Brennwerttechnik

Die Brennwerttechnik sorgt dafür, dass beim Verbrennen von Energieträgern wie etwa Erdgas auch die Energie des in den Abgasen enthaltenen heißen Wasserdampfes genutzt wird. Dieser Prozess findet im sogenannten „Brennwertkessel“ statt. Da die Brennwerttechnik den Wirkungsgrad eines Heizungssystems deutlich erhöht, sollte jede moderne Öl- oder Gasheizung mit einem Brennwertkessel ausgestattet sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der Brennwerttechnik ist es möglich, diesen Wasserdampf innerhalb des Kessels zur Kondensation zu bringen und wieder in warmes Wasser zu verwandeln, das in der Warmwasserheizung genutzt werden kann.
  • Die Nachrüstung dieser Heizungsanlagen zusammen mit einer verbesserten Dämmung würde die Energieeffizienz in Deutschland insgesamt erhöhen.
  • Der Austausch des Heizungssystems und nachträgliche Dämmung in Altbauten sind jedoch kostspielige Angelegenheiten.

Ohne Brennwerttechnik geht Energie verloren

Ein einem herkömmlichen Brennkessel wird durch Verbrennung Wärme erzeugt, die Abgase werden durch den Kamin abgeleitet. In den Abgasen ist auch heißer Wasserdampf enthalten, der nicht weiter genutzt wird. So kommt es zu Abgasverlusten, die bei Gas etwa 11 Prozent und bei Öl etwa 6 Prozent des Energiegehalts ausmachen. Mit der Brennwerttechnik ist es möglich, diesen Wasserdampf innerhalb des Kessels zur Kondensation zu bringen und wieder in warmes Wasser zu verwandeln, das in der Warmwasserheizung genutzt werden kann. So werden Verluste vermieden und es wird rechnerisch ein Wirkungsgrad über 100 Prozent erreicht.

Grafische Darstellung der Brennwerttechnik

Brennwerttechnik gilt heute als Standard

Brennwertkessel für Erdgas erreichten Anfang der 1980er Jahre Serienreife, im Bereich Ölheizungen wurde die Brennwerttechnik Mitte der 1990er Jahre Standard. Wer heute neu baut und eine Öl- oder Gasheizung plant, wird selbstverständlich zur effizienten Brennwerttechnik greifen. Der größte Teil der Heizungen in Deutschland ist jedoch älter und nutzt bisher noch keine Brennwerttechnik. Die Nachrüstung dieser Heizungsanlagen zusammen mit einer verbesserten Dämmung stellt eine der effektivsten Möglichkeiten dar, die Energieeffizienz in Deutschland insgesamt zu erhöhen.

Statistik: Gesamtbestand zentraler Wärmeerzeuger für Heizungen in Deutschland 2009

Der Austausch des Heizungssystems und nachträgliche Dämmung in Altbauten sind jedoch kostspielige Angelegenheiten. Bei der Umstellung auf Brennwerttechnik muss der Kamin eine neue korrosionsbeständige Innenverkleidung erhalten und es muss eine Leitung für das kondensierte Wasser gelegt werden. Da ältere Heizungssysteme auf hohe Wassertemperaturen ausgelegt sind, kann die Brennwerttechnik häufig dennoch nicht ihre volle Wirkung entfalten. Welche Einsparungen der Austausch des Heizungskessels bringen kann, muss daher im Einzelfall vom Fachmann kalkuliert werden.