CO2-Preis – das sollten Sie wissen
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Das Wichtigste in Kürze
- Der CO2-Preis ist eine Abgabe auf CO2-Emissionen wie Erdgas, Benzin und Diesel, die seit 2021 erhoben wird.
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Der CO2-Preis liegt derzeit zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2.
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Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen die Kosten der CO2-Steuer indirekt durch höhere Energiepreise.
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Bis 2030 werden CO2-Preise zwischen 120 und 151 Euro pro Tonne CO2 erwartet – eine deutliche Steigerung der Kosten.
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Bei Preiserhöhungen haben Verbraucherinnen und Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht. Ein Gasvergleich hilft, günstigere Anbieter zu finden.
Was ist der CO2-Preis?
Als CO2-Preis bezeichnet man eine Steuer, die auf den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) erhoben wird. Sie verteuert fossile Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas, um umweltfreundlichere Alternativen attraktiver zu machen.
CO2 gilt als Verursacher der Erderwärmung und des Klimawandels. Die CO2-Steuer soll dabei helfen, die Emissionen von Treibhausgasen zu minimieren und die gesteckten Klimaziele zu erreichen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe teurer wird.
Seit wann gibt es den CO2-Preis?
Die CO2-Steuer wurde 2021 von der damaligen Bundesregierung für die Bereiche Wärme und Verkehr eingeführt. Unternehmen, die Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel auf den Markt bringen, werden verpflichtet, für den Treibhausgas-Ausstoß Emissionsrechte zu erwerben.
Dies macht den Verbrauch von fossilen Brennstoffen teurer. Gleichzeitig lohnt sich vermehrt der Einsatz klimaschonender Technologien wie Wärmepumpen und Elektromobilität. Die Einführung war Teil des Klimaschutzprogramms 2030.
Was sind Emissionsrechte?
Emissionsrechte sind Zertifikate, die Unternehmen berechtigen, eine bestimmte Menge CO2 auszustoßen. Wer mehr emittiert, muss zusätzliche Rechte kaufen oder Bußgelder zahlen.
Wie hoch ist der CO2-Preis?
Für das Jahr 2021 einigten sich Bund und Länder auf eine CO2-Steuer von 25 Euro je Tonne CO2, danach sollte sie kontinuierlich steigen. Aufgrund der Energiekrise wurde die Anhebung jedoch im Jahr 2023 ausgesetzt. Aktuell liegt der CO2-Preis zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2. Den genauen Preis pro Tonne CO2 legt die EEX-Auktion in Leipzig fest.
Die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig ist der zentrale Handelsplatz für Emissionsrechte in Deutschland. Hier wird der exakte Preis der CO2-Steuer durch Angebot und Nachfrage ermittelt.
Welche Auswirkungen hat der CO2-Preis auf den Gaspreis?
Die CO2-Steuer verteuert Erdgas, weil Gasversorger für die beim Verbrennen entstehenden Emissionen von CO2 Zertifikate kaufen müssen. Diese Kosten werden in der Regel an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben.
Beispiel für ein Einfamilienhaus:
Bei einem Gasverbrauch von 20.000 kWh entstehen durch die CO2-Steuer jährlich Kosten zwischen 237 und 281 Euro.
Allerdings ist die CO2-Steuer nur ein Bestandteil des Gaspreises. Daneben spielen unter anderem eine Rolle:
- Beschaffungskosten für Erdgas
- Netznutzungsentgelte
- Steuern und Abgaben
- Vertriebskosten des Anbieters
Es ist deshalb möglich, dass der Gaspreis trotz steigender CO2-Steuer zeitweise fällt (wenn etwa die Großhandelspreise für Gas sinken) oder stärker steigt, als allein durch die CO2-Steuer erklärbar wäre.
Wird mein Gastarif durch den CO2-Preis teurer?
Gasversorger reichen die Mehrkosten durch die CO2-Steuer an ihre Kundinnen und Kunden weiter, weshalb Gastarife teurer werden, wenn die CO2-Steuer steigt. Wie teuer ein einzelner Gastarif ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zwischen den Gasanbietern gibt es zum Teil erhebliche Preisunterschiede, unter anderem wegen unterschiedlicher Beschaffungsstrategien.
Mehrkosten nach Verbrauch und Jahr
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Erdgas
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2023
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2024
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2025
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2026
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|---|---|---|---|---|
| 5.000 KWh | 33 € | 55 € | 60 € | 70 € |
| 12.000 KWh | 56 € | 79 € | 143 € | 168 € |
| 18.000 KWh | 119 € | 199 € | 215 € | 252 € |
| 20.000 KWh | 132 € | 220 € | 238 € | 280 € |
| 25.000 KWh | 165 € | 275 € | 298 € | 350 € |
| 30.000 KWh | 198 € | 330 € | 357 € | 420 € |
Kosten auf volle Euro-Beträge gerundet. Zeitlich befristete Mehrwertsteuersenkung auf 7 Prozent im Jahr 2023 berücksichtigt.
Was kann ich tun, wenn mein Anbieter die Preise erhöht?
Wenn Ihr Anbieter die Preise anhebt, können Sie mit unserem Gaspreisvergleich einen neuen, günstigeren Anbieter suchen. Bei einer Gaspreiserhöhung haben Sie ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet, Sie können in der Regel ohne Einhaltung einer Frist aus dem Vertrag kündigen – auch bei Erhöhungen durch die CO2-Steuer und andere Steuern und Abgaben.
Bei einer Preiserhöhung sollten Sie schnell reagieren und wegen der kurzen Fristen selbst kündigen. Dazu reicht eine formlose Nachricht. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kündigt per Einschreiben.
Was gibt es bei einer Sonderkündigung zu beachten?
- Verweisen Sie in Ihrem Schreiben auf Ihr Sonderkündigungsrecht.
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Geben Sie folgende Daten an: Ihre Verbrauchsstelle, Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse.
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Beachten Sie das Datum: Datieren Sie die Kündigung einen Tag, bevor die Preiserhöhung wirksam wird (z.B. Kündigung zum 31. Dezember, wenn die Erhöhung zum 1. Januar wirksam wird).
- Fordern Sie eine Kündigungsbestätigung an.
CO2-Preis: Was gilt in Mietwohnungen?
Seit 2023 werden die Kosten der CO2-Steuer zwischen Mietenden und Vermietenden aufgeteilt. Wie hoch der Anteil jeweils ist, hängt von der energetischen Qualität des Gebäudes ab. Die energetische Qualität ist die Bewertung, wie gut ein Gebäude Wärme speichert und vor Energieverlusten schützt. Je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto größer ist der Anteil der CO2-Steuer-Kosten, den die Vermieterin oder der Vermieter übernehmen muss.
Kostenbeispiel für eine Mietwohnung:
Bei einem jährlichen Gasverbrauch von 9.000 kWh entstehen jährlich etwa 118 bis 139 Euro an CO2-Steuer-Kosten.
Handelt es sich um ein durchschnittliches, teilweise modernisiertes Mehrfamilienhaus, übernimmt der Vermieter in der Regel 30 bis 50 Prozent der Kosten, das heißt, Sie müssen mit CO2-Steuer-Kosten zwischen 59 und 83 Euro rechnen. In einem schlecht gedämmten Altbau trägt die Vermieterin einen höheren Anteil von bis zu 95 Prozent der Kosten. In einem energieeffizienten Neubau beträgt der Vermieteranteil dagegen nur 0 bis 10 Prozent.
Verbraucher-Tipp: Heizkostenabrechnung prüfen
Prüfen Sie, ob in Ihrer Heizkostenabrechnung die CO2-Steuer-Kosten explizit ausgewiesen sind. Auch der Anteil des Vermieters bzw. der Vermieterin muss dort berücksichtigt werden.
Wohin fließen die Einnahmen aus der CO2-Steuer?
In Deutschland fließen die Einnahmen aus der CO2-Steuer grundsätzlich in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) des Bundes. Die Mittel aus diesem Fonds werden für Klima-, Energie- und Transformationsmaßnahmen zur Reduktion von Emissionen verwendet.
Beispiele für geförderte Maßnahmen:
- Förderung der energetischen Gebäudesanierung
- Förderung erneuerbarer Energien
- Ausbau der Elektromobilität und Ladeinfrastruktur
- Dekarbonisierung der Industrie
- Investitionen in klimafreundliche Technologien und Infrastruktur
2025 lagen die Einnahmen aus dem europäischen und dem nationalen Emissionshandel in Deutschland bei rund 21,4 Milliarden Euro, die vollständig in den KTF flossen.
Was ist das Emissionshandelssystem?
Das Emissionshandelssystem (ETS) begrenzt die Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen durch eine festgelegte Anzahl von Emissionszertifikaten. Unternehmen benötigen für jede ausgestoßene Tonne CO2 ein Zertifikat und können diese untereinander handeln. Da die Anzahl der Zertifikate begrenzt ist, entsteht ein Marktpreis für Emissionen. Dadurch wird CO2-Ausstoß wirtschaftlich teurer und Unternehmen erhalten einen Anreiz, ihre Emissionen zu reduzieren.
Wie wird sich der CO2-Preis in Zukunft entwickeln?
Ab 2028 wird die CO2-Steuer für die Bereiche Heizen und Verkehr im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems ETS II nicht mehr staatlich festgelegt, sondern durch Angebot und Nachfrage am Markt bestimmt. Der ursprünglich für 2027 geplante Start wurde um ein Jahr verschoben.
Prognosen gehen davon aus, dass das europäische Preisniveau anfangs unter dem bisherigen deutschen Preis liegen wird. Nach Einschätzungen der Bertelsmann Stiftung könnte die CO2-Steuer im Jahr 2028 bei rund 60 Euro pro Tonne CO2 liegen.
Langfristige Entwicklung der CO2-Bepreisung
Langfristig rechnen Fachleute jedoch mit einem deutlichen Anstieg: Für das Jahr 2030 werden CO2-Preise zwischen 120 und 151 Euro pro Tonne CO2 prognostiziert. Wie stark die Kosten durch die CO2-Steuer tatsächlich steigen werden, hängt von der Entwicklung des europäischen Emissionsmarktes ab und lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig vorhersagen.