In Deutschland gibt es immer mehr Millionäre

23.10.2020 | 12:27

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Zwar hat die Corona-Krise viele Branchen und Wirtschaftszweige in diesem Jahr hart getroffen. Doch die Privatvermögen sind spürbar gestiegen. Laut einer Analyse der Schweizer Bank Credit Suisse hat sich dadurch auch die Zahl der Dollar-Millionäre deutlich erhöht.

58.000 neue Millionäre in Deutschland

Die Vermögen privater Haushalte sind nach einer Bank-Analyse trotz Corona-Krise in diesem Jahr im weltweiten Durchschnitt gestiegen. In Deutschland hätten sich zu den 2,1 Millionen US-Dollar-Millionären von Januar bis Juni 58.000 Millionäre hinzugesellt, schreibt die Credit Suisse in ihrem Wohlstandsbericht.

Das Vermögen pro Erwachsenem sei in dem Zeitraum in Deutschland um 1,8 Prozent gestiegen und sollte für das Gesamtjahr um 3,9 Prozent steigen. Zum Vergleich: In China stieg die Zahl der Millionäre von 5,8 Millionen Ende 2019 um 365.000 bis Mitte 2020.

Auch weltweit sind die Privatvermögen gestiegen

Es habe zwar von Januar bis März mit den Geschäftsschließungen zunächst einen starken Einbruch gegeben, doch sei die Erholung markant gewesen, schreibt die Credit Suisse. Ende Juni habe das Vermögen privater Haushalte weltweit rund 0,3 Prozent oder eine Billion Dollar (840 Milliarden Euro) höher gelegen als Ende 2019. Im vergangenen Jahr sei das Vermögen insgesamt um zehn Prozent oder 36,5 Billionen Dollar auf 399,2 Billionen gewachsen.

Große Vermögensunterschiede besonders in Deutschland

Die Bank geht davon aus, dass die Einkommensschere in vielen Ländern weiter auseinandergegangen ist, weil Arbeiterinnen und Arbeiter mit geringen Einkommen und unsicheren Arbeitsplätzen in der Corona-Krise am ehesten ihren Job oder Einkommen verloren haben.

In Deutschland sei der Vermögensunterschied besonders stark ausgeprägt: Das eine Prozent der reichsten Leute besitze 29 Prozent der Vermögen, verglichen mit 22 Prozent in Frankreich und Großbritannien. Die Zahl der Menschen mit mehr als 100.000 Dollar Vermögenswerten liege bei 40 Prozent, vier Mal so hoch wie im weltweiten Durchschnitt.

Sachwerte wie Immobilien wurden beim Vermögen mitgerechnet

Im Unterschied zu anderen Vermögensstudien etwa der Deutschen Bundesbank, die Bankeinlagen wie etwa Tagesgeld und Festgeld, Bargeld, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen summieren, berücksichtigt die Credit Suisse in ihren Berechnungen auch Immobilien. 57 Prozent des Bruttovermögens der deutschen Privathaushalte entfällt nach Credit-Suisse-Berechnungen auf Sachwerte wie Immobilien. In den vergangenen Jahren sind die Preise für Häuser und Wohnungen in vielen Regionen deutlich gestiegen. Anleger profitierten auch von steigenden Kursen an den Börsen.