Großes Interesse an nachhaltigen Geldanlagen

11.09.2020 | 03:44

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Bankkunden haben großes Interesse an nachhaltigen Finanzprodukten. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung PwC, an der im Juni und Juli 2020 mehr als 4.000 Personen teilgenommen haben. Allerdings kennen viele von ihnen das Angebot ihrer Bank an solchen Produkten nicht.

Vier von fünf Befragten wünschen sich eine nachhaltige Bank

Umwelt- und Klimaschutz sehen 83 Prozent der Befragten als die größten Herausforderungen unserer Zeit. Für 80 Prozent der Studienteilnehmer ist Nachhaltigkeit keine Modeerscheinung, sondern bedeutet einen langfristigen gesellschaftlichen Wandel.

Dieser Wandel spiegelt sich bereits heute im Konsumverhalten wider. 67 Prozent der Befragten antworteten, dass Nachhaltigkeitsaspekte für sie in den vergangenen fünf Jahren bei Kaufentscheidungen wichtiger geworden seien. Das gilt besonders für Elektrogeräte, Lebensmittel und Pkw, in zunehmendem Maße aber auch beim Erwerb von Immobilien und Finanzprodukten.

Daniel Wildhirt von PwC Deutschland erklärt dazu: "Für fast 50 Prozent der Kunden spielt der Umgang mit Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle bei der Auswahl ihrer Bank." So befürworteten mehr als acht von zehn der Befragten (81 Prozent), dass das eigene Kreditinstitut nicht nur nachhaltige Anlageprodukte anbietet, sondern auch sich selbst an Nachhaltigkeitskriterien orientiert. Allerdings wissen rund sechs von zehn Kunden (59 Prozent) nicht, ob ihre Bank dies auch wirklich umsetzt.

Banken sollten nachhaltige Geldanlagen aktiv vertreiben

Laut der Studie kennt mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) den Begriff „Nachhaltige Finanzprodukte“ nicht oder kann sich nichts darunter vorstellen. Nur jeder Sechste hat eine gute oder sehr gute Vorstellung von der Bedeutung. Daher wünscht rund die Hälfte der Befragten mehr Informationen über das gesamte Angebot ihrer Bank (24 Prozent) sowie transparentere Angaben zu einzelnen Produkten (24 Prozent).

Thomas K. Otto, einer der Co-Autoren der PwC-Studie, sieht im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen für Banken viel Potenzial. Eine reine Ausweiterung des bestehenden Angebots an nachhaltigen Finanzprodukten reiche aber nicht aus. „Um das Geschäftspotenzial zu heben, müssen Banken solche Produkte aktiv vertreiben", so Otto. Dafür sprechen sich auch die Hälfte der Studienteilnehmer aus: 52 Prozent von ihnen erwarten, dass Banken ihnen nachhaltige Finanzprodukte anbieten.

Viele würden Abstriche bei der Rendite machen

In der Studie wurde auch untersucht, aus welchen Motiven heraus sich Kunden für nachhaltige Finanzprodukte entscheiden. Die wichtigsten sind Umweltschutz (43 Prozent) und dass sie mit ihrem Investment sozial verantwortlich handelnde Unternehmen und Staaten (38 Prozent) unterstützen. Ebenfalls wichtig ist ihnen der Klimaschutz (35 Prozent). Der Gedanke, die Welt "ein bisschen besser zu machen", spielt für knapp die Hälfte der Privatkunden (47 Prozent) eine wichtige Rolle beim Erwerb nachhaltiger Finanzprodukte.

Jeder vierte Besitzer oder Interessierte gibt sogar an, dass er bei Investitionen in Unternehmen, die etwa ökologische Technologien entwickeln oder gesellschaftliche Probleme lösen, etwas schlechtere Konditionen und eine niedrigere Rendite in Kauf nehmen würde.