Gaspreise für Neukunden erreichen tiefsten Stand seit 20 Monaten
Stand: 28.01.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. Trotz vergleichsweise niedriger Füllstände der Gasspeicher und zuletzt gestiegener Großhandelspreise liegen die Neukundenpreise für Gastarife mit rund 8 Cent pro Kilowattstunde (kWh) aktuell so niedrig wie zuletzt im Mai 2024. Vor einem Jahr zahlten Neukunden noch etwa 10 Cent pro kWh – also rund 20 Prozent mehr. Darauf weist das Vergleichsportal Verivox hin.
Deutlicher Preisanstieg im Gasgroßhandel
Die Preise im kurzfristigen Gas-Großhandel sind seit Mitte Januar deutlich angestiegen und liegen bei über 4 Cent pro Kilowattstunde. Im Dezember 2025 lag der durchschnittliche Preis noch bei rund 3 Cent. Die Hauptgründe für den Preisanstieg sind die relativ niedrigen Füllstände der Gasspeicher in Deutschland von rund 37 Prozent sowie Wetterprognosen, die Temperaturen unterhalb der langfristigen Mittelwerte voraussagen. Von staatlicher Seite aus gilt die Gasversorgung nach wie vor als gesichert.
Für Haushalte hat dieser Anstieg der Gaspreise im Großhandel vorerst keine direkten Auswirkungen, da sie länger laufende Verträge haben und sich Preisänderungen an den Börsen erst mit einem Zeitverzug von bis zu zwölf Monaten auf die Gaspreise für Verbraucherinnen und Verbraucher auswirken.
Der aktuelle Preisanstieg ist zudem längst nicht so stark wie im Jahr 2022: Aktuell liegt der Gaspreis im Spothandel bei rund 4 Cent pro Kilowattstunde, im August 2022 waren es bis zu 34 Cent pro kWh. Dass der jüngste, vergleichsweise geringe Preisanstieg direkt zu höheren Heizungskosten führt, ist deshalb unwahrscheinlich. "Erst wenn die Gasgroßhandelspreise für längere Zeit auf dem aktuellen Niveau bleiben oder noch weiter ansteigen, werden die Gaspreise auch für Verbraucher steigen. Wer jetzt einen neuen Gastarif wählt, sollte eine Preisgarantie von mindestens 12 Monaten wählen, um sich gegen einen möglichen Preisanstieg abzusichern", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
Neukundenpreise rund 2 Cent niedriger als vor einem Jahr
Bisher hat das Gaspreishoch keine Auswirkungen auf die Neukundenpreise der überregionalen Versorger: Im Bundesschnitt liegt das günstigste Angebot derzeit bei rund 8 Cent pro Kilowattstunde und damit rund 2 Cent niedriger als noch im Januar 2025. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh belaufen sich die Heizkosten für Neukunden demnach auf rund 1.600 Euro.
Wer sich hingegen noch nie um einen günstigeren Gastarif gekümmert hat und zu den Bedingungen der örtlichen Grundversorgung beliefert wird, zahlt derzeit durchschnittlich rund 13,5 Cent pro Kilowattstunde und hat jährliche Heizkosten von rund 2.700 Euro. Der Preisunterschied liegt somit bei rund 1.100 Euro pro Jahr.
Methodik
Für die Ermittlung der durchschnittlichen Gaspreise der Grundversorgung hat Verivox die verfügbaren veröffentlichungspflichtigen Preise der rund 700 Gas-Grundversorger in Deutschland ausgewertet.
Die durchschnittlichen Gaspreise bei Neuabschluss wurden anhand der bei Verivox verfügbaren Angebote erhoben. Der Preis pro Kilowattstunde enthält den Arbeitspreis sowie den Grundpreis und basiert auf dem deutschlandweit gewichteten Mittel des günstigsten Preises je Postleitzahl. Berücksichtigt wurden ausschließlich Neukundentarife mit einer Preisgarantie von 12 Monaten.