Mit Fremdkapital wird eine finanzielle Leistung eines Dritten beschrieben, deren Höhe und Laufzeit schuldrechtlich definiert und fest vorgegeben ist. Dazu zählt auch, wenn der Darlehensnehmer einen bestimmten Zinssatz zu entrichten hat. Für Unternehmen sind Fremdmittel im Wettbewerb mit anderen Anbietern häufig unverzichtbar. Für private Verbraucher entsteht der Kontakt zum Fremdkapital vor allem bei der Finanzierung einer Hypothek oder der klassischen Aufnahme eines Ratenkredites.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Fremdkapital ist notwendig für das Wirtschaftssystem
  3. Definition bei Privathaushalten
  4. Fremdkapital im unternehmerischen Sektor
  5. Mezzanine-Kapital
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Man spricht von Fremdkapital, wenn der Verbraucher Geld aufnimmt, um beispielsweise eine Immobilie zu kaufen.
  • Auf unternehmerischer Seite steht Fremdkapital meist in Verbindung mit einem Kredit.
  • Die Mischform aus Fremdkapital und Eigenkapital heißt Mezzanine-Kapital.

Fremdkapital ist notwendig für das Wirtschaftssystem

Ohne Fremdkapital würde unser Wirtschaftssystem nicht funktionieren. Dies gilt für Unternehmer gleichermaßen wie für die privaten Haushalte – aber auch für den Staat. Die Länder, deren Staatshaushalt ohne die Aufnahme von Fremdkapital auskommt, lassen sich weltweit wohl an einer Hand abzählen. Bis zu welchem Grad sich ein Verbraucher, Unternehmen oder Staat verschulden kann oder soll, regelt die Verschuldungsgrenze.

Fremdkapital: Definition bei Privathaushalten

Es wäre überzogen, bei der Kreditaufnahme für eine neue Küche von Fremdkapital zu sprechen. Im Bereich der Immobilienfinanzierung lässt sich ein Hypothekendarlehen schon eher in diesem Segment einordnen. Es bezeichnet in diesem Fall die Differenz zwischen Kaufpreis und Eigenmitteln. Am Ende bleibt beiden Varianten gemeinsam, dass der Verbraucher Geld bei der Bank aufgenommen hat, um ein Gut zu erwerben.

Fremdkapital im unternehmerischen Sektor

Im Falle eines Unternehmens muss bei Fremdkapital zwischen drei Varianten unterschieden werden:

  • Rückstellungen für Verbindlichkeiten, deren Termin noch nicht bekannt ist, die aber als schuldrechtliche Forderung eines Dritten bestehen. Dazu zählen beispielsweise noch zu entrichtende Sozialabgaben oder Steuern.
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder sonstigen Darlehensgebern. Dazu zählen auch Obligationen und Lieferantenkredite.
  • Passive Rechnungsabgrenzungsposten. Darunter versteht die Betriebswirtschaftslehre Zahlungseingänge von Kunden im alten Jahr, deren Leistung aber erst im folgenden Jahr erbracht wird.

Am häufigsten treten unter dem Begriff Fremdkapital Verbindlichkeiten auf, die in Zusammenhang mit einem Kredit bestehen.

Mezzanine-Kapital

Bei Mezzanine-Kapital handelt es sich um eine Mischform aus Fremdkapital und Eigenkapital. Der Begriff stammt vom Italienischen „mezzo“, zu Deutsch „halb“, ab. Das Fremdkapital wird dem Unternehmen als bilanzielles Eigenkapital zugeführt, allerdings hat der Geldgeber kein Stimmrecht. Damit weicht es von einer echten Eigenkapitaleinlage – beispielsweise der Ausgabe von Stammaktien – ab, die auch gleichzeitig ein Stimmrecht bei der Unternehmensführung bedingt.

Mezzanine-Kapital findet sich häufig bei Venturecapital-Gesellschaften – Unternehmen, die sich an Neugründungen mit erhöhtem Risiko beteiligen. Venturecapital wird daher auch häufig als Risikokapital bezeichnet. Diese Form des Fremdkapitals kann entweder als Bareinlage oder im Rahmen von Wandelanleihen eingebracht werden. Ziel einer Fremdkapitaleinlage in Form von Mezzanine-Kapital ist es, ein junges Unternehmen im Markt zu platzieren und dann im Rahmen eines Börsenganges das eingesetzte Kapital mit höherer Rendite wieder abzuziehen.

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