Bausparen ist nicht nur in Deutschland populär, aber auf den ersten Blick ein typisch deutsches Produkt. Die Einlagen bei Bausparkassen gelten als absolut sicher, die Vertragsvorgaben sind klar umrissen und die Guthabenzinsen absolut marktgerecht. Bausparen kommt also nicht nur im Rahmen einer Finanzierung für viele Verbraucher infrage, sondern auch als Geldanlage.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Einsatzmöglichkeiten von Bausparen
  3. Bausparen bietet finanzielles Polster
  4. Bausparen für Renovierer
  5. Der Bausparer als Kapitalanleger
  6. Staatliche Förderung für Bausparer
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Bausparen eignet sich nicht nur zur Immobilienfinanzierung, sondern zum Beispiel auch als finanzielles Polster für außerplanmäßige Instandhaltungskosten oder für Renovierungsmaßnahmen.
  • Bausparer werden auf drei Wegen staatlich gefördert: durch vermögenswirksame Leistungen, die Wohnungsbauprämie oder Wohn-Riester.

Die Einsatzmöglichkeiten von Bausparen

Ein Bausparvertrag besteht aus drei Phasen. Während der Startphase (Sparphase) zahlen Verbraucher Sparraten an die Bausparkasse und erhalten Zinsen. Ist der Bausparvertrag zuteilungsreif, folgt die Zuteilung: Kunden bekommen die Bausparsumme (angespartes Guthaben plus Zinsen plus Bauspardarlehen) ausgezahlt und setzen sie typischerweise zur Finanzierung einer Immobilie ein. In der letzten Phase – der Darlehensphase – tilgen sie das Darlehen.

Bausparvertrag

Doch dieser Verlauf ist nicht zwingend: Verbraucher können ihren Bausparvertrag auch für die Instandhaltungskosten oder Modernisierung ihrer Immobilie nutzen oder auch auf das Bauspardarlehen verzichten und den Vertrag als Geldanlage einsetzen.

Bausparen bietet finanzielles Polster

Die Verwendungsmöglichkeiten begrenzen sich beim Bausparen nicht nur auf den Erwerb einer Immobilie. Ein kleiner Bausparvertrag in der Hinterhand kann sich für jeden Immobilienbesitzer lohnen, denn bei einem Einfamilienhaus wie bei einer Eigentumswohnung können immer einmal außerplanmäßige Instandhaltungskosten auftreten. Bausparen mit einer Anspardauer von sechs oder sieben Jahren und einer monatlichen Sparrate von 50 Euro bietet immerhin ein finanzielles Polster von rund 7.000 Euro Bausparsumme. Das hilft, wenn etwa das Dach am Haus repariert werden muss oder die Eigentümergemeinschaft eine zusätzliche, nicht durch die Instandhaltungsrücklage abgedeckte Sanierung beschließt.

Bausparen für Renovierer

Bauspardarlehen sollten zwar für eine wohnwirtschaftliche Verwendung genutzt werden. Doch dabei ist es gleich, ob Wohneigentum erworben oder saniert wird oder ob vielleicht eine Eigentumswohnung oder Mietwohnung renoviert wird. Eine Renovierung ist in der Regel keine günstige Angelegenheit. Noch teurer wird sie, wenn dafür ein klassischer Ratenkredit aufgenommen werden muss: Ein Bauspardarlehen ist oft günstiger als ein Renovierungskredit. Die Sparraten sind dafür relativ niedrig, die Zuteilung erfolgt recht schnell.

Der Bausparer als Kapitalanleger

Konservative Sparer greifen immer wieder auf das Bausparen zurück, wenn sie Gelder über einen längeren Zeitraum ansparen möchten oder in Form einer einmaligen Anlage platzieren. Bausparguthaben sind absolut sicher und die Verzinsung, abhängig vom gewählten Tarif, durchaus attraktiver als auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto.

Staatliche Förderung für Bausparer

Der Staat fördert den Erwerb beziehungsweise die Sanierung von Immobilieneigentum nur noch sehr eingeschränkt. Das Bausparen ist eine der wenigen verbliebenen Formen von öffentlicher Subvention. Insgesamt bieten sich drei Wege, diese Förderung in Anspruch zu nehmen. Diese Wege schließen sich jedoch nicht gegenseitig aus, sondern können parallel in Anspruch genommen werden.

Vermögenswirksame Leistungen

Neben der Anlage in Aktien ist Bausparen die zweite verbliebene staatlich mit Prämien geförderte Anlageform für die vermögenswirksamen Leistungen. Bausparer können, sofern der Tarifvertrag nicht die Anlage in eine betriebliche Altersversorgung vorschreibt, bis zu 40 Euro monatlich anlegen. Auf maximal 470 Euro erhalten sie dann die Arbeitnehmersparzulage in Höhe von neun Prozent, maximal 40 Euro pro Jahr. Voraussetzung dafür ist ein zu versteuerndes Einkommen bei Ledigen von maximal 17.900 Euro, bei Verheirateten von 35.800 Euro. Dabei ist es bei Ehepaaren unerheblich, ob nur eine Person oder beide berufstätig sind. Das Bausparen wird sechs Jahre lang bespart und muss dann noch ein Jahr ruhen, bevor er zur Auszahlung kommt. Der Verwendungszweck ist jedem Bausparer freigestellt.

Wohnungsbauprämie

Als zweiter Weg, sich eine staatliche Prämie zu sichern, bietet sich Bausparen mit Aussicht auf die Wohnungsbauprämie an. Der geförderte Sparbeitrag beläuft sich auf 512 Euro jährlich. Die Prämie beträgt 8,8 Prozent pro Jahr, maximal 45,06 Euro pro Bausparer. Prämienberechtigt sind alle Bürger ab dem 16. Lebensjahr, sofern das zu versteuernde Einkommen pro Jahr nicht über 25.600 Euro bei Singles bzw. 51.200 Euro bei Verheirateten liegt. Löst der Bausparer seinen Vertrag vor der Sperrfrist von sieben Jahren auf, muss die Wohnungsbauprämie jedoch zurückgezahlt werden.

Im Jahr 2009 kam es zu einer Gesetzesänderung beim Bausparen. Verträge, die nach diesem Datum geschlossen wurden, müssen wohnwirtschaftlich verwendet werden, um eine Rückzahlung der Prämie zu vermeiden. Dabei gibt es jedoch mehrere Ausnahmen:

  • wenn der Bausparer vor Vertragsabschluss unter 25 Jahren alt war,
  • wenn der Ehepartner des Bausparers verstirbt
  • oder wenn der Bausparer selbst arbeitslos wird.

Für Bausparer, die mindestens eine Rate vor 2009 eingezahlt haben, greift die Gesetzesänderung nicht.

Wohn-Riester

Bei der dritten staatlich geförderten Variante des Bausparens handelt es sich um die Eigenheimrente bzw. Wohn-Riester. Hier erfolgt die Besparung in spezielle zertifizierte Bausparverträge. Die Rahmenbedingungen sind die gleichen wie für alle anderen Riester-Anlagen auch.

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