Bar oder mit Karte? So zahlen Verbraucher im Alltag

15.09.2020 | 09:47

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Lange Zeit wurde den deutschen Verbrauchern eine unerschütterliche Vorliebe für Bargeld nachgesagt. Doch auch hierzulande sind die Bezahlvorlieben im Wandel. Eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt: Für jeden Zweiten (52 Prozent) ist Bargeld zwar noch das beliebteste Zahlungsmittel. Im Alltag bezahlen aber schon mehr Verbraucher überwiegend mit Bank- oder Kreditkarte.

Bezahlgewohnheiten hängen stark vom Alter ab

Für die Studie im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme haben die Markt- und Meinungsforscher insgesamt 1.237 Personen nach ihren Bezahlvorlieben und -gewohnheiten befragt. Beinahe die Hälfte (48 Prozent) gab an, die letzten Einkäufe überwiegend mit Bank- oder Kreditkarte beglichen zu haben. Überwiegend mit Scheinen und Münzen haben nur 47 Prozent bezahlt.

Wie Verbraucher bezahlen, hängt stark von ihrem Alter ab. Unter den 30- bis 44-Jährigen (61 Prozent) und auch bei den 45- bis 59-Jährigen (54 Prozent) dominiert inzwischen die Kartenzahlung mit Girocard (früher: EC-Karte) oder Kreditkarte.

Die Jugend scheint bereits einen Schritt weiter zu sein. Ein Teil ist hier schon von der Karte auf das Smartphone umgestiegen: Zehn Prozent der 16- bis 29- Jährigen und acht Prozent der 30- bis 44-Jährigen haben nach eigener Aussage die letzten Einkäufe überwiegend mit dem Handy beglichen.

Auf der anderen Seite bevorzugt die ältere Generation der über 60-Jährigen mehrheitlich noch Barzahlungen (65 Prozent). Jedoch nehmen auch hier die Werte für die Kartenzahlung deutlich zu (von 24 Prozent im Jahr 2019 auf 35 Prozent 2020).

Kontaktloses Bezahlen boomt in der Corona-Krise

Immer mehr Menschen nutzen auch die Möglichkeit mit ihrer Girocard oder Kreditkarte kontaktlos zu bezahlen. So gibt heute bereits jeder Zweite an, schon einmal berührungslos bezahlt zu haben. Ein Jahr zuvor waren es noch 30 Prozent.

Ein Grund für die verstärkte Nutzung elektronischer und insbesondere auch kontaktloser Zahlungsmittel ist die anhaltende Corona-Krise. 39 Prozent haben nach eigenen Aussagen in den letzten Wochen deshalb bewusst häufiger mit Karte bezahlt. Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) sagen, dass sie dieses Zahlungsverhalten auch nach der Pandemie beibehalten zu wollen.

Bedeutung des Smartphones wächst

Auch das Smartphone gewinnt als Zahlungsmittel zunehmend an Akzeptanz. Auch wenn es noch nicht alle nutzen, finden es 41 Prozent der Befragten modern, über das Smartphone zu bezahlen. Jeder Fünfte (20 Prozent) hält diese Bezahlart für besonders schnell. Fast ein Viertel (24 Prozent) kann sich vorstellen, künftig mit dem Smartphone zu bezahlen.

Dafür brauchen Kunden eine spezielle App. Die Girocard lässt sich auf Android-Smartphones bereits seit 2018 in den hauseigenen Bezahl-Apps der Sparkassen und Volksbanken hinterlegen. Auch einige andere banken haben eigene Payment-Apps. Seit Kurzem können Sparkassen-Kunden die Girocard auch über Apple Pay auf ihrem iPhone benutzen. Ansonsten funktionieren die beiden großen mobilen Bezahldienste Google Pay und Apple Pay bislang ausschließlich mit Kredit- und Debitkarten.