufgeladen werden. Die Karte kann dann wie eine klassische Kreditkarte eingesetzt werden.

Die Umschuldung: eine Alternative zur Kontoüberziehung

Ein länger bestehender Dispokredit kann durch einen deutlich günstigeren Ratenkredit abgelöst werden. Diese Ablösung bietet neben der Zinssenkung zwei Vorteile. Zum einen kann über die Kontoüberziehung hinaus eine Kreditsumme vereinbart werden, die für den ersten Monat nach der Umschuldung Liquidität sicherstellt. Zum anderen hat der Darlehensnehmer klare Verhältnisse über die Dauer des Darlehens und die Höhe der monatlichen Rückführung.

Ein Kontoinhaber kann sich selbst ausrechnen, wann der Dispo soweit ausgereizt ist, dass die monatlichen Gehaltseingänge nicht mehr ausreichend sind, um das Konto wieder auf die Habenseite zu bringen. Kontoüberziehungen werden seitens der Banken häufig bis zum Dreifachen der monatlichen Geldzuflüsse eingeräumt. Bereits die Inanspruchnahme bis zur Höhe eines Gehaltes kann eine Rückführung unmöglich machen.

Der Rahmenkredit: Eine flexible und günstige Alternative

Beim Rahmenkredit handelt es sich um eine Mischform zwischen Dispo und Ratenkredit. Auf einem gesonderten Kreditkonto wird ein Kreditrahmen eingeräumt. Zinsen fallen, analog zur Kontoüberziehung, nur für den in Anspruch genommenen Kreditrahmen an. Parallel dazu wird jedoch eine monatliche Rückführung vereinbart. War der Kreditrahmen ausgeschöpft, kann er wieder genutzt werden, sobald die erste Rückführung vorgenommen wurde. Rahmenkredite sind deutlich günstiger als eine Kontoüberziehung, stellen aber auch sicher, dass es auf dem Girokonto nicht zu einem Liquiditätsengpass kommt.

Natürlich bietet sich eine Kontoüberziehung an, wenn der Wunschfernseher als Sonderangebot im Elektrofachmarkt zu erhalten ist, oder das Auto unvermutet in die Werkstatt muss. Im ersten Fall kann es aber durchaus passieren, dass das Sonderangebot durch den hohen Zinssatz plötzlich gar nicht mehr so günstig ausfällt. Aufgrund der hohen Zinsen für einen Dispokredit sollte aber gelten, dass dieser nur in Ausnahmefällen verwendet werden sollte. Ratenkredit, Rahmenkredit oder Kreditkarte sind die preiswerteren Lösungen. Kreditkarten haben den Vorteil, dass der Saldo erst zu einem späteren Zeitpunkt vom Girokonto abgebucht wird, respektive Ratenzahlungen möglich sind.

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