Das Wegerecht spielt im Immobilienrecht eine besondere Rolle. Nicht alle Grundstücke sind so geschnitten, dass ein Zugang von öffentlichen Bereichen möglich ist. In diesem Fall muss der Nutzer über ein anderes privates Grundstück darauf gelangen. Damit dies möglich ist, muss ihm der Nachbar ein Wegerecht einräumen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wegerecht in Abteilung II des Grundbuchs
  3. Die Rechtsgrundlagen für das Wegerecht
  4. Das Notwegerecht
  5. Wann erlischt das Wegerecht?
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Wegerecht ermöglicht einem Grundstücksbesitzer, über ein fremdes Grundstück auf das eigene zu gelangen.
  • Das Wegerecht kann auch für Versorgungsleitungen gelten, die über ein fremdes Grundstück zum eigenen führen.
  • Es handelt sich um ein dingliches Recht, welches im Grundbuch in Abteilung II eingetragen ist, und losgelöst vom jeweiligen Eigentümer Gültigkeit besitzt.
  • Verfügt ein Grundstück über keinerlei Zugang von einem öffentlichen Bereich, verfügt der Gesetzgeber ein Notwegerecht.

Wegerecht fällt in Abteilung II des Grundbuchs, Lasten und Beschränkungen

Es genügt allerdings nicht, dass sich die Nachbarn darauf einigen, dass die Nutzung des fremden Grundstücks zulässig ist. Das Wegerecht muss im Grundbuch in Abteilung II, Lasten und Beschränkungen, eingetragen werden.

Um mögliche Zweifel daran auszuräumen, muss eine detaillierte Beschreibung des Weges vorgenommen werden. Diese bezieht nicht nur den Verlauf mit ein, sondern auch die Beschaffenheit. Um eine größtmögliche Rechtssicherheit zu erlangen, ist es sinnvoll, den betreffenden Weg im Lageplan einzuzeichnen.

Die Rechtsgrundlagen für das Wegerecht

Der Begriff „Wegerecht“ wird übergreifend genutzt. Genau genommen wird zwischen dem Wegerecht und dem Fahrrecht unterschieden. Im ersten Fall ist die Nutzung des fremden Grundstücks nur zu Fuß zulässig. Im zweiten Fall darf das fremde Grundstück auch mit einem Fahrzeug durchquert werden. In der Praxis bezieht sich das Wegerecht auf einen Korridor am Rande des Grundstücks, der zur Nutzung zur Verfügung steht.

Das Wegerecht kann im Zusammenhang mit landwirtschaftlicher Nutzung noch um den Bereich der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung sowie um Viehtrieb ausgeweitet werden.

Das Wegerecht gilt als Grunddienstbarkeit und bezieht sich ausschließlich auf das Grundstück, nicht auf dessen Eigentümer. Wird das Objekt mit der eingetragenen Grunddienstbarkeit verkauft, ändert dies nichts an dem Sachverhalt. Vor diesem Hintergrund kann es sein, dass diese im Grundbuch verankerte Grunddienstbarkeit den Wert einer Immobilie schmälert.

Dienstbarkeiten im Sinne des Grundbuchs werden in zwei Kategorien unterteile, die positive und die negative Dienstbarkeit.

Die positive Dienstbarkeit

Dieser Begriff beschreibt, dass der Begünstigte des Wegerechtes dieses nutzen darf. Gleiches gilt für seine Gäste. Neben der Nutzung durch Begehen des Weges greift auch noch das Wegerecht durch das Betreiben einer Anlage. Die Rede ist hier allerdings nicht von beispielsweise einem Windrad. Unter den Begriff „Anlage“ fallen hier Wasserrohre oder Stromleitungen, die über oder durch das Grundstück des Nachbarn zum eigenen Haus verlaufen.

Die negative Dienstbarkeit

Die negative Dienstbarkeit stärkt den Inhaber des Rechtes, den Nutzer des Wegerechts. Er kann seinem Nachbarn Auflagen zu Unterlassungen machen. Dies schließt beispielsweise bauliche Maßnahmen ein, die eine Verschlechterung der Lichtverhältnisse auf seinem Grundstück zulassen.

Es wird ersichtlich, dass ein Wegerecht durchaus zu einer Minderung des Grundstückswertes führen kann.

Das Notwegerecht

Das Notwegerecht greift dann, wenn der Grundstückseigentümer keinerlei Möglichkeiten besitzt, ohne Nutzung eines fremden Grundstücks auf das eigene zu gelangen. In diesem Fall wird ihm per Gesetz ein Notwegerecht eingeräumt. Der betroffene Grundstücksinhaber, auf dessen Grund und Boden das Wegerecht von nun an besteht, hat keinerlei Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.

Wann erlischt das Wegerecht?

Zum einen kann das Wegerecht im Grundbuch gelöscht werden, wenn der Nutzer des Weges eine Löschungsbewilligung ausspricht. Zum anderen erlischt das Wegerecht per Gesetz, wenn das nachgelagerte Grundstück durch vollständige Überbauung keinerlei Zugang mehr zu dem dienenden Grundstück aufweist.

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