Trotz Corona bewerten zwei Drittel ihre Finanzlage als „gut“

23.12.2020 | 10:24

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Die Corona-Krise hat zwar die Wirtschaft voll erfasst, allerdings scheinen sich die finanziellen Folgen der Pandemie bislang noch nicht dramatisch auf die breite Bevölkerung ausgewirkt zu haben. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Umfrage des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Demnach schätzen zwei von drei Befragten ihre eigene wirtschaftliche Situation als „gut“ ein. Mit Blick auf die wirtschaftliche Zukunft des Landes herrscht hingegen ein gemischtes Stimmungsbild.

Wirtschaft im Tief, persönliche Situation top?

Die Teilnehmer der Umfrage sollten sowohl die wirtschaftliche Lage Deutschlands als auch ihre eigene finanzielle Situation einschätzen. Nur etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) bewertet die Wirtschaftslage des Landes als „gut“. Ihre persönliche Lage bewerten die Deutschen hingegen deutlich positiver. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten bezeichnen ihre eigene finanzielle Lage als „gut“.

Ein wichtiger Grund könnte darin bestehen, dass sich nur relativ wenige Menschen von den konkreten Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen fühlen. Drei Viertel (76 Prozent) der Befragten – und damit noch mehr als während des ersten Lockdowns – sagen, dass sie von den Folgen der Corona-Krise „kaum“ oder „gar nicht“ betroffen sind.

Das „Mir-geht-es-ja-noch-ganz-gut“-Gefühl

Für die deutliche Diskrepanz zwischen der Einschätzung ihrer eigenen und der gesamtwirtschaftlichen Lage macht der Bankenverband vor allem zwei Ursachen aus: „Die massiven staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wie Ausgleichszahlungen, die Kurzarbeiter-Regelungen und die Überbrückungs-Kredite gleichen gerade vieles aus", sagte Verbands-Chef Andreas Krautscheid dem Berliner Tagesspiegel.

Andererseits spielten für die überraschend positiven Einschätzungen aber auch psychologische Effekte eine Rolle: Je schlechter das allgemeine Bild von der Wirtschaft ist, je häufiger die Medien über den verheerenden Einbruch der Konjunktur berichten, desto besser erscheine den Menschen ihre eigene Lage. Dieses „Mir-geht-es-ja-noch-ganz-gut“-Gefühl könne dazu beitragen, dass eine zumindest nicht allzu gravierende Verschlechterung der eigenen Finanzlage ausgeblendet werde.