Negative Inflation auch im Oktober

31.10.2020 | 12:04

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Zum vierten Mal in Folge liegt die Inflationsrate im Oktober auf oder unter der Marke von null Prozent. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Berechnungen bekannt gegeben. Vor allem die niedrigen Energiepreise und die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer drücken auf die Inflation.

Inflationsrate wie im September bei -0,2 Prozent

Im Vergleich zum Oktober 2019 sind die Verbraucherpreise in Deutschland leicht gesunken. Wie schon im September weist das Statistische Bundesamt auch in diesem Monat eine negative Inflationsrate von minus 0,2 Prozent aus. Eine Teuerungsrate oberhalb der Null-Prozent-Marke gab es zuletzt im Juni (0,9 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat September sind die Preise den Angaben zufolge minimal um 0,1 Prozent gestiegen.

Günstigere Preise wegen niedriger Mehrwertsteuer

Eine Ursache für die extrem niedrige Inflation sind die im Jahresvergleich deutlich gesunkenen Preise für Energie. Haushaltsenergie wie Strom, Heizöl und Gas sowie Kraftstoffe haben sich im Vergleich zum Vormonat um 6,8 Prozent verbilligt.

Außerdem drücken die im Zuge der Corona-Konjunkturmaßnahmen vorübergehend reduzierten Mehrwertsteuersätze auf die Inflation. Viele Händler geben den geringeren Steuersatz an die Endverbraucher weiter und haben ihre Preise gesenkt. Seit im Juli die reduzierten Mehrwertsteuersätze von 16 beziehungsweise 5 Prozent in Kraft traten, lag die Inflation in jedem Monat auf oder unter Null.

Nicht alles ist billiger geworden

Die Steueränderungen wirken sich jedoch nicht auf alle Waren und Dienstleistungen des Warenkorbs der Verbraucherpreisstatistik gleichermaßen aus. Wohnungsmieten etwa haben einen hohen Anteil an den Verbrauchsausgaben, sind aber von der Steuersenkung nicht betroffen. Sie verteuerten sich im Jahresvergleich um 1,3 Prozent. Auch Nahrungsmittel (1,4 Prozent) und Dienstleistung (1 Prozent) waren im Oktober teurer als im Vorjahr.