Der Ausbau (Kurzform für Innenausbau) bezeichnet alle Baumaßnahmen, die im Zuge des Hausbaus nach den Rohbauarbeiten anfallen. Bis die verschiedenen Gewerke mit ihren Arbeiten fertig sind, vergehen für gewöhnlich circa drei, manchmal noch mehr Monate. Allerdings findet der Begriff auch in anderen Zusammenhängen Verwendung.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Bauvorhaben – das gehört zum Ausbau
  3. Welche Arbeiten beinhaltet der Ausbau?
  4. Ausbau: Andere Bedeutungen
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Bausparvertrag-Vergleich starten

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Ausbau umfasst sämtliche Arbeiten, die den Innenbereich eines Hauses oder Gebäudes nach der Abnahme des Rohbaus betreffen.
  • Der Begriff Ausbau wird auch für die Schaffung von Wohnraum verwendet, wenn dabei bauliche Veränderungen vorgenommen werden, die grundsätzliche Konstruktion jedoch unverändert bleibt.
  • Damit beim Ausbau keine Verzögerungen entstehen, empfiehlt es sich, die Arbeiten in einer festgelegten Reihenfolge durchzuführen beziehungsweise durchführen zu lassen.

Bauvorhaben – das gehört alles zum Ausbau

Der Ausbau umfasst alle handwerklichen und bautechnischen Arbeiten, die erforderlich sind, um das Gebäude nach der Fertigstellung und Abnahme des Rohbaus in einen schlüsselfertigen Zustand zu versetzen.

Von einem Ausbau ist auch die Rede, wenn bauliche Veränderungen zur Schaffung von Wohnraum führen, ohne dass die Konstruktion des Hauses wesentlich verändert wird – ein typisches Beispiel ist der Ausbau des Dachgeschosses. Auch andere Räume eines Gebäudes, die bisher nicht zu Wohnzwecken dienten, sind ausbaubar, sofern sie den entsprechenden gesetzlichen Anforderungen genügen. Je nach Ausbauplan ist unter Umständen eine Baugenehmigung erforderlich. Wer entsprechende Ausbauarbeiten plant, sollte sich diesbezüglich im Vorhinein informieren.

Welche Arbeiten beinhaltet die Bauphase des Ausbaus im Detail?

Vom Rohbau bis zum Einzug in das fertige Haus ist es ein langer Weg. Damit es nicht zu Verzögerungen beim Ausbau kommt, ist es erforderlich, die einzelnen Arbeitsschritte in einer bestimmten Reihenfolge durchzuführen beziehungsweise durchführen zu lassen. Für gewöhnlich gestaltet sich der Ablauf wie folgt:

1. Schritt: Fenster und Haustür einsetzen

Wenn der fertige Rohbau mit dem Dach versehen ist, beginnt der Ausbau mit dem Einsetzen der Fenster und der Haustür. Positiver Nebeneffekt: Unbefugte Personen gelangen nun wesentlich schwerer ins Haus.

2. Schritt: Gegebenenfalls Dämmung anbringen

Bei vielen modernen Materialien beziehungsweise Bauweisen ist keine spezielle Wärmedämmung mehr notwendig. Die oft zum Einsatz kommenden Fertigbauwände weisen beispielsweise bereits eine ausreichende Dämmung auf. In anderen Fällen ist das Wärmeverbundsystem Teil des Baukonzepts.

3. Schritt: Grobinstallation der Elektrik und Heizung

Als nächstes steht die Grobinstallation der Elektrik und Heizung an. Diese Arbeiten dürfen lediglich ausgebildete Fachkräfte ausführen. Allerdings gestatten diese es Heimwerkern hin und wieder, die Kabel in Eigenregie zu ziehen beziehungsweise die Kabelschächte vorzubereiten. Damit der Hausbesitzer später nicht an Stellen Löcher in die Wand bohrt, hinter denen Kabel verlaufen, empfiehlt es sich, die Arbeiten mit Zeichnungen beziehungsweise Fotos zu dokumentieren.

4. Schritt: Innenwände verputzen

Der Innenputz verschließt die Wand und ist die Grundlage für die Tapete beziehungsweise die Wandfarbe. Eine Innendämmung ist in der Regel nicht notwendig. Allerdings gibt es für unter Denkmalschutz stehende Häuser diesbezüglich gewöhnlich Auflagen.

5. Schritt: Trockenbau und Dachausbau

Beim Trockenbau besteht die Möglichkeit, weitere Wände einzuziehen, um Räume nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Ein Dachausbau ermöglicht es dagegen, ungenutzte Raumkapazitäten zu erschließen. Grundsätzlich sind die baulichen Voraussetzungen zu beachten.

6. Schritt: Estrich legen

Ein effektiver Schallschutz lässt sich nur dann gewährleisten, wenn die Handwerker den Estrich in jedem Raum separat verlegen. Das ist auch der Grund, weshalb dieser Arbeitsschritt erst nach dem Trockenbau erfolgt.

7. Schritt: Wandgestaltung

Es empfiehlt sich für gewöhnlich, die Wände vor dem Verlegen des Bodenbelags zu streichen und/oder und zu tapezieren. Ansonsten besteht das Risiko, dass es im Zuge der Arbeiten zu Schäden am Bodenbelag kommt. Finden die Malerarbeiten vorher statt, ist es zudem nicht notwendig, den Boden abzudecken, was Arbeit spart.

8. Schritt: Bodenbelag

Beim Bodenbelag haben Hausbesitzer unter anderem die Wahl zwischen Teppich, Laminat, Parkett und Fliesen. Sollte beim Verlegen viel Dreck entstehen – beispielsweise im Zuge einer Kernsanierung – ist es ratsam, die Wände erst danach zu gestalten.

9. Schritt: Feininstallation von Heizung und Elektrik

Die Feinarbeiten an der Elektrik und Heizung müssen wieder Fachleute übernehmen. Dazu gehören beispielsweise die Installation von Anschlüssen, Schaltern und Steckdosen. Lampen können Heimwerker gegebenenfalls in Eigenregie anbringen.

10. Schritt: Küche und Bad einrichten

Während sich die Installation von Armaturen und Becken im Badezimmer meist relativ unkompliziert gestaltet, ist für die Küchenmöbel und -elektrogeräte größerer Aufwand notwendig. Schließlich benötigt ein Herd Starkstrom beziehungsweise Gas. Die dafür erforderlichen Anschlüsse dürfen nur Profis anbringen.

11. Schritt: Rohbautreppen ausbauen und Innentüren einbauen

Nach dem Abschluss sämtlicher anderer Handwerksarbeiten folgt der Ausbau der Rohbautreppe und damit der Einbau der „richtigen“ Treppe. Falls eine Rohbautreppe nicht existiert, etwa weil eine schwebende Treppe eingebaut werden soll, ist der Einbau gegebenenfalls schon vorher notwendig. Auch wenn es theoretisch möglich wäre, empfiehlt es sich nicht, die Türen schon früher einzusetzen. Ansonsten müssen die Handwerker ständig darauf achten, diese nicht zu beschädigen.

Der Begriff „Ausbau“ in anderen Bedeutungen

Ein Ausbau muss sich nicht zwangsläufig auf die Errichtung eines Gebäudes beziehen. Der Begriff findet beispielsweise auch im Zusammenhang mit dem Straßennetz und dem Internet Verwendung. Im ersten Fall bezeichnet ein Ausbau die Erweiterung eines bestehenden Verkehrsweges. Im zweiten Fall geht es um den Breitbandausbau – also die Bereitstellung schneller Internetleitungen.

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