Firmendepot
Depot für Unternehmen
- Das Wichtigste in Kürze
- Was ist ein Firmendepot?
- Depoteröffnung und Funktionsweise
- Welche Kosten entstehen beim Firmendepot?
- Besteuerung der Erträge
- Vor- und Nachteile eines Firmendepots
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Firmendepot ist ein Wertpapierdepot, dessen Inhaber ein Unternehmen ist.
- Für Unternehmen bieten Banken meist eigene Depotmodelle an. Firmendepot sind im Vergleich zu Privatkundendepots oftmals teurer.
- Bei der Depoteröffnung durch eine Kapitalgesellschaft muss das Unternehmen nach der Legitimation des Geschäftsführers bzw. Bevollmächtigten weitere Unterlagen einreichen.
- Firmendepots sind Bestandteil des Betriebsvermögens und unterliegen anderen steuerlichen Regelungen als Privatkundendepots.
Was ist ein Firmendepot?
Wertpapierdepots können sowohl von privaten Anlegern als auch von Unternehmen geführt werden. Wenn es sich beim Inhaber des Depots um ein Unternehmen handelt, spricht man von einem Firmendepot. Ein Firmendepot kann sowohl von Freiberuflern und Einzelunternehmen als auch von Personen- und Kapitalgesellschaften wie GmbHs oder Aktiengesellschaften geführt werden.
Handelt es sich beim Depotinhaber um einen Freiberufler oder Selbstständigen, hängt die Zuordnung davon ab, ob er das Depot im privaten oder betrieblichen Bereich führt:
- Wer selbstständig ist und sein Wertpapierdepot für den privaten Vermögensaufbau führt, hat ein privates Depot und muss die darin befindlichen Wertpapiere nicht als Betriebsvermögen ausweisen.
- Wer das Wertpapierdepot als Firmendepot führt, muss auch die Wertpapiere im Betriebsvermögen ausweisen.
Angebote oft nur im Geschäftskundenbereich
Für Personen- und Kapitalgesellschaften bieten Banken häufig in ihrem Geschäftskundenbereich eigene Depotmodelle an. Private Wertpapierdepots lassen sich zumeist nicht als Firmendepot nutzen – vor allem dann, wenn das Firmendepot im Vergleich zum Privatkundendepot zusätzliche Funktionen für die Buchhaltung enthalten soll.
Depoteröffnung und Funktionsweise
Auch bei einem Firmendepot ist die Legitimation bei der Eröffnung und die Autorisierung der Transaktionen erforderlich. Jedoch gibt es beim Firmendepot im Vergleich zum privaten Depot einige Unterschiede.
Eröffnung des Firmendepots
Die nachfolgende Übersichtstabelle zeigt, wie je nach rechtlichem Status des Kontoinhabers unterschiedliche Formalitäten bei der Depoteröffnung anfallen:
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Wer eröffnet das Wertpapierdepot?
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Unterlagen für die Legitimation
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|---|---|
| Privatperson | Personalausweis oder Reisepass, entweder persönliche Vorlage oder PostIdent / VideoIdent |
| Freiberufler oder Einzelunternehmer | Personalausweis oder Reisepass, entweder persönliche Vorlage oder PostIdent / VideoIdent |
| Personen- oder Kapitalgesellschaft | Personalausweis oder Reisepass des Geschäftsführers bzw. der bevollmächtigten Person plus weitere Unterlagen wie Handelsregisterauszug oder Gesellschafterliste |
Abwicklung der Transaktionen
Im Regelfall werden die Transaktionen über das Online-Banking abgewickelt. Hierbei gibt die Bank vor, auf welche Weise die Transaktionen autorisiert werden müssen. Darüber hinaus können Unternehmen interne Regeln für die Autorisierung festlegen. So kann etwa ein Unternehmen bestimmen, dass nach dem Vier-Augen-Prinzip jede Order von zwei Personen freigegeben werden muss.
Welche Kosten entstehen beim Firmendepot?
Bei der Nutzung des Firmendepots fallen Kosten an, die je nach Anbieter unterschiedlich hoch ausfallen können.
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Depotgebühr
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Ordergebühren
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Handelsplatzgebühr
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Zusätzliche Servicegebühren
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|---|---|---|---|
| Für die Führung des Depots verlangen Banken eine Grundgebühr, die zumeist quartalsweise oder jährlich abgerechnet wird. Dabei kann es sich sowohl um eine Fixgebühr handeln als auch um einen veränderlichen Betrag, der an die Höhe des Depotvolumens gekoppelt ist. | Bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren wird die Ordergebühr fällig. Manche Banken verlangen eine einheitliche Gebühr, die unabhängig von der Höhe der Order ist, während andere Depotanbieter prozentuale oder nach Ordervolumen gestaffelte Gebühren berechnen. | Wertpapieraufträge lassen sich nicht nur über das bekannte Xetra-System, sondern auch über andere Handelsplätze abwickeln. Diese können für die Ausführung der Order eine Gebühr in Rechnung stellen, die von der Depotbank an den Auftraggeber weitergereicht wird. | Bei Firmendepots können noch weitere Kosten anfallen, wenn der Depotkunde spezielle Dienstleistungen der Bank in Anspruch nimmt. Dazu zählt beispielsweise die direkte Anbindung des Firmendepots an die Buchhaltung des Unternehmens. |
Besteuerung der Erträge
Die Erträge von Wertpapieren in Firmendepots werden im Vergleich zu privaten Wertpapiergewinnen anders besteuert, weil das Portfolio steuerlich dem Betriebsvermögen zugeordnet wird.
Damit entfällt für Gewinne aus betrieblichen Wertpapierbeständen der Sparerpauschbetrag. Die weitere Besteuerung hängt davon ab, ob es sich um Einzelunternehmen oder um Kapitalgesellschaften handelt. Darüber hinaus kann für steuerpflichtige Gewinne aus dem Firmendepot neben der Einkommens- bzw. Körperschaftssteuer auch Gewerbesteuer anfallen.
Vor- und Nachteile eines Firmendepots
Ob ein Firmendepot empfehlenswert ist, hängt von den Zielsetzungen des Unternehmens ab. Mit der Nutzung eines Firmendepots können sowohl Vorteile als auch Nachteile verbunden sein.
Vorteile eines Firmendepots
Ein Firmendepot bringt als Vorteil, dass Unternehmer damit Betriebsvermögen in Wertpapiere investieren und die Chancen der Kapitalmärkte nutzen können. Voraussetzung ist jedoch, dass der in Wertpapiere angelegte Anteil des Vermögens langfristig nicht für Investitionen benötigt wird.
Nachteile eines Firmendepots
Nachteilig ist, dass mit dem Erwerb von Wertpapieren Kursrisiken verbunden sein können. Dies kann sich in schlechten Börsenphasen nachteilig auf die Vermögensstruktur des Unternehmens auswirken.
In steuerlicher Hinsicht sollten Selbstständige und Unternehmer beachten, dass für die Wertpapiere im Firmendepot der persönliche Sparerpauschbetrag nicht gilt und damit Nachteile bei der Gewinnbesteuerung auftreten können.