Die Bruttorendite einer Geldanlage beziffert den Ertrag, welcher ein Anleger aus einer Investition erzielt, ohne jegliche weiteren Faktoren zu berücksichtigen. Abhängig von der Art des Investments mindern jedoch diverse Faktoren die Bruttorendite, sodass die letztendliche Nettorendite deutlich geringer ausfällt. Andererseits kann die Nettorendite unter bestimmten Umständen die Bruttorendite auch übersteigen. Auf einige Faktoren haben Anleger einen Einfluss, auf eine andere, die Steuern, jedoch nicht.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Renditemindernde Faktoren: Besteuerung
  3. Kosten in Zusammenhang mit Wertpapierdepots
  4. Die Bruttorendite bei Immobilien
  5. Brutto gleich netto bei Einlagen
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Festgeldangebote vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer als Anleger Erträge aus Kapitalanlagen erzielt, muss diese versteuern.
  • Der Steuersatz wiederum hängt von der Art des Ertrages ab.
  • Der Mietertrag einer vermieteten Immobilie stellt zunächst einmal die Bruttorendite dar.
  • Generell kann die Nettorendite an die Bruttorendite besser angepasst werden, wenn Eltern Freistellungsaufträge auch für die Kinder nutzen.

Renditemindernde Faktoren: Besteuerung

Wer als Anleger Erträge aus Kapitalanlagen erzielt, muss diese versteuern. Der Steuersatz wiederum hängt von der Art des Ertrages ab. Mieteinnahmen werden im Rahmen der Steuererklärung mit dem persönlichen Steuersatz belegt, Erträge aus Kapitalanlagen wie Einlagen oder Wertpapieren mit der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer.

Kosten in Zusammenhang mit Wertpapierdepots

Erwerben zwei Anleger über zwei unterschiedliche Banken zu absolut identischen Marktbedingungen ein und dasselbe Wertpapier, verzeichnen auch eine identische Bruttorendite, fällt die Nettorendite in der Regel unterschiedlich aus. Beide Anleger erhalten den gleichen Kursgewinn und führen die gleiche Abgeltungssteuer ab. Der eine jedoch zahlt Depotverwaltungsgebühren, der andere nicht. Der Erste zahlt eine Courtage, die prozentual vom Ordervolumen abhängig ist, der andere eine Flatrate. Trotz identischer Bruttorendite unterscheidet sich die Nettorendite nach Abzug der Kosten signifikant.

Anleger, welche vorzugsweise in Investmentfonds investieren, können die Nettorendite an die Bruttorendite heranführen, wenn sie zum einen darauf achten, dass sie ein kostenloses Wertpapierdepot nutzen, zum anderen einen Broker wählen, der möglichst hohe Rabatte auf den Ausgabeaufschlag gewährt.

Die Bruttorendite bei Immobilien

Der Mietertrag einer vermieteten Immobilie stellt zunächst einmal die Bruttorendite dar. Dieser Mietertrag muss aber um mögliche Zinsaufwendungen, die Abschreibung und die nicht umlagefähigen Nebenkosten gekürzt werden. Der Nettoertrag wird nun mit der persönlichen Einkommensteuer belegt. Übersteigen die Aufwendungen einschließlich der Abschreibung jedoch die Mieteinnahmen, ist ein Verlust aus Vermietung und Verpachtung die Folge. Dieser Verlust führt in der Summe zu einer Minderung der Einkommensteuerschuld. Die Nettorendite übersteigt in diesem Fall die Bruttorendite.

Im Falle eines Bausparvertrages mindert die Vertragsabschlussgebühr in Höhe zwischen eins und 1,6 Prozent auf die Bausparsumme die Bruttorendite auf das Bausparguthaben ebenfalls. Renditesteigernd wirken sich dagegen mögliche staatliche Förderungen wie Bausparprämie oder Arbeitnehmersparzulage aus.

Brutto gleich netto bei Einlagen

Die Einrichtung, Führung und auch die Auflösung von Sparkonten, Tages- und Festgeldkonten erfolgen ohne Kosten für den Anleger. Liegt der Sparer mit dem Zinsertrag unter dem Freibetrag in Höhe von 801 Euro bei Alleinstehenden und 1.602 Euro bei Verheirateten, entspricht die Bruttorendite der Nettorendite. Die Nettorendite kann jedoch auch bei Einlagen höher ausfallen als die Bruttorendite. Einige Anbieter von Tagesgeldkonten bieten ihren Neukunden eine direkte Gutschrift auf das Tagesgeldkonto. In diesem Fall entspricht die Nettorendite nicht mehr dem Nominalzins, der Bruttorendite, sondern erhöht sich um den Zinssatz, der auf die Bonuszahlung der Bank entfällt. Eine Verfügung, die innerhalb von 30 Tagen über den Betrag von 2.000 Euro auf einem klassischen Sparbuch erfolgt, hat allerdings Vorfälligkeitszinsen zur Folge. Diese mindern den ursprünglich vereinbarten Zinssatz und führen damit auch auf einem Sparbuch zu einer Differenz zwischen ursprünglicher Bruttorendite, die nur steuerlich reduziert werden kann und faktischer Nettorendite.

Generell kann die Nettorendite an die Bruttorendite besser angepasst werden, wenn Eltern Freistellungsaufträge auch für die Kinder nutzen. Da jeder Bürger in Deutschland unabhängig vom Alter einer Steuerpflicht unterliegt, können Vermögensanteile auf Kinder übertragen und so die Freibeträge auf Kapitalerträge optimiert werden.

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