Biokraftstoff

Biokraftstoffe sind aus Biomasse hergestellte Kraftstoffe. Sie werden sowohl als Reinkraftstoffe als auch als Beimischung zu fossilen Kraftstoffen verwendet. Dabei weist der Begriff nicht – wie häufig angenommen – auf einen ökologischen Anbau hin, sondern lediglich auf deren pflanzlichen Ursprung. Biokraftstoffe können aus unterschiedlichen biogenen Rohstoffen auf verschiedene Art und Weise erzeugt werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zu den verwendeten Rohstoffen zählen Zuckerrohr, Mais, Roggen, Raps, Weizen, aber auch Gülle, Holz, Kompost oder Nahrungsmittelabfälle aus der Gastronomie.
  • Gemäß dem Bundes-Immissionsschutzgesetzes gelten folgende Stoffe als reine Biokraftstoffe: Fettsäuremethylester, Bioethanol, Pflanzenöl und Biomethan.
  • Biosprit aus Raps, Palmöl oder Soja belastet das Klima zum Teil stärker als Treibstoffe aus Erdöl.

Zuckerrohr, Mais, Gülle & Co.

Zu den verwendeten Rohstoffen zählen Zuckerrohr, Mais, Roggen, Raps, Weizen, aber auch Gülle, Holz, Kompost oder Nahrungsmittelabfälle aus der Gastronomie. Erzeugungsarten sind beispielsweise die Extraktion von Pflanzenölen oder die Vergärung biogener Rohstoffe mit anschließender Destillation. Gemäß dem Bundes-Immissionsschutzgesetzes gelten folgende Stoffe als reine Biokraftstoffe:

  • Fettsäuremethylester (FAME, Biodiesel), wenn sie durch Veresterung von pflanzlichen oder tierischen Ölen oder Fetten hergestellt werden, die selbst Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung sind.
  • Bioethanol, wenn es sich um Ethylalkohol ex Unterposition 2207 1000 der Kombinierten Nomenklatur handelt.
  • Pflanzenöl gilt dann als Biokraftstoff, wenn seine Eigenschaften mindestens den Anforderungen für Pflanzenölkraftstoff nach der „Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und Brennstoffen“ entsprechen.
  • Biomethan gilt nur als Biokraftstoff, wenn es den Anforderungen für Erdgas nach der „Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und Brennstoffen“ entspricht.

Quotenregelung soll Biosprit-Markt beleben

Um die Marktdurchdringung von Biokraftstoffen weiter voranzutreiben, hat der Gesetzgeber im Jahr 2007 das sogenannte Biokraftstoffquotengesetz eingeführt. Das Gesetz verpflichtet die Mineralölwirtschaft, einen definierten Prozentsatz an Biokraftstoff – die sogenannte Biokraftstoffquote – auf den Markt zu bringen. Den Unternehmen ist es dabei freigestellt, wie sie die Quote erfüllen: durch Beimischung zu fossilen Kraftstoffen oder durch Herstellung von reinem Biokraftstoff. Gelingt es den Mineralölkonzernen nicht, die erforderlichen Mengen abzusetzen, sieht der Gesetzgeber Strafzahlungen vor.

Zukunftsfähigkeit: Preisentwicklung und Akzeptanz entscheidend

Inwieweit die Bedeutung von Biokraftstoffen in Zukunft steigen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt die Preisentwicklung bei den fossilen Kraftstoffen eine große Rolle. Steigen die Preise in den kommenden Jahren weiter, wird sich die Konkurrenzfähigkeit von Biokraftstoffen vermutlich erhöhen. Voraussetzung ist gleichzeitig, dass die Beschaffungskosten für Biokraftstoffe nicht exorbitant steigen. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, indem er politische Rahmenbedingungen festlegt, wie etwa das Biokraftstoffquotengesetz oder die Beibehaltung der Steuerermäßigung.

Darüber hinaus muss auch die Akzeptanz in der Bevölkerung steigen. Dass diese bisher noch gering ist, hat die Einführung der Benzinsorte E10 im Jahr 2011 gezeigt. Wenngleich nach Angaben des ADAC über 90 Prozent der benzinbetriebenen Fahrzeuge in Deutschland E10-tauglich sind, verschmäht auch Jahre nach der Einführung weiterhin ein Großteil der Autofahrer den Biokraftstoff und tankt herkömmlichen Kraftstoff.

Wie groß ist der Klimanutzen von Biosprit wirklich?

Über die Vorteile von Biosprit streiten sich die Experten. Während die einen von der Klimafreundlichkeit überzeugt sind, führen die anderen verschiedene Argumente ins Feld, die die Ökobilanz in Frage stellen. So hat eine Studie der EU-Kommission den Klimanutzen von Biosprit bezweifelt. Demnach belaste Biosprit aus Raps, Palmöl oder Soja das Klima zum Teil stärker als Treibstoffe aus Erdöl. Lediglich Biokraftstoffe aus Zuckerrohr, Zuckerrüben oder Mais schnitten besser ab.