Bundeslandvergleich: Gaspreise seit Jahresbeginn um bis zu 32 Prozent gestiegen
Stand: 15.04.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. Die Gaspreise sind infolge des Iran-Krieges spürbar gestiegen: Seit Jahresbeginn müssen Haushalte bundesweit im Durchschnitt rund 17 Prozent mehr zahlen – in Berlin (+32 Prozent), Hamburg (+25 Prozent), Hessen (+21 Prozent) und Brandenburg (+20 Prozent) liegt der Anstieg deutlich darüber. Ein Anbieterwechsel kann die Kosten jedoch spürbar senken. Eine vierköpfige Familie spart durch einen Wechsel aus der Grundversorgung zum günstigsten Laufzeittarif durchschnittlich 513 Euro. Auch hier zeigen sich große regionale Unterschiede, wie eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt.
Gaspreise steigen binnen eines Quartals um bis zu 32 Prozent
Bundesweit sind die Gaspreise seit Jahresbeginn im Durchschnitt um 17 Prozent gestiegen. Für 20.000 Kilowattstunden fielen im Januar noch 1.985 Euro an, aktuell sind es 2.321 Euro. Besonders stark verteuerte sich Gas in den Metropolen: In Berlin stiegen die Preise im Schnitt um 32 Prozent. Das entspricht einer jährlichen Mehrbelastung in Höhe von 537 Euro. Auch in Hamburg fiel der Anstieg mit einem Plus von 25 Prozent bzw. 422 Euro überdurchschnittlich hoch aus. Am geringsten verteuerten sich die Gaspreise im Saarland, in Sachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt, wo die Kosten seit Jahresbeginn um weniger als 15 Prozent zulegten.
"Die Folgen des Iran-Krieges sind bereits deutlich spürbar, die Beschaffungskosten an den Rohstoffbörsen haben sich zeitweise nahezu verdoppelt. Sollte die Beeinträchtigung von Produktionsstätten und Transportwegen im Nahen Osten anhalten, rechnen Handelsexperten mit Gaspreisen zwischen 80 und 110 Euro je Megawattstunde. In der Folge könnten die Heizkosten um bis zu 50 Prozent steigen", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
Teures Gas in Thüringen, Hamburg am günstigsten
Die höchsten Gaspreise werden derzeit in Thüringen fällig. Eine Familie mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bezahlt hier aktuell durchschnittlich 2.576 Euro. Das sind 488 Euro oder 23 Prozent mehr als im günstigsten Bundesland Hamburg (2.088 Euro).
Auch im Saarland (2.430 Euro), in Sachsen-Anhalt (2.414 Euro) sowie in Sachsen (2.413 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (2.404 Euro) werden Haushalte überdurchschnittlich stark zur Kasse gebeten. Ein deutlich niedrigeres Preisniveau findet sich neben Hamburg in Berlin (2.220 Euro), Bayern (2.221 Euro) und Niedersachsen (2.281 Euro).
Wechsel aus der Grundversorgung spart Hunderte Euro
Trotz der jüngsten Preissprünge lohnt sich ein Vergleich der Gasangebote. Bundesweit zahlen Haushalte in der Grundversorgung im Schnitt 24 Prozent mehr als im günstigsten Neukundentarif mit Preisgarantie. Wer wechselt, kann jährlich bundesweit im Durchschnitt 513 Euro sparen.
In Thüringen ist die Ersparnis beim Wechsel des Gasanbieters am höchsten. Haushalte sparen hier durch den Wechsel durchschnittlich 1.006 Euro jährlich ein. Hohe Ersparnisse lassen sich auch in Rheinland-Pfalz (616 Euro) und im Saarland (593 Euro) erzielen. In Bremen ist die Wechselersparnis am niedrigsten. Dennoch sparen Haushalte hier im Schnitt noch 189 Euro mit einem Gaswechsel ein.
Methodik
Die durchschnittlichen Gaspreise für die einzelnen Bundesländer wurden anhand des Verivox-Haushaltspreises Gas erhoben. Der durchschnittliche Preis bezieht sich auf einen Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 kWh. Verglichen wurden die Preisstände im Januar 2026 sowie im April 2026.