Start in die Heizsaison: Kalter November lässt Heizkosten steigen
Stand: 15.12.2025
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. Der Start in die Heizsaison 2025 brachte für Haushalte höhere Kosten mit sich. Zwar fielen die Brennstoffpreise, doch der gestiegene Heizbedarf sorgte dafür, dass Gaskunden rund 3 Prozent mehr zahlen mussten als im Vorjahr. Für Ölkunden stiegen die Kosten um knapp 5 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox der Heizmonate September, Oktober und November unter Berücksichtigung der Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes.
Gaskosten stiegen um 3,4 Prozent
Der Beginn der Heizsaison von September bis einschließlich November verlief nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes überwiegend mild. Der Kälteeinbruch im November mit Frost und Schneefall führte dennoch dazu, dass ein Musterhaushalt im Einfamilienhaus rund 6 Prozent mehr Heizenergie benötigte als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Dank gesunkener Brennstoffkosten schlug der höhere Verbrauch nur abgeschwächt auf die Heizkosten durch. Die Gaskosten für die Monate September, Oktober und November stiegen auf Jahressicht um 3,4 Prozent. Gemäß dem von Verivox erhobenen Haushaltspreis kostete eine Kilowattstunde Gas im November 2025 durchschnittlich 10,97 Cent – gegenüber 11,39 Cent pro Kilowattstunde im November 2024. Damit verbilligte sich Gas innerhalb eines Jahres um 3,7 Prozent.
Die Gasversorger profitieren derzeit von deutlich niedrigeren Beschaffungskosten als noch vor einem Jahr. Die Großhandelspreise für Erdgas an der niederländischen TTF-Börse sind binnen zwölf Monaten um rund 42 Prozent gefallen und liegen aktuell bei etwa 27 Euro pro Megawattstunde. Damit nähert sich das Preisniveau wieder dem langjährigen Vor-Krisen-Bereich von 10 bis 25 Euro. Zum Vergleich: Im Krisenjahr 2022 schoss der Preis zeitweise auf über 300 Euro je Megawattstunde.
"Die Beschaffungskosten für Erdgas sind im Laufe des Jahres deutlich gesunken. Das entspannt die Lage am Gasmarkt spürbar und schafft Spielraum für günstigere Endkundenpreise. Zudem entfällt die Gasspeicherumlage", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. "Ein Teil dieser Entlastung wird jedoch durch höhere CO2-Kosten und gestiegene Gasnetzentgelte wieder aufgefressen."
Kosten für Heizöl 4,9 Prozent höher
Auch Haushalte, die mit Öl heizen, mussten zum Start der Heizsaison mehr zahlen. Trotz leicht niedrigerer Heizölpreise stiegen ihre Gesamtkosten gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent. Im Mittel kostete leichtes Heizöl im November 2024 rund 9,3 Cent je Kilowattstunde. Im November 2025 betrug der durchschnittliche Preis 9 Cent/kWh. Das entspricht einem Rückgang von 2,9 Prozent.
"Heizölpreise schwanken stark. Entscheidend für die tatsächlichen Kosten ist vor allem der Zeitpunkt der Bestellung. Ölkunden sollten ihren Jahresbedarf auf mehrere Käufe verteilen, um einen günstigeren Durchschnittspreis zu erzielen," sagt Thorsten Storck.
Methodik
Für die Berechnung des Heizbedarfs wurden die Gradtagzahlen des Deutschen Wetterdienstes herangezogen. Die Gradtagzahl wird für alle Tage berechnet, an denen die durchschnittliche Tagesaußentemperatur unter der Heizgrenztemperatur von 15 Grad liegt. An jedem Tag, an dem die Außentemperatur 15 Grad unterschreitet, addiert sich eine Gradtagzahl hinzu. Beträgt die Außentemperatur 8 Grad, ergibt sich die Gradtagzahl 12 aus der Differenz zur Solltemperatur von 20 Grad in Gebäuden.
Die durchschnittlichen Gaspreise entsprechen dem von Verivox erhobenen Haushaltpreis Gas. Die Heizölpreise wurden vom Statistischen Bundesamt und von esyoil übernommen. Der Musterhaushalt entspricht einer drei- bis vierköpfigen Familie in einem freistehenden Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Basisjahr 2011). Betrachtet wurden die Heizmonate September, Oktober und November.