Gaspreise auf Drei-Jahres-Hoch: Tarifwechsel spart je nach Region bis zu 964 Euro
Stand: 07.09.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. Die Gaspreise am europäischen Großhandelsmarkt sind kurz vor der Heizsaison auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen. Für Verbraucher lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf den eigenen Tarif. Ein Tarifwechsel kann je nach Bundesland bis zu 964 Euro im Jahr sparen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox.
Teures Gas in Thüringen – Berlin und Hamburg am günstigsten
Der richtungsweisende niederländische TTF-Gaspreis ist Anfang September auf knapp 74 Euro je Megawattstunde gestiegen. Höhere Beschaffungskosten schlagen sich zwar nicht unmittelbar in den Bestandstarifen nieder, erhöhen vor dem Winter aber den Preisdruck am Gasmarkt.
Ein Blick auf die aktuellen Gaspreise zeigt deutliche regionale Unterschiede. Bundesweit zahlt ein Musterhaushalt für 20.000 Kilowattstunden Gas derzeit durchschnittlich 2.351 Euro im Jahr. Am teuersten ist Gas aktuell in Thüringen: Dort liegen die jährlichen Kosten im Schnitt bei 2.522 Euro. Es folgen Sachsen mit 2.500 Euro, Mecklenburg-Vorpommern mit 2.460 Euro und das Saarland mit 2.451 Euro. Am günstigsten ist Gas dagegen in Hamburg mit durchschnittlich 2.146 Euro und Berlin mit 2.150 Euro im Jahr.
"Die Preisunterschiede zwischen den Bundesländern sind unter anderem auf die regional unterschiedlich hohen Netzentgelte zurückzuführen. Sie fallen für die Nutzung und Instandhaltung der Netze sowie für Messstellenbetrieb und Zählerablesung an. Hinzu kommen die unterschiedlich hohen Preise der regionalen Grundversorger. Diese hängen auch von deren Einkaufspolitik ab: Je nachdem, wie vorausschauend ein Versorger sein Gas beschafft, können sich deutliche Preisunterschiede ergeben", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
Gaswechsel spart im Schnitt 491 Euro – Thüringen mit höchster Wechselersparnis
Besonders für Haushalte in der örtlichen Grundversorgung kann sich ein Tarifvergleich lohnen. Bundesweit kostet der günstigste empfohlene Tarif mit Bonus im Schnitt 2.192 Euro im Jahr. Gegenüber den durchschnittlichen Kosten der Grundversorgung von 2.683 Euro ergibt sich ein Sparpotenzial von 491 Euro. Das entspricht einer Kosteneinsparung von 18 Prozent.
Besonders groß ist der Preisunterschied in Thüringen. Während die Grundversorgung dort durchschnittlich 3.244 Euro kostet, liegt der günstigste empfohlene Tarif bei 2.279 Euro. Durch einen Wechsel lassen sich damit im Schnitt 964 Euro im Jahr sparen und damit knapp 30 Prozent der Gaskosten. Auch im Saarland ist das Sparpotenzial mit 585 Euro überdurchschnittlich hoch. Es folgen Hessen mit 561 Euro, Bayern mit 545 Euro, Rheinland-Pfalz mit 542 Euro und Nordrhein-Westfalen mit 525 Euro.
Deutlich geringer fällt die Ersparnis in Hamburg aus. Dort liegen zwischen Grundversorgung und günstigstem Tarif durchschnittlich 188 Euro. In Bremen beträgt das Sparpotenzial 257 Euro, in Schleswig-Holstein 326 Euro und in Berlin 360 Euro.
"Die Gaspreise am Großhandelsmarkt zeigen aktuell wieder deutlich nach oben. Wie schnell solche Preisbewegungen bei den Haushalten ankommen, hängt unter anderem von der Beschaffungsstrategie der Versorger ab. Verbraucher können die Entwicklung am Großhandelsmarkt nicht beeinflussen, aber sie können prüfen, ob sie für ihren eigenen Gastarif zu viel bezahlen", sagt Thorsten Storck.
Methodik
Die durchschnittlichen Gaspreise je Bundesland entsprechen dem von Verivox erhobenen Haushaltspreis Gas und beziehen sich auf einen Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden. Die Wechselersparnis resultiert aus einem Kostenvergleich der örtlichen Grundversorgung und der günstigsten verfügbaren Angebote mit empfehlenswerten Bedingungen.