Alte Heizungen bieten große Einsparmöglichkeiten

14.09.2021 | 17:00

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Das Schornsteinfegerhandwerk will bei der angestrebten Energiewende im Wärmebereich eine wichtige Rolle spielen. Ein Knackpunkt seien veraltete Heizungen. In Deutschland gebe es noch immer zu viele alte Heizungsanlagen, erklärte der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks am Dienstag auf seiner Tagung in Mainz. Im vergangenen Jahr seien rund 70 Prozent der Öl- und 60 Prozent der Gasheizungen in der Bundesrepublik älter als 20 Jahre gewesen - und damit energetisch ineffizient.

Fast die Hälfte der rund 21.000 Schornsteinfegerinnen und -feger arbeite inzwischen als qualifizierte Energieberater, erklärte der Vorsitzende des Bundesverbandes, Oswald Wilhelm. Das Austausch- und damit auch das Einsparpotenzial zur Verringerung von Treibhausgasen bei den alten Anlagen sei sehr hoch, sagte Technikvorstand Michael Erlhof.

Wärmepumpen auf dem Vormarsch

Derzeit werden den Angaben zufolge bei vielen Neu- und Umbauten Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen ersetzt, für deren Anschaffung bis zu 45 Prozent der Kosten gefördert werden. Bei diesen Wärmepumpen fallen klassische Aufgaben des Schornsteinfegers wie Messungen und Überprüfungen weg. «Natürlich spüren wir das», räumte Wilhelm ein. «Auf der anderen Seite kompensieren wir das mit Beratung, Reinigung und Überprüfung von Lüftungsanlagen und dem Verkauf von Rauchwarnmeldern.»

Feinstaubreduzierung macht viel Arbeit

Auch das Aufstellen individueller Sanierungspläne gehört zu den Aufgaben der Frauen und Männer in Schwarz, die laut Verband immer wichtiger werden. So gebe es in Deutschland gut elf Millionen sogenannte Einzelraumfeuerstätten wie Kamin- und Kachelöfen, Heizeinsätze und Herde, die je nach Baujahr bereits wegen neuer gesetzlichen Vorschriften zur Feinstaubreduzierung nachgerüstet werden mussten oder denen das in den nächsten Jahren noch bevorsteht. «Den größten Brocken» dabei bildeten Anlagen, die zwischen 1995 und 2010 in Betrieb genommen worden seien und deren Übergangsfrist Ende 2024 ablaufe, erklärte Wilhelm. Der Bundesverband mit seinen rund 7500 Innungsmitgliedern betreut nach eigenen Angaben rund 30 Millionen Haushalte in Deutschland.