Anleger denken bei dem Wort Fonds in erster Linie an Investmentfonds, die zu den offenen Fonds gehören. Bei offenen Fonds können Kapitalzuflüsse und -abflüsse theoretisch unbegrenzt erfolgen und es besteht nur bei einigen Ausnahmen ein fester Laufzeitrhythmus. Im Gegensatz dazu stehen die geschlossenen Fonds, die nur ein bestimmtes Kapitalvolumen einsammeln und in der Laufzeit begrenzt sind. Anlageschwerpunkte für diese Fonds sind beispielsweise Flugzeuge, Schiffe oder Einkaufszentren. Offene Fonds investieren in Wertpapiere, Immobilien oder Derivate. Als erster Investmentfonds, heute noch im Handel, wurde im Jahr 1928 in den USA der Pionier Funds I aufgelegt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Anlageschwerpunkte offener Fonds
  3. Die Rechtsformen offener Fonds
  4. Die Gewinne offener Fonds
  5. Die Auswirkungen offener Fonds auf den Kapitalmarkt
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links

Das Wichtigste in Kürze

  • Offene Fonds bieten eine breite Auswahl unterschiedlicher Anlageschwerpunkte.
  • Deutsche Kapitalverwahrstellen, die Investmentgesellschaften, agieren in der Regel als GmbH.
  • Bei ausschüttenden Fonds erhält der Anleger einmal im Jahr eine Gutschrift auf dem Verrechnungskonto.
  • Bei thesaurierenden Fonds werden die Gewinne dagegen wieder angelegt. Das erhöht das Fondsvermögen.

Anlageschwerpunkte offener Fonds

Die Anlageschwerpunkte offener Fonds haben sich in der jüngeren Vergangenheit vervielfacht. Waren es zu Beginn nur Aktien, Anleihen, Immobilien oder Geldmarktpapiere, so finden sich heute Schwerpunkte wie Rohstoffe, Indizes oder Mischfonds in der Angebotspalette. Damit spiegeln offene Fonds fast die gesamte Bandbreite des Kapitalmarktes wider und bieten Anlegern über alle Gattungen hinweg die Möglichkeit, die Selektion einem erfahrenen Fondsmanagement zu überlassen. Durch die differenzierte Selektion der Anlageschwerpunkte bilden offene Fonds auch die gesamte Bandbreite des Chance-Risiko-Profils, der Risikoklassen, ab. Es gibt insgesamt fünf Risikoklassen, von eins („sicher“) bis fünf („dynamisch“). Sie gelten auch für Einzeltitel.

Die Rechtsformen offener Fonds

Bei den Rechtsformen der in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Fonds muss zwischen deutschem Recht und Auslandsrecht – in der Regel von Luxemburg – unterschieden werden.

Die deutsche Rechtslage

Deutsche Kapitalverwahrstellen, die Investmentgesellschaften, agieren in der Regel als GmbH. Die Kundengelder werden als Fondssondervermögen dem jeweiligen Fonds zugeordnet. Im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft bleibt das Sondervermögen davon unberührt. Die Insolvenz eines Aktienfonds wäre theoretisch nur möglich, wenn alle darin gehaltenen Aktiengesellschaften an ein und demselben Tag Insolvenz anmelden würden.

SICAV – die Rechtsform bei luxemburgischen Investmentgesellschaften

SICAV-Fonds, (société d'investissement à capital variable), stellen Fonds nach luxemburgischem, italienischem, schweizerischem und maltesischem Recht dar. Die Fondsgesellschaft selbst firmiert als Aktiengesellschaft und gründet für jeden neuen Fonds ebenfalls eine Aktiengesellschaft. Je nach Kapitalbedarf kann sie neue Aktien ausgeben oder bestehende Aktien zurückkaufen. Die Fondsanteilsinhaber sind wiederum an der SICAV beteiligt, welche sich an den Aktiengesellschaften, die das Fondsportfolio darstellen, beteiligt.

Die Gewinne offener Fonds

Offene Fonds verzeichnen einmal im Jahr einen Ausschüttungstermin. Dabei wird allerdings zwischen tatsächlich ausschüttenden Fonds und thesaurierenden Fonds unterschieden. Bei einem ausschüttenden Fonds erhält der Anteilseigner eine Gutschrift auf dem Verrechnungskonto. Thesaurierende Fonds legen die im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschafteten Gewinne wieder direkt in neue Fondsanteile an, ohne dass ein erneuter Ausgabeaufschlag anfällt.

Zu den Gewinnen eines Fonds zählen zum einen Dividenden oder Zinsgutschriften aus den im Fonds befindlichen Wertpapieren, zum anderen Kursgewinne aus Verkäufen von im Fonds enthaltener Basiswerte. Die Besteuerung erfolgt auch bei thesaurierenden Fonds direkt mit der Wiederanlage, da es sich dabei steuerrechtlich um ausschüttungsähnliche Erträge handelt.

Die Auswirkungen offener Fonds auf den Kapitalmarkt

Der größte Fonds der Welt, der Magellan Funds, stammt aus dem Hause Fidelity. Ende des Jahres 1999 verwaltete dieser Fonds über 100 Milliarden US-Dollar an Anlegergeldern. Mitte der neunziger Jahre musste der Fonds für neue Anleger geschlossen werden und nahm erst im Jahr 2008 wieder neue Kundengelder entgegen. Hintergrund war, dass das Management Probleme hatte, neue Aktienpositionen zu erwerben beziehungsweise abzustoßen. Durch das Fondsvolumen waren teilweise so große Positionen einzelner Titel entstanden, dass auch ein schrittweiser Verkauf zu massiven Kurseinbrüchen an den Börsen geführt hätte. Offene Fonds halten teilweise recht beachtliche Positionen an einzelnen Unternehmen. Damit nehmen sie als Großaktionäre auch Einfluss auf die Firmenpolitik. Das Ziel, eine möglichst hohe Gesamtperformance für den Fonds zu erzielen, steht damit hin und wieder im Widerspruch zur Geschäftspolitik der einzelnen Aktiengesellschaft.

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