Die Arbitrage oder ein Arbitragegeschäft bezeichnet an der Börse das Ausnutzen von Preisunterschieden für dasselbe Wirtschaftsgut an verschiedenen Handelsplätzen. Aktien und Anleihen als klassische Wertpapiere dienen bei Arbitragegeschäften als Basiswerte, Futures im Bereich der Derivate eignen sich aufgrund ihrer hohen Volatilität ebenfalls ausgezeichnet für diese Handelsmethode.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Funktionsweise eines Arbitragegeschäftes
  3. Arten des Arbitragegeschäftes
  4. Ökonomische Betrachtung
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Jetzt Depots vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Arbitrage oder ein Arbitragegeschäft bezeichnet an der Börse das Ausnutzen von Preisunterschieden für dasselbe Wirtschaftsgut an verschiedenen Handelsplätzen.
  • Nicht alle möglichen Formen des Handels werden von der Ökonomie auch gut geheißen. Hochspekulative Derivate gelten beispielsweise als Gefahr für die Finanzmärkte.

Die Funktionsweise eines Arbitragegeschäftes

Ein sehr einfaches Beispiel, welches auch am deutschen Aktienmarkt funktionieren kann, wäre der Kauf und Verkauf einer Aktie. Die Aktie X notiert in Frankfurt mit 50 Euro, in Stuttgart mit 50,50 Euro. Der Trader erwirbt die Aktie für 50 Euro in Frankfurt und verkauft sie an der Börse Stuttgart mit 50 Cent Gewinn sofort weiter. Wesentlich gravierender, aber auch risikoreicher, wird ein Arbitragehandel, wenn er an zwei Börsen mit unterschiedlichen Währungen durchgeführt wird. Dem offenkundigen Kursgewinn steht hier das Risiko eines Kursverfalls auf der Währungsseite gegenüber. Eine Aktie wird in New York in US-Dollar gekauft und könnte in Tokyo mit Gewinn weiterverkauft werden. Verschlechtert sich aber zum Zeitpunkt des Verkaufs das Verhältnis zwischen US-Dollar und Yen, minimiert dieser Sachverhalt auch den Gewinn.

Arten des Arbitragegeschäftes

Arbitragegeschäfte finden nicht nur an den Börsen statt. Die Wirtschaftswissenschaften unterscheiden zwischen vier Varianten der Arbitrage:

Geografische Arbitrage

Der geografischen Arbitrage liegen reduzierte Transportkosten und schnellere Kommunikationswege zugrunde. Wirtschaftsgüter können bei einem entsprechenden Preis schnell und effizient erworben werden. Der Arbitrageur hat den Vorteil, dass er den Preis einer Ware schneller erfährt als Mitbewerber.

Kulturelle Arbitrage

Die kulturelle Arbitrage bezieht sich nicht auf kulturelle Güter, sondern auf kulturell bedingte Preisgestaltungen. Gilt ein Nahrungsmittel in einem Land als Grundnahrungsmittel, ist es dort günstiger erhältlich, als andernorts. Der Arbitrageur macht sich diesen Sachverhalt zu eigen und kauft die Ware dort, wo sie subventioniert wird und verkauft sie an anderer Stelle, an der ein höherer, weil nicht subventionierter Preis gezahlt wird.

Mathematische Arbitrage

Die mathematische oder auch statistische Arbitrage betrachtet zwei Wirtschaftsgüter in Bezug auf die gegenseitige Korrelation. Verändert sich der Preis eines Gutes zum anderen und die Korrelation zwischen beiden Gütern wird verletzt, besteht die Möglichkeit auf einen Handel mit Profit, da angenommen wird, dass die Preise zu einem späteren Zeitpunkt wieder korrelieren werden.

Die ökonomische Arbitrage

Obwohl alle Arbitragegeschäfte ihren Ursprung in der Ökonomie haben, gibt es auch Sachverhalte, die nicht der geografischen, kulturellen oder mathematischen Arbitrage zugeordnet werden können. Diese nicht eindeutig zuzuordnenden Geschäfte werden unter dem Oberbegriff ökonomische Arbitrage zusammengefasst.

Ökonomische Betrachtung

Nicht alle möglichen Formen des Handels werden von der Ökonomie auch gut geheißen. Hochspekulative Derivate gelten beispielsweise als Gefahr für die Finanzmärkte. Arbitragegeschäfte genießen dagegen einen positiven Ruf, da sie in den Augen der Wirtschaftswissenschaftler für transparente Märkte sorgen und den Markt effizient gestalten. Unter idealen Marktbedingungen sind Arbitragegeschäfte völlig risikofrei. Das Risiko besteht jedoch in dem Moment, in dem die Arbitrage ihren positiven Ansatz, die Transparenz der Märkte, bewirkt. Der Käufer wird die Ware nicht mehr über den Arbitrageur erwerben, sondern ebenfalls in dem kostengünstigeren Markt einkaufen.

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