Passivhaus

Ein Passivhaus bezeichnet ein Gebäude, das aufgrund seiner optimalen Wärmedämmung im Sommer wie auch im Winter weder eine klassische Heizung noch eine Kühlung benötigt. Als „passiv“ werden diese Häuser bezeichnet, weil der Großteil des Wärmebedarfs aus passiven Quellen wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten gedeckt wird.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Vorteile des Passivhauses
  3. Hintergrund: Passivhaus
  4. Nachhaltig Bauen: Was bedeutet das eigentlich?
  5. Der Name hält nicht immer, was er verspricht
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Jetzt Stromtarif sichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Gebäude, das aufgrund seiner optimalen Wärmedämmung im Sommer wie auch im Winter den Großteil des Wärmebedarfs aus passiven Quellen wie Sonneneinstrahlung und Abwärme bezieht und keine klassische Heizung oder Kühlung benötigt.
  • Nicht jedes Passivhaus hält jedoch, was es verspricht: Da der Begriff Passivhaus nicht geschützt ist, müssen Käufer selbst auf die Kriterien achten, die für ein Passivhaus gelten.

Vorteile des Passivhauses

Der besonders niedrige Heizenergiebedarf eines Passivhauses wird durch eine starke Dämmung der Wände und Fenster erreicht. Über eine spezielle Lüftungsanlage wird zudem sichergestellt, dass der Großteil der von Bewohnern und Elektrogeräten abgegebenen Wärme nicht ungenutzt nach draußen entweicht und die Räume mit Frischluft versorgt werden.

Im Sommer sorgen Jalousien und Markisen dafür, dass sich das Gebäude nicht allzu stark erhitzt. Die Passivhausbauweise ist nicht auf bestimmte Gebäudetypen beschränkt. Auch durch Umbauten und Sanierung ist es möglich, die Passivhausstandards zu erreichen.
Ein Passivhaus sollte jährlich nicht mehr als anderthalb Liter Heizöl oder anderthalb Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche verbrauchen.

Hintergrund: Passivhaus

In Deutschland und Österreich sind inzwischen mehr als 25.000 Passivhäuser entstanden. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes entfielen von den im Jahr 2010 mehr als 94.000 erteilten Baugenehmigungen für Wohngebäude jedoch nur knapp 500 auf Passivhäuser. Der Großteil waren Eigenheime. Bei Nichtwohngebäuden waren es von knapp 13.000 Baugenehmigungen 24 nach Passivhaus-Standard. Tendenz abnehmend: Im Jahr 2013 sind es nur noch 162 Baugenehmigungen für neue Passivhäuser.

Mit der angestrebten Energiewende wird energiesparendes Bauen immer wichtiger. Der Standard für Passivhäuser ist überall erreichbar, unabhängig davon ob es sich um den Bau eines Ein- oder Mehrfamilienhauses, einer Klinik oder eines Altenheims handelt. Angesichts steigender Energiepreise werden sich vermutlich immer mehr Bauherren und Käufer mit den Vorzügen von Passivhäusern auseinandersetzen. Die Mehrkosten für ein Passivhaus im Vergleich zu einem herkömmlichen Neubau sind nach Berechnungen von Bauexperten mittlerweile merklich geschrumpft. Fenster, die den Passivhausstandards entsprechen, kosten heute etwa 10 bis 20 Prozent mehr als herkömmliche Fenster. Die stärkere Dämmung erfordert zwar mehr Material, aber keinen zusätzlichen Arbeitsgang.

Kritiker monieren, dass ein Passivhaus den Bewohnern im Alltag Probleme bereiten kann. So werde das Be- und Entlüftungssystem gestört, wenn zwischendurch die Fenster geöffnet würden. Die Gebäude sind zudem in der Regel mit einer dicken Schicht Styropor und Kunststofffolie abgedichtet. Im Fall eines Brandes kann die Dämmung wie ein Beschleuniger wirken.

Nachhaltig Bauen: Was bedeutet das eigentlich?

In Zeiten des Klimawandels interessieren sich Bauherren zunehmend für ökologische Hauskonstruktionen. Das Haus soll durch geringen Verbrauch fossiler Energien das Klima schützen - und damit natürlich auch den eigenen Geldbeutel schonen. Außerdem werden gesunde, natürliche Baumaterialien eingesetzt, die beispielsweise Allergikern keine Probleme bereiten sollen.

Bei der Planung von Häusern wird der Nichtfachmann mit gängigen Begriffen wie "nachhaltig bauen", "ökologisch bauen" und "energieeffizient bauen" konfrontiert. "Nachhaltig bauen bedeutet, dass beim Hausbau immer die Belastung der Umwelt und der Gesundheit in jeder Lebensphase des Bauwerks von der Errichtung über die Nutzung bis zum Abriss betrachtet werden muss", erklärt Thomas Lutzkendorf, Professor für Ökologie und Ökonomie des Bauwesens an der Universität Karlsruhe.

Es müsse unter anderem berechnet werden, wie viel Energie zur Herstellung der Baumaterialien, zum Unterhalt des Hauses und für seinen Abriss benötigt wird. Auch die Gesundheits- und Umweltverträglichkeit des Gebäudes gilt es zu ermitteln.

Der Name hält nicht immer, was er verspricht

Nicht jedes Passivhaus hält, was es verspricht. Der Begriff Passivhaus ist gesetzlich nicht geschützt. Experten des Verbands Privater Bauherren weisen darauf hin, dass Käufer unbedingt darauf achten sollten, dass im Vertrag detailliert festgelegt wird, was das Passivhaus im individuellen Fall können muss. Die Experten empfehlen außerdem, eine sorgfältige Baukontrolle und den sogenannten Blower-Door-Test (auch Differenzdruck-Messverfahren genannt) schriftlich zu fixieren. Mit dem Blower-Door-Test wird die Luftdichtheit eines Gebäudes gemessen.

Um die Verbrauchswerte von jährlich anderthalb Liter Heizöl beziehungsweise anderthalb Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter einzuhalten, muss das Haus absolut winddicht sein. Darüber hinaus muss es lückenlos in einer ausreichenden Wärmedämmschicht verpackt sein, es darf keine Wärmebrücken aufweisen und alle Fugen müssen luftdicht und dauerhaft verklebt werden.

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