Verbrauch von Heizwärme steigt weiter

13.12.2019 | 11:39

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Eschborn - Wohngebäude in Deutschland benötigen immer mehr Heizenergie. Wie eine aktuelle Studie des Energiedienstleisters Techem zeigt, ist der Wärmeverbrauch bereits das dritte Jahr in Folge gestiegen.

Der Erdgasverbrauch legte demnach witterungsbereinigt um 1,1 Prozent zu, der Bedarf an Heizöl stieg um 1,5 Prozent. Bei der Fernwärme melden die Studienmacher einen leichten Rückgang von 0,3 Prozent. In den letzten drei Jahren stieg der Erdgasbedarf zusammen um rund 5,8 Prozent, der Heizölbedarf erhöhte sich um 8,5 Prozent, Fernwärme legte um 4,9 Prozent zu.

Geplante Einsparungen nicht mehr zu erreichen

„Im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung hat sich die rückläufige Verbrauchstendenz, die noch bis 2013 zu beobachten war, nach einer Zeit der Stagnation in einen deutlichen Anstieg umgekehrt“, kommentiert Techem Geschäftsführer Nicolai Kuß.

Zwischen 2008 und 2018 lag der durchschnittliche Verbrauchsrückgang pro Jahr für Erdgas bei 0,4 Prozent, für Heizöl bei 0,06 Prozent und für Fernwärme bei 0,2 Prozent. Die Bundesregierung wollte ursprünglich den Heizenergieverbrauch zwischen 2008 und 2020 um 20 Prozent senken. Dieses Ziel rückt damit in weite Ferne.

Mehr Transparenz notwendig

„Das nationale Ziel eines klimaneutralen Wohngebäudebestandes bis 2050 lässt sich nur mit einer breit angelegten Digitalisierungsoffensive, dem vermehrten Einsatz regenerativer Energien und einer durchgängigen Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wärmewertschöpfungskette verwirklichen“, so Kuß.

Woran es vielerorts fehle, sei die Transparenz über den tatsächlichen Wärmeverbrauch, um verfügbare Investitionsmittel so effektiv wie möglich einsetzen zu können. Die Auswertungen zeigten zudem, wie wichtig aktuelle Informationen über das eigene Verbrauchsverhalten sei. Nur so könnten Verbraucher ihren Verbrauch bewusst steuern und Heizkosten einsparen.

Für die aktuelle Studie wertete Techem anonymisierte Verbrauchsabrechnungen von rund 1,5 Millionen Wohnungen in deutschlandweit fast 120.000 Mehrfamilienhäusern.