Während der Bauphase sind Vorgaben und Pläne alles. Wenn lLetztere jedoch nicht vorliegen oder nicht spezifisch genug kommuniziert werden, kann das zu Kostenüberschreitungen oder Verzögerung des Bauvorhabens führen. Das ist nicht nur schlecht für den Bauherrn, es wirkt sich auch negativ auf das Bauunternehmen aus. Die Lösung: eine Baubeschreibung.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Definition: Was ist eine Baubeschreibung?
  3. Baubeschreibung: Teil des Bauvertrages
  4. Zu welchem Zeitpunkt der Bauphase wird eine Baubeschreibung erstellt?
  5. Vorteile einer Baubeschreibung
  6. Fazit: Die Baubeschreibung ist ein unverzichtbares Dokument
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Baubeschreibung ist, ähnlich wie eine Blaupause, ein schriftliches Dokument, das alle Leistungen und den gesamten Leistungsumfang für ein Bauprojekt definiert.
  • Essenzielle Bestandteile der Baubeschreibung sind zum Beispiel der Arbeitsumfang, Deadlines und Termine, Sicherheit auf der Baustelle, Besonderheiten des Bauvorhabens sowie Bau-, Lage- und Konstruktionspläne.
  • Gemäß § 249 Abs. 2 EGBGB ist die Baubeschreibung seit dem 1. Januar 2018 Pflicht und muss in Textform als Teil des Bauvertrages vorliegen.
  • Obwohl sie zeit- und arbeitsaufwendig sind, gelten Baubeschreibungen als ein unbedingt notwendiger Schritt für ein erfolgreiches Bauprojekt, von dem Bauherrn und Bauunternehmen nur profitieren können.

Definition: Was ist eine Baubeschreibung?

Die Baubeschreibung, auch bekannt als Leistungsbeschreibung oder Bauleistungsbeschreibung, ist ein schriftliches Dokument, das alle Leistungen und den gesamten Leistungsumfang für ein Bauprojekt definiert. Obwohl Blaupausen durchaus veranschaulichen können, wie ein Gebäude aussehen soll, ist eine ausführliche und schriftliche Erklärung in Form einer Baubeschreibung erforderlich, um den Bauprozess so detailliert wie möglich für den Bauherrn und das Bauunternehmen zu beschreiben.

Eine Baubeschreibung sollte die folgenden Informationen enthalten:

  • Arbeitsumfang
  • Funktion und Nutzung des Bauobjektes
  • Die zu verwendenden Baumaterialien
  • Deadlines und Termine
  • Sicherheitsmaßnahmen auf der Baustelle
  • Ablauf der Bauarbeiten
  • Besonderheiten des Bauvorhabens
  • Statische Berechnungen des Bauobjektes
  • Beschreibung des Innenausbaus
  • Haftungsausschlüsse
  • Änderungsbedingungen
  • Bau-, Lage- und Konstruktionspläne

Baubeschreibung: Teil des Bauvertrages

Gemäß § 249 Abs. 2 EGBGB ist die Baubeschreibung seit dem 1. Januar 2018 Pflicht und muss noch vor der Unterzeichnung des Bauvertrages in Textform und als Teil des Vertrages vorliegen – es sei denn, es wurde ausdrücklich etwas anderes zwischen dem Bauherrn und dem Bauunternehmen vereinbart. Ein Vertragsabschluss per Handschlag oder Telefon ist nicht (mehr) rechtskräftig. Sollte ein Bauunternehmen gegen die Baubeschreibungspflicht verstoßen, macht es sich gemäß §§ 311 Abs. 2, 280 Abs. 1 BGB strafbar.

Zu welchem Zeitpunkt der Bauphase wird eine Baubeschreibung erstellt?

Baubeschreibungen werden in der Regel vor dem Beginn der Bauphase und als Teil der Planungsphase erstellt. Als erforderliche Dokumente während der Planungsphase sind Baubeschreibungen Teil eines formalen Prozesses. Durch eine frühzeitige Einbeziehung der Baubeschreibung in die Planungsphase werden von Anfang an Leistungsanforderungen und -erwartungen festgelegt und das Projektrisiko insgesamt reduziert.

Vorteile einer Baubeschreibung

Baubeschreibungen erfordern ein hohes Maß an Detailgenauigkeit: Je klarer eine Baubeschreibung formuliert ist, desto wahrscheinlicher, dass sie in der Bauphase korrekt umgesetzt wird. Enthält die Baubeschreibung ungenügende oder keine Informationen, werden die Bauleistungen dementsprechend ungenügend oder letztendlich gar nicht erbracht.

Gute Baubeschreibungen schützen vor unangenehmen und in der Regel kostspieligen Überraschungen. Eine qualitativ hochwertige Baubeschreibung, die bei Unterzeichnung des Bauvertrages vorliegt, gibt dem Bauherrn von Anfang an mehr Sicherheit über das Endprodukt, während eine Baubeschreibung für das Bauunternehmen mehr Spielraum für Innovationen, kostengünstige Arbeitsmethoden und möglicherweise ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis gibt.

Außerdem bringt eine Baubeschreibung weitere Vorteile für den Bauherrn mit sich:

  • Sie gewährt dem Bauherrn eine detaillierte Überwachung des Bauprojektes von Anfang bis Ende.
  • Eine Baubeschreibung ermöglicht dem Bauherrn die Kontrolle darüber, ob alle in der Baubeschreibung aufgeführten Leistungen erfüllt werden.
  • Sie ermöglicht dem Bauherrn eine Durchsetzung von etwaigen Reklamationen nach Beendigung des Bauprojektes.

Fazit: Die Baubeschreibung ist ein unverzichtbares Dokument

Für viele Bauunternehmen und Bauherren gelten Baubeschreibungen zunächst als zeit- und arbeitsaufwendig. In der Tat sind Baubeschreibungen Teil eines langwierigen Prozesses und sollten so detailliert wie möglich erstellt werden – das kostet Mühe und Zeit. Da jedoch die Braubranche einem zunehmenden Wettbewerb ausgesetzt ist und verbesserte Technologien für die Bauplanung eine vereinfachte Analyse der vor Baubeginn erforderlichen Maßnahmen ermöglichen, gewinnen Baubeschreibungen immer mehr an Bedeutung. Wer den Aufwand scheut, sollte sich stets das Endprodukt vor Augen führen: Schließlich sind Baubeschreibungen ein notwendiger Schritt für ein erfolgreiches Bauprojekt, von dem Bauherrn und Bauunternehmen nur profitieren können.

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